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Rheingau Founders im Konflikt mit eigenen Geldgebern

Berlin – Der Start-up-Investor Rheingau Founders befindet sich in einem handfesten Konflikt mit seinen eigenen Geldgebern. Wie das Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 11/2019, EVT 24. Oktober) berichtet, ist einer von ihnen der Risikokapitalgeber Born2Grow, den der Lidl-Gründer Dieter Schwarz finanziert. Mehrere Investoren erwägen Klagen. Born2Grow verhandelt zudem über einen kompletten Ausstieg und den Verkauf seiner Beteiligungen. Entzündet hatte sich der Streit an Fondsgebühren, die Rheingau Founders von seinen Finanziers einforderte.

Die Gründer des Start-up-Fonds waren 2014 durch eine frühe Investition beim Essenslieferdienst Lieferando zu Geld gekommen. Sie begannen dann, eigene Unternehmen aufzubauen, und gründeten einen Investoren-Club. Zu den Mitgliedern gehören neben Born2Grow auch Unternehmer wie Cornelius Boersch oder die Mende-Familie aus Karlsruhe.

Bereits vor einem Jahr kam es zum Streit, als Rheingau Founders seinen Investoren Kosten für die Start-up-Beteiligungen in Rechnung stellte, etwa für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Ungewöhnlich war, dass der Fonds Kosten auch rückwirkend einforderte – teilweise für einen Zeitraum von fünf Jahren. Born2Grow sollte beispielsweise eine Viertelmillion Euro an Gebühren zahlen. Einige Investoren, mit denen ‚Capital‘ gesprochen hat, weigerten sich zu zahlen. Die Begründung: Die plötzlich anfallenden Forderungen seien zu hoch und teilweise bereits verjährt.

Die Rheingau-Founders-Partner Philipp Hartmann und Tobias Johann hingegen nennen das Verhalten von Born2Grow „unprofessionell“. Die Kosten seien in den Verträgen festgeschrieben worden. Born2Grow war damals bereits gegen die Berliner Gründer vor Gericht gezogen. Bevor es zu einem Urteil kam, einigten sich die Parteien außergerichtlich. Nun könnten neue Klagen anstehen.

Zwischen Geldgebern und dem Start-up-Fonds gibt es weitere Konfliktpunkte: Mehrere Rheingau-Investoren beklagen, sie seien über die Geschäftsentwicklung ihrer Start-up-Beteiligungen unzureichend informiert worden. Ein Investor habe sogar Ärger mit dem Finanzamt bekommen, weil Unterlagen fehlten. Rheingau Founders bestreitet das, der Fonds habe alle Berichtspflichten stets „vollumfänglich eingehalten“.

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