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Rheingau Founders im Konflikt mit eigenen Geldgebern

23. Okto­ber 2019

Berlin — Der Start-up-Investor Rhein­gau Founders befindet sich in einem hand­festen Konflikt mit seinen eige­nen Geldge­bern. Wie das Wirtschafts­magazin ‘Capi­tal’ (Ausgabe 11/2019, EVT 24. Okto­ber) berichtet, ist einer von ihnen der Risikokap­i­tal­ge­ber Born2Grow, den der Lidl-Grün­der Dieter Schwarz finanziert. Mehrere Inve­storen erwä­gen Klagen. Born2Grow verhan­delt zudem über einen komplet­ten Ausstieg und den Verkauf seiner Beteili­gun­gen. Entzün­det hatte sich der Streit an Fonds­ge­bühren, die Rhein­gau Founders von seinen Finanziers einforderte.

Die Grün­der des Start-up-Fonds waren 2014 durch eine frühe Investi­tion beim Essensliefer­di­enst Lieferando zu Geld gekom­men. Sie began­nen dann, eigene Unternehmen aufzubauen, und grün­de­ten einen Inve­­s­toren-Club. Zu den Mitgliedern gehören neben Born2Grow auch Unternehmer wie Cornelius Boer­sch oder die Mende-Fami­lie aus Karl­sruhe.

Bere­its vor einem Jahr kam es zum Streit, als Rhein­gau Founders seinen Inve­storen Kosten für die Start-up-Beteil­i­­gun­­gen in Rech­nung stellte, etwa für Steuer­ber­ater und Wirtschaft­sprüfer. Ungewöhn­lich war, dass der Fonds Kosten auch rück­wirk­end einforderte — teil­weise für einen Zeitraum von fünf Jahren. Born2Grow sollte beispiel­sweise eine Viertelmil­lion Euro an Gebühren zahlen. Einige Inve­storen, mit denen ‘Capi­tal’ gesprochen hat, weigerten sich zu zahlen. Die Begrün­dung: Die plöt­zlich anfal­l­en­den Forderun­gen seien zu hoch und teil­weise bere­its verjährt.

Die Rhein­­gau-Founders-Part­ner Philipp Hart­mann und Tobias Johann hinge­gen nennen das Verhal­ten von Born2Grow “unpro­fes­sionell”. Die Kosten seien in den Verträ­gen fest­geschrieben worden. Born2Grow war damals bere­its gegen die Berliner Grün­der vor Gericht gezo­gen. Bevor es zu einem Urteil kam, einigten sich die Parteien außerg­erichtlich. Nun könnten neue Klagen anste­hen.

Zwis­chen Geldge­bern und dem Start-up-Fonds gibt es weit­ere Konflik­t­punkte: Mehrere Rhein­­gau-Inve­­s­toren bekla­gen, sie seien über die Geschäft­sen­twick­lung ihrer Start-up-Beteil­i­­gun­­gen unzure­ichend informiert worden. Ein Investor habe sogar Ärger mit dem Finan­zamt bekom­men, weil Unter­la­gen fehlten. Rhein­gau Founders bestre­itet das, der Fonds habe alle Bericht­spflichten stets “vollum­fänglich einge­hal­ten”.

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