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Vorwort der Herausgeberin 2015

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Beschreibung

Vorwort der Herausgeberin 2015

Tatjana Ande­rer — Grün­de­rin des FYB-Verlag

Die aktuelle Verfassung der Märkte führt zu der Überlegung, ob der Begriff Risikokapital nicht eine neue Definition verdient. Insbesondere, wenn man sich vergegenwärtigt, wo Risiken entstehen und welchen Einfluß man darauf hat. Die Investoren kleben am günstigen Notenbankgeld wie Süchtige an ihrer Droge. Sobald der Nachschub ins Stocken gerät, die Notenbanken also die Zügel anziehen, setzen Entzugsphänome ein, die erhebliche Folgen nach sich ziehen. Abhängig davon, ob der Daumen der Geldpolitik in den USA oder Europa nach oben oder nach unten zeigt (im Hinblick auf den Kauf von Staatsanleihen), schieben sich unterschiedliche Risiken in den Vordergrund. Jedoch alle betreffen die gesamte, globale Investorengemeinde. Und nur diejenigen Investoren dürften gewappnet sein, deren Realitätssinn durch die letzten Krisen und jüngsten Markterschütterungen geschärft und nicht durch die Liquiditätsflut der vergangenen Jahre vernebelt wurde. Eine klare Sicht auf die Dinge ist gefragt, um die täglichen Nachrichten als wirklich gute oder schlechte zu erkennen.

Verbunden damit ist auch wieder ein bemerkenswertes Ansteigen von Covenant Light Loans. Die daraus resultierenden Effekte in Zeiten unkalkulierbarer Parameter wie die Politik der Notenbanken sollte man jedoch vor Augen haben. Sie dürften vielen Private Equity-Unternehmen und Investoren in lebhafter Erinnerung sein. Die monetären Bedingungen sind derzeit so locker, wie sie nur sein können. Solange dies so bleibt, dürfte sich auch der Aufwärtstrend in allen alternativen Anlagekategorien, von der Unternehmensanleihe bis zu Private Equity, fortsetzen.

Wir stehen vor einer neuen Gründerzeit! Die Digitalisierung revolutioniert alles, nach den Worten von Siemens-Chef Joe Kaeser (Handelsblatt 21.10.14). Deutsche Technologien und deutsche Forschung geniessen hierbei einen so excellenten Ruf, dass sogar die berühmte Silicon Valley Bank hierzulande ihre Zelte aufschlagen will. Die Bank ist im Silicon Valley nicht nur mit der Mehrheit der Venture Capital-Finanzierer im Geschäft, sondern auch mit zahlreichen Startups und serial entrepreneurs. In Deutschland definiert sie ihre Marktlücke in der mangelnden Techologie-Expertise regionaler Banken und deren geringer Erfahrung mit der Expansion von Start ups im Ausland. Mehr amerikanische Dynamik in der Geldvergabe im Venture-Stadium dürfte unseren Jungunternehmern gut tun. Viele Erfolgreiche unter ihnen war bei der internationalen Expansion auf ausländische Geldgeber angewiesen. Darunter Kreditech in Hamburg, die Firma erhielt dieses Jahr 40 Millionen USD von internationalen Investoren und Zalando hat mehr internationale als deutsche Finanziers an Bord. Auch Intershop-Gründer Stephan Schambach hat sein zweites Unternehmen Demandware gleich in den USA gegründet und dort an die Börse gebracht. Grund: keine Chance in Deutschland. – Lesen Sie mehr über die ambitionierte Hightech-Strategie der Bundesregierung im FYB-Grußwort von Prof. Dr. Johanna Wanka, der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

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Vorwort der Herausgeberin

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