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Große Finanzierungsrunde: Solarisbank erhält 60 Mio. Euro

Kate­gorie: Private Equity
Foto: Roland Folz, Vorstand­schef Solaris Bank
1. Juli 2020

Hamburg — Die Solar­is­bank hat sich die bislang höch­ste Finanzierungsrunde ihrer Unternehmensgeschichte gesichert in Höhe von 60 Mio. Euro. Die Post-Money-Bewer­­tung steigt durch die Kapi­taler­höhung auf 320 Mio. Euro. „Da wir unter kein­er­lei Zeit­druck standen, hat die Corona-Krise unseren Fund­ing-Prozess nicht wirk­lich tang­iert“, sagte uns Vorstand­schef Roland Folz. „Aufgrund der hohen Nach­frage von Inve­storen­seite haben wir sogar mehr Kapi­tal aufgenom­men, als ursprünglich geplant.“

Mit dem Fund­ing im Rücken kann die Solar­is­bank – die seit ihrer Grün­dung 2016 auss­chließlich organ­isch gewach­sen ist – sogar größere Transak­tio­nen ins Auge fassen. So könnte Solaris die Wire­card Bank AG zumin­d­est in Teilen übernehmen könnte.

Auf dieses Szenario ange­sprochen, sagte uns Solar­is­bank-Chef Folz gestern: „Es ist nie eine gute Nachricht, wenn ein Konkur­rent in Schwierigkeiten gerät. Denn was Unternehmen letztlich besser macht, das ist der Wettbe­werb.“ Richtig allerd­ings sei: „Die Dien­stleis­tun­gen der Wire­card Bank ähneln den unseren. Je nach­dem, wie sich die Dinge entwick­eln, könnten wir darum wir sicher­lich für viele Kunden des Wettbe­wer­bers so etwas wie die natür­liche Alter­na­tive sein.“

Lead-Investor ist Risikokap­i­tal­ge­ber Holtzbrinck Ventures, der bislang noch nicht zu den Gesellschaftern gehörte. Dass ein deutscher VC-Spezial­ist in einer derart großen Runden (und noch dazu, nach­dem er bis dato noch gar nicht beteiligt war) den Lead-Investor gibt, ist unserer Erin­nerung nach im deutschen Fintech-Sektor selten. Es zeigt aber: Hiesige Venture-Capi­­tal-Player schrecken bei größeren Runden nicht mehr automa­tisch zurück. Auch Early­bird mischte bei den jüng­sten Mega-Fund­ings von N26 ja weit­er­hin munter mit.

Neben Holtzbrinck eben­falls neu an Bord sind Vulcan Capi­tal (das ist der Invest­­ment-Arm der Stiftung des verstor­be­nen Microsoft-Mitgrün­ders Paul Allen), ein weit­erer amerikanis­cher VC namens Storm Ventures sowie der zum gleich­nami­gen kore­anis­chen Tech­nolo­giekonz­ern gehörende Samsung Cata­lyst Fund. Von den Altin­ve­storen gingen Yabeo, BBVA, die SBI Group, ABN Amro, Global Brain, Hegus und Lakestar mit.  Solar­is­bank-Strate­giechefin Layla Qassim: „Wir hatten bislang einen leichten Über­hang an strate­gis­chen Gesellschaftern. Darum haben wir uns bei der Auswahl der Kapi­tal­ge­ber dies­mal etwas stärker auf die  finanziellen Inve­storen fokussiert.“

Inter­es­sant: In der Pressemit­teilung ist davon die Rede, dass die Deutsche Bank die Runde als „Private Place­ment Agent“ unter­stützt habe. „In unseren ersten beiden Finanzierungsrun­den sind wir ohne beglei­t­ende Bank ausgekom­men. Dies­mal haben wir uns bewusst für einen anderen Weg entsch­ieden – weil: Ein Unternehmen in unserem Stadium kann gute Freunde gebrauchen. Und mit der Deutschen Bank haben wir einen solchen Freund nun gefun­den“, so CEO Folz. Die nahe­liegende Nach­frage, ob damit auch schon vorentsch­ieden sei, welches Geldin­sti­tut die Solar­is­bank eines Tages an die Börse begleiten könnte, beant­wortete Folz ebenso nahe­liegen­der­weise nicht mit dem Satz: „Klar, das wird die Deutsche Bank.“ Stattdessen betonte er, dass ein IPO für die näch­sten zwei Jahre in keinem Fall auf der Agenda stehe und auch für die Zeit danach nur „eine denkbare Option unter mehreren“ sei.

Was soll nun mit den 60 Mio. Euro passieren? ‑Die zumin­d­est noch für dieses und näch­stes Jahr erwarteten Verluste auffan­gen Die europäis­che Expan­sion vorantreiben. Das will die Solar­is­bank (Mitar­beiter zurzeit: 310) aber weit­er­hin vor allem von Berlin aus tun; ausländis­che Büros sollen nur vere­inzelt eröffnet werden.

 

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