Carve-outs im Aufwind: Wann sich die Ausgliederung für den Mittelstand lohnt
PINOVA investiert als verlässlicher Partner in profitable B2B-Technologieunternehmen im deutschsprachigen Mittelstand mit Umsätzen zwischen 10 und 50 Millionen Euro. In diesem Segment beobachten wir aktuell eine deutliche Zunahme von Carve-out-Opportunitäten. Viele Konzerne überprüfen ihre Portfolios kritischer als noch vor einigen Jahren und trennen sich von Geschäftsbereichen, die zwar erfolgreich und profitabel sind, aber nicht mehr zum strategischen Kern passen.
Für uns sind das oft besonders spannende Situationen. Denn hinter diesen Ausgliederungen stehen häufig Unternehmen mit erfahrenen Teams, technologisch führenden Produkten und langjährigen Kundenbeziehungen. Der operative Weg in die Eigenständigkeit ist anspruchsvoll. IT-Systeme, Prozesse und Organisationsstrukturen müssen aus dem Konzernverbund herausgelöst und neu aufgestellt werden. Gleichzeitig entstehen dadurch enorme Chancen. Das Management gewinnt unternehmerischen Handlungsspielraum zurück, Entscheidungen werden schneller getroffen und strategische Initiativen konsequenter umgesetzt. Genau darin liegt häufig der Ausgangspunkt für die nächste Wachstumsphase.
Deutschland und die DACH-Region gehören aus unserer Sicht weiterhin zu den attraktivsten Industriestandorten Europas. Die öffentliche Debatte konzentriert sich derzeit stark auf wirtschaftliche Herausforderungen. Wir erleben jedoch täglich, wie viel Innovationskraft, technologisches Know-how und industrielle Substanz in mittelständischen Unternehmen steckt.
Gerade der aktuelle Anpassungsdruck führt dazu, dass Konzerne ihre Portfolios hinterfragen und Geschäftsbereiche neu ausrichten. Dadurch kommen Unternehmen auf den Markt, die unter normalen Marktbedingungen häufig gar nicht verfügbar wären. Wir sehen diese Entwicklung daher nicht als Zeichen von Schwäche, sondern als Chance für unternehmerische Neuanfänge. — Viele dieser Unternehmen verfügen bereits über starke Marktpositionen, hochspezialisierte Produkte und eine tiefe Verankerung in den Wertschöpfungsketten ihrer Kunden. Erhalten sie die notwendige unternehmerische Freiheit und den richtigen strategischen Fokus, können sie ihr Potenzial oft deutlich besser entfalten als zuvor innerhalb eines großen Konzernverbunds. Am Ende entscheiden nicht Schlagzeilen über den Erfolg eines Unternehmens, sondern technologische Kompetenz, Marktposition und die Qualität der Menschen, die es führen.
Wir denken weniger in klassischen Branchenkategorien als in technologischen Stärken und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Deshalb suchen wir gezielt nach spezialisierten Industrial-Tech-Unternehmen mit einer starken Marktposition und hoher Relevanz für ihre Kunden.
Besonders interessant sind für uns Unternehmen aus den Bereichen High-Tech Components, Innovative Materials und Smart Systems. Uns begeistern sogenannte mission-critical Produkte und Technologien, ohne die industrielle Prozesse nicht funktionieren würden. Dass Carve-outs hier ideale Wachstumsplattformen bieten, zeigen zwei unserer erfolgreichen Beteiligungen: VTI Ventil Technik als Spezialist für hochpräzise Komponenten in anspruchsvollen Industrie- und Gasanwendungen sowie Nexburg im stark wachsenden Smart-Systems-Bereich für Cybersecurity und kritische Infrastrukturen.
Ein wesentlicher Vorteil solcher Ausgliederungen liegt darin, dass bereits ein eingespieltes Management-Team, etablierte Kundenbeziehungen und funktionierende Prozesse vorhanden sind. Dadurch kann die strategische Weiterentwicklung unmittelbar nach dem Closing beginnen. Gleichzeitig setzt die neu gewonnene Eigenständigkeit oft eine beeindruckende Dynamik frei. Letztlich bleibt Private Equity ein People’s Business. – Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo starke Teams die Chance nutzen, ein Unternehmen eigenständig weiterzuentwickeln und auf die nächste Stufe zu heben.
David Gilli ist Partner und seit Juni 2018 bei PINOVA. In seiner Rolle betreut er aktuell die Beteiligungen ASUTEC, AT Sensors, detax, NEUROMEDEX sowie xSuite und zeichnete zuvor für den erfolgreichen Verkauf von Ecoroll und Sill Optics mitverantwortlich. Sein Fokus liegt auf Wachstumsfinanzierungen, Nachfolgeregelungen und Carve-outs in mittelständische Industrial Tech-Unternehmen sowie deren Entwicklung von Nischenmarktführern zu internationalen Champions.
Vor seinem Einstieg bei PINOVA arbeitete David als Transaction Manager für ein Portfoliounternehmen von Permira und war zuvor als Senior Consultant in der Deals Strategy Group bei PricewaterhouseCoopers (PwC) mit Fokus auf Due Diligences für Private Equity Fonds tätig. David hat Banking and Finance (M.A. HSG) und Betriebswirtschaftslehre (B.A. HSG) der Universität St. Gallen studiert.
david.gilli@pinovacapital.com