Wachstumsschwäche — aber nicht überall
Die BayBG bedient verschiedene Geschäftsfelder, die sich im aktuellen Geschäftsjahr unterschiedlich entwickeln. Während wir im Venture Capital-Segment und bei Unternehmensnachfolgen eine erfreulich hohe Nachfrage und zahlreiche attraktive Beteiligungsmöglichkeiten sehen, bleibt das Geschäft mit Wachstumskapital hinter den Erwartungen zurück. Die Investitionsneigung vieler mittelständischer Unternehmen ist weiterhin gering.
In vielen Branchen beobachten wir derzeit eine herausfordernde Kombination aus stagnierenden Umsätzen und Kostensteigerungen, insbesondere bei Energie- und Personalkosten sowie nach wie vor auch viele bürokratische Hemnisse. Darüber hinaus befinden sich viele Unternehmen in technologischen Umbruchsituationen, z.B. bezüglich der Frage, wie künstliche Intelligenz in bestehende Geschäftsmodelle integriert werden kann und welche Investitionen in Datenmanagement, IT-Infrastruktur sowie digitale Kompetenzen notwendig werden. Letztlich sorgen die geopolitischen Spannungen nach wie vor für hohe Unsicherheit.
Wir arbeiten gerade an einer neuen 5‑Jahresplanung und gehen von einem Wachstum unseres Beteiligungsbestandes aus. Treiber sind aus unserer Sicht neben dem VC-Geschäft vor allem Investments im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolgen. Darüber hinaus zeichnet sich im Moment eine Aufhellung der konjunkturellen Lage ab, die in Verbindung mit dem technologischen Veränderungsdruck zu einer verstärkten Investitionstätigkeit mittelständischer Unternehmen führen sollte. Die politische Situation in Deutschland, die aktuelle toxische Mischung aus Remigrations- und Enteignungsphantasien in Verbindung mit dem sich abzeichnenden Wiederaufschnüren von Reformpaketen, könnte allerdings zu einer Entwicklung führen, bei der wir unsere Annahmen noch einmal revidieren müssen.