ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Wie Private Equity-Firmen Geld verdienen

Dazu 3 Fragen an C. Kaserer

Tech­ni­sche Univer­si­tät München
Foto: C. Kase­rer | TU München
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26. Okto­ber 2011

Die Rendite-Modelle von Private Equity (PE)-Firmen schie­nen vielen bislang ziem­lich intrans­pa­rent, ja Buch mit sieben Siegeln zu sein. Ebenso die verschie­de­nen Fakto­ren, die darauf Einfluss nehmen. Prof. Chris­toph Kase­rer von der TU München hat jetzt mit einer neuen Studie — der anony­mi­sierte Daten von 332 mittel­gro­ßen Unter­neh­men, die von PE-Firmen über­nom­men wurden zugrunde liege — Licht in das vermeint­li­che Dunkel gebracht. Er hat analy­siert, welche Auswir­kun­gen die Verän­de­rung bestimm­ter Para­me­ter auf die Rendite der Inves­to­ren haben.


Dazu 3 Fragen an Depart­ment of Finan­cial Manage­ment and Capi­tal Markets, 
Tech­ni­sche Univer­si­tät München

1. Unter welchen Para­me­tern wurden die Analy­sen in Ihrer Studie bei den Private Equity-Unter­neh­men durchgeführt?

Es handelt sich um eine Auswer­tung von über 330 Euro­päi­schen Mid-Market Buyout-Deals über den Zeit­raum 1990 bis heute. Die Daten wurden von der EVCA (Euro­pean Venture Capi­tal and Private Equity Asso­cia­tion) auf anony­mer Basis gesam­melt. Verglei­che mit ande­ren Studien zeigen, dass es sich um eine für den euro­päi­schen Markt reprä­sen­ta­tive Daten­ba­sis handelt.

2. Wodurch stei­gern PE-Unter­neh­men ihre Rendite? Welche Para­me­ter spie­len dabei eine Rolle?

Wir können zeigen, dass die Rendi­ten der PE-Unter­neh­men vor allem auf einer Stei­ge­rung der Profi­ta­bi­li­tät der Port­fo­lio-Unter­neh­men beru­hen. Dieses Ergeb­nis ist auch im statis­ti­schen Sinne sehr robust. In der Tendenz scheint dabei Umsatz­wachs­tum eine größere Rolle zu spie­len als reine Kosten­sen­kungs­pro­gramme. Während etwa zwei Drit­tel der Rendite auf diese funda­men­ta­len Fakto­ren zurück­geht, haben Effekte, die aus einer Verän­de­rung der Finan­zie­rungs­struk­tur des Unter­neh­mens kommen, nur eine unter­ge­ord­nete Rolle. Im Mittel betra­gen diese Effekte rund ein Drit­tel. Unter statis­ti­schen Gesichts­punk­ten muss man zudem sagen, dass sie nur wenig robust sind.

3. Welche Rolle spie­len Bewe­gun­gen an den Kapi­tal­märk­ten und im Markt­um­feld für die Rendite von PE-Firmen?

In der hier betrach­te­ten Stich­probe spie­len diese Effekte keine Rolle. Im Durch­schnitt waren die Wert­stei­ge­rungs­ef­fekte, die auf eine Verbes­se­rung der Markt­be­wer­tun­gen zurück­zu­fah­ren waren, gleich null. Das Ausnut­zen von Markt­be­we­gun­gen ist demnach kein wesent­li­cher Trei­ber der Rendi­ten von PE-Deals.

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