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FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Wie findet man die Nadel im Heuhaufen?

Dazu 3 Fragen an Ralf Schremper

Oakley Capi­tal
Foto: Ralf Schrem­per
17. Okto­ber 2018

Der Markt für Beteili­gun­gen im deutschen Mittel­stand wächst dynamisch. Die Bewer­tun­gen der Unternehmen steigen und der Zugang zu attrak­tiven Investi­tion­s­möglichkeiten wird zu einem immer wichtigeren Erfol­gs­fak­tor. Welche Strate­gien helfen dabei, die berühmte Nadel – attrak­tive Targets – im Heuhaufen zu finden?

1. Oakley Capi­tal hat nach einer ganzen Reihe von erfol­gre­ich abgeschlosse­nen Transak­tio­nen in Deutsch­land in diesem Sommer sein Münch­ner Büro eröffnet. Können Sie uns das Unternehmen kurz vorstellen?

Um in mittel­ständis­che Unternehmen in Westeu­ropa zu investieren, wurde Oakley Capi­tal 2002 von Peter Dubens und David Till, zwei britis­chen Unternehmern, in London gegrün­det. Bis 2006 konzen­tri­erte sich das Team darauf, zwei Unternehmen aus der TMT-Branche weit­erzuen­twick­eln, die 365 Mdeia Group plc und Pipex Commu­ni­ca­tions plc. 2007 wurde dann der erste Oakley Fonds, Fund I, mit einem Volu­men von € 288 Millio­nen aufgelegt. 2013 folgte Fund II mit einem Volu­men von € 524 Millio­nen und 2017 Fund III mit € 800 Millio­nen. Inzwis­chen verwal­tet Oakley Capi­tal € 1,5 Milliar­den.

Unsere Philoso­phie: Wir unter­stützen heraus­ra­gende Persön­lichkeiten bei ihren Unternehmungen, arbeiten mit sorgfältig ausgewählten Manage­ment­teams, die selbst wie Grün­der denken, und schaf­fen Mehrw­ert durch Wach­s­tums­beschle­u­ni­gung, gezielte Buy & Build-Strate­gien und Profes­sion­al­isierung. Das haben wir im deutschen Markt mit unseren Invest­ments in Parship Elite, Verivox, Inter­ge­nia, Damovo, Schüler­hilfe und Career Part­ner Group unter Beweis gestellt.

2. Zur Nadel im Heuhaufen: Wie bekom­men Sie Zugang zu attrak­tiv bewerteten Investi­tion­s­mög-lichkeiten im aktuell sehr wettbe­werb­sin­ten­siven Beteili­gungs­markt?

Gerade der deutsche Mittel­stand ist ein weltweit geachtetes und äußerst wettbe­werb­s­fähiges Segment unserer Volk­swirtschaft. Es gibt also grund­sät­zlich viele erfol­gre­iche und span­nende Unternehmen, die noch über erhe­bliches Wach­s­tumspoten­zial verfü­gen. Im aktuell sehr hoch bewerteten Markt wird es immer schw­erer, exklu­siven Zugang zu attrak­tiv bewerteten Investi­tion­s­möglichkeiten zu erhal­ten. Unser Schw­er­punkt liegt dabei ganz klar auf Primär­transak­tio­nen außer­halb von Auktio­nen.

Ein einzi­gar­tiges Netzw­erk von Unternehmensgrün­dern und Manage­ment­teams früherer Port­fo­lioun­ternehmen verschafft uns dabei oft einen propri­etären Zugang zu Unternehmen und Eigen­tümern. Wir erwer­ben häufig von Grün­dern oder Eigen­tümern, die auf unseren unternehmerischen Ansatz und unsere Exper­tise bei der Durch­führung komplexer Transak­tio­nen vertrauen. Wir scheuen uns nicht davor, die Ärmel hochzukrem­peln und beispiel­sweise ein Manage­ment­team bei einer komplexen Ausgliederung zu unter­stützen oder eine langfristig orien­tierte Buy & Build Strate­gie gemein­sam zu erar­beiten und zu real­isieren. Unser propri­etäres Netzw­erk ist dabei sicher­lich ein wesentlicher Wettbe­werb­svorteil. Gleichzeitig hat Oakley Capi­tal einen klaren Branchen­fokus: Tech­nolo­gie, Medien und Telekom­mu­nika­tion (TMT), Consumer sowie Bildung.

3. Wie schaf­fen Sie in solchen Situ­a­tio­nen dann konkret Mehrw­ert? Können Sie das an einem Beispiel verdeut­lichen?

Unsere jüng­ste Transak­tion mit dem deutschen Unternehmen Damovo ist ein gutes Beispiel für unseren spez­i­fis­chen Ansatz: Oakley Capi­tal investierte 2015 über den Fund II in Damovo, einen weltweit führen­den Anbi­eter von Lösun­gen und Dien­stleis­tun­gen im Bere­ich der Infor­ma­tion­skom­mu­nika­tions-Tech­nolo­gie mit Haupt­sitz in Neu-Isen­burg bei Frank­furt. Die Transak­tion war propri­etär und kam über unser Netzw­erk – in diesem Fall über Matt Riley, einem erfol­gre­ichen britis­chen Unternehmer und Grün­der der Daisy Group, einem unserer Port­fo­lioun­ternehmen. Wir haben Damovo im Rahmen einer komplexen Ausgliederung dann 2015 erwor­ben und das Unternehmen 2018 mit einem doppelt so hohen EBITDA für € 140 Millio­nen veräußert. Dabei konnten wir attrak­tive Gross Returns von 5.4x bei einem IRR von 57% für unsere Inve­storen erzie­len.

Dieser Erfolg wurde durch eine Reihe von unter unserer Eigen­tümer­schaft initi­ierten Maßnah­men möglich: Neben einer Neuaus­rich­tung der Führungsstruk­tur durch die Bestel­lung von zwei erfahre­nen Managern auf CEO- und CFO-Ebene sowie drei strate­gis­chen Add-on-Akqui­si­tio­nen gehörten dazu prax­isori­en­tierte und oper­a­tive Verbesserungs­maß­nah­men wie die Besei­t­i­gung von Silos inner­halb des Unternehmens und der Aufbau konz­ern­weiter Funk­tio­nen sowie die Revi­tal­isierung von Market­ing und Vertrieb. Wir sind überzeugt, dass wir solche, für Inve­storen und Unternehmen gleicher­maßen wert­steigernde Beteili­gun­gen im deutschen Markt wieder­holen können. Mit unserem Münch­ener Büro sind wir nun noch näher am Markt – und vor allem an den Unternehmen – und freuen uns darauf, mit unserem Netzw­erk und unserem unternehmerisch orien­tierten Ansatz neue Erfol­gs­geschichten im und mit dem deutschen Mittel­stand zu schreiben.

 

Über Ralf Schrem­per

Ralf joined Oakley in 2017 and has more than 15 years of M&A and invest­ment expe­ri­ence. He previ­ously served as a Member of the Exec­u­tive Board and Chief Strat­egy and Invest­ment Offi­cer of DAX-listed ProSiebenSat.1 Media SE. In this role, he was directly respon­si­ble for the Company’s strate­gic acqui­si­tions in recent years, signif­i­cantly contribut­ing to the expan­sion of ProSiebenSat.1’s digi­tal enter­tain­ment and commerce port­fo­lio. Previ­ously, he held senior posi­tions at Bertels­mann, RTL Group, and was founder and CEO of an online educa­tion start-up. His sector expe­ri­ence includes media, digi­tal enter­tain­ment & commerce, health­care, and educa­tion.

Ralf’s focus at Oakley is on deal orig­i­na­tion, execu­tion, port­fo­lio manage­ment and posi­tion real­i­sa­tion.

Ralf holds a PhD in Finance (summa cum laude) from Univer­sity of Bochum and a Master in Busi­ness Admin­is­tra­tion (Diplom-Kauf­mann) from Univer­sity of Cologne.

 

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