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FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe

Wasserstofftechnologie ist bei der Mobilität auf dem Vormarsch

Dazu 3 Fragen an Christian Scheller

DILO Arma­tu­ren und Anlagen
Foto: Chris­tian Scheller
17. Juni 2024

Flexi­bel einsetz­bar, leicht zu trans­por­tie­ren und sauber verbrenn­bar: Die Vorteile von Wasser­stoff als Ener­gie­trä­ger machen ihn zu einem hoff­nungs­vol­len Kandi­da­ten, um die Ener­­gie- und Verkehrs­wende voran­zu­trei­ben. Sinn macht Wasser­stoff vor allem da, wo größere Reich­wei­ten gefragt sind – unter ande­rem beim Schwer­last­trans­port, bei Binnen­schif­fen oder Zügen. 


Dazu 3 Fragen an Chris­tian Schel­ler, CEO bei Welt­markt­füh­rer DILO Arma­tu­ren und Anlagen

1. Wasser­stoff­tech­no­lo­gien sind auf dem Vormarsch. Was hat Sie bewo­gen, bei KEYOU zu investieren?
Wir sehen in Wasser­stoff­tech­no­lo­gien ein enor­mes Poten­zial, um die Mobi­li­tät grund­le­gend zu verän­dern und kurz­fris­tig einen großen Schritt in Rich­tung CO2-Neutra­li­tät zu machen. KEYOU hat sich als inno­va­ti­ver Vorrei­ter bei der Entwick­lung solcher Tech­no­lo­gien etabliert, indem sie bestehende und lang­jäh­rig erprobte Verbren­nungs­mo­to­ren auf den Betrieb mit Wasser­stoff umrüs­ten. Diese Heran­ge­hens­weise ermög­licht eine kosten­ef­fi­zi­ente Dekar­bo­ni­sie­rung des Verkehrs­sek­tors und hier insbe­son­dere des Güter­ver­kehrs, ohne dass Flot­ten­be­trei­ber ihre gesamte Fahr­zeug­flotte austau­schen müssen. Aller­dings sind auf dem weite­ren Weg hin zur Wasser­stoff­mo­bi­li­tät noch einige Heraus­for­de­run­gen in der Prozess­kette zu bewäl­ti­gen, für die DILO und KEYOU gemein­sam Lösun­gen erar­bei­ten können. Um diese stra­te­gi­sche Part­ner­schaft von Beginn an auf ein soli­des Funda­ment zu stel­len und unser Commit­ment zu zeigen, haben wir uns bereits nach weni­gen gemein­sa­men Gesprä­chen für ein Invest­ment entschie­den, da unsere beiden Teams auch mensch­lich hervor­ra­gend harmonieren.
2. Wie schät­zen Sie die Entwick­lung der Wasser­stoff­mo­bi­li­tät in Deutsch­land und Europa ein?
Die Wasser­stoff­mo­bi­li­tät in Deutsch­land und Europa entwi­ckelt sich derzeit sehr dyna­misch. Unter Exper­ten ist es weit­ge­hend unum­strit­ten, dass eine baldige Dekar­bo­ni­sie­rung des Güter­ver­kehrs ohne den Einsatz wasser­stoff­be­trie­be­ner Fahr­zeuge nicht gelin­gen kann. Immer mehr tradi­tio­nelle Auto­mo­bil­her­stel­ler wie bspw. Daim­ler und BMW beschäf­ti­gen sich sehr ernst­haft mit dieser Tech­no­lo­gie, aber auch viele Start-ups haben hier bereits erfolg­ver­spre­chende Konzepte entwi­ckelt. Dennoch steckt die Wasser­stoff­mo­bi­li­tät in Deutsch­land und Europa nach wie vor in den Kinder­schu­hen, da die Poli­tik lange Zeit sehr einsei­tig den Einsatz batte­rie­be­trie­be­ner Fahr­zeuge also Elek­tro­au­tos, bevor­zugt geför­dert hat. Aber auch hier findet lang­sam ein Umden­ken statt, welches wir auch für zwin­gend notwen­dig halten, wenn wir Euro­päer dieses Feld nicht komplett ande­ren Natio­nen wie China oder den USA über­las­sen wollen. In Summe sehen wir in der Wasser­stoff­mo­bi­li­tät eine riesige Chance für die euro­päi­sche Wirt­schaft. Dies gilt insbe­son­dere dann, wenn es uns wie bei dem Ansatz von KEYOU gelingt, unsere über mehr als hundert Jahre erwor­be­nen Kompe­ten­zen im Fahr­zeug- und Moto­ren­bau für die weitere Entwick­lung der Wasser­stoff­mo­bi­li­tät zu nutzen.
3. DILO trägt mit seinen Tech­no­lo­gien dazu bei, die Wasser­stoff­mo­bi­li­tät voran­zu­trei­ben. Woran hapert es in Deutsch­land am meisten?
Ganz wesent­lich für die weitere Entwick­lung der Wasser­stoff­mo­bi­li­tät ist natür­lich der möglichst schnelle Aufbau einer Wasser­stoff-Infra­struk­tur. Zwar gibt es in Deutsch­land bereits mehr als 100 Wasser­stoff­tank­stel­len, doch sind wir von einem auch nur annä­hernd flächen­de­cken­den Netz noch weit entfernt. Wenn wir uns den Güter­ver­kehr anse­hen, werden wasser­stoff­ba­sierte Antriebs­kon­zepte häufig allein dadurch unat­trak­tiv, da die Routen­pla­nung deut­lich kompli­zier­ter wird. Ein zwei­ter hemmen­der Faktor sind die hohen Kosten für die Produk­tion von grünem Wasser­stoff und damit auch dessen Verfüg­bar­keit. Gerade im Vergleich mit den bestehen­den Antriebs­tech­no­lo­gien auf Basis fossi­ler Brenn­stoffe erge­ben sich damit gravie­rende Wett­be­werbs­nach­teile. Zudem würden wir uns natür­lich von der Poli­tik deut­lich mehr Unter­stüt­zung und Förde­rung für diese Tech­no­lo­gie wünschen, da gerade der Aufbau einer flächen­de­cken­den Infra­struk­tur ohne eine stabile und unter­stüt­zende Gesetz­ge­bung und Förder­land­schaft unmög­lich gelin­gen kann. In unse­ren Augen wäre es für Deutsch­land und Europa abso­lut wünschens­wert, wenn sich der ideo­lo­gisch moti­vierte Gegen­wind aus der Poli­tik zu tech­no­lo­gisch profund begründ­ba­rem Rücken­wind wandeln würde.     Über DILO GmbH Seit 70 Jahren steht DILO für profes­sio­nel­les Aufar­bei­ten, Mischen und Absau­gen von Gasen. Mit seinen vier Kern­kom­pe­tenz­fel­dern SF6-Gas, Alter­na­tive Isolier­gase, Anla­gen für Indus­trie­gase und Hoch­druck-Rohr­ver­bin­dun­gen bietet der Tech­no­lo­gie­füh­rer alles, was für ein erfolg­rei­ches Gashand­ling erfor­der­lich ist. Ergänzt wird das Produkt­port­fo­lio mit Dienst­leis­tun­gen rund um das Mischen, Tren­nen und Aufbe­rei­ten von Isolier- und Lösch­ga­sen. 80 Vertre­tun­gen, 30 Service­stütz­punkte und 3 Service­cen­ter sorgen dafür, dass DILO Lösun­gen global im Einsatz sind. Chris­tian Schel­ler ist seit 13 Jahre CEO  von DILO Arma­tu­ren und Anla­gen. www.dilo.eu

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