ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe
Foto: Peter Pauli

Wachstumsschwäche — aber nicht überall

Dazu 3 Fragen an Peter Pauli

BayBG, München
Foto: Peter Pauli
7. Okto­ber 2026

Für die Wachs­tums­schwä­che in Deutsch­land gibt es viele Gründe und wird durch verschie­dene Fakto­ren beein­flusst. Wir befin­den uns in einer schlei­chen­den Struk­tur­krise. Dazu der stetig wach­sende Wett­berb aus China. Der Export in andere Länder entwi­ckelt sich verhal­ten – in der Summe geht die gesamt­wirt­schaft­li­che Nach­frage und damit die gesamte Wirt­schafts­leis­tung zurück. — Dazu 3 Fragen an Peter Pauli, Geschäfts­füh­rer der BayBG, München.

1. Worauf rich­tet die BayBG ihren Fokus in diesen unvor­her­seh­ba­ren Zeiten?

Die BayBG bedient verschie­dene Geschäfts­fel­der, die sich im aktu­el­len Geschäfts­jahr unter­schied­lich entwi­ckeln. Während wir im Venture Capi­tal-Segment und bei Unter­neh­mens­nach­fol­gen eine erfreu­lich hohe Nach­frage und zahl­rei­che attrak­tive Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten sehen, bleibt das Geschäft mit Wachs­tums­ka­pi­tal hinter den Erwar­tun­gen zurück. Die Inves­ti­ti­ons­nei­gung vieler mittel­stän­di­scher Unter­neh­men ist weiter­hin gering.

2. Wo sehen sich die Mittel­ständ­ler bei ihren Geschäfts­mo­del­len am meis­ten bedroht?

In vielen Bran­chen beob­ach­ten wir derzeit eine heraus­for­dernde Kombi­na­tion aus stagnie­ren­den Umsät­zen und Kosten­stei­ge­run­gen, insbe­son­dere bei Ener­gie- und Perso­nal­kos­ten sowie nach wie vor auch viele büro­kra­ti­sche Hemnisse. Darüber hinaus befin­den sich viele Unter­neh­men in tech­no­lo­gi­schen Umbruch­si­tua­tio­nen, z.B. bezüg­lich der Frage, wie künst­li­che Intel­li­genz in bestehende Geschäfts­mo­delle inte­griert werden kann und welche Inves­ti­tio­nen in Daten­ma­nage­ment, IT-Infra­struk­tur sowie digi­tale Kompe­ten­zen notwen­dig werden. Letzt­lich sorgen die geopo­li­ti­schen Span­nun­gen nach wie vor für hohe Unsicherheit.

3. Ange­sichts der vielen Unwäg­bar­kei­ten, sowohl in der Poli­tik als auch, was die Tech­no­lo­gien und Märkte betrifft, wie plant die BayBG/ Sie die nächs­ten 5 Jahre?

Wir arbei­ten gerade an einer neuen 5‑Jahresplanung und gehen von einem Wachs­tum unse­res Betei­li­gungs­be­stan­des aus. Trei­ber sind aus unse­rer Sicht neben dem VC-Geschäft vor allem Invest­ments im Zusam­men­hang mit Unter­neh­mens­nach­fol­gen. Darüber hinaus zeich­net sich im Moment eine Aufhel­lung der konjunk­tu­rel­len Lage ab, die in Verbin­dung mit dem tech­no­lo­gi­schen Verän­de­rungs­druck zu einer verstärk­ten Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit mittel­stän­di­scher Unter­neh­men führen sollte. Die poli­ti­sche Situa­tion in Deutsch­land, die aktu­elle toxi­sche Mischung aus Remi­gra­ti­ons- und Enteig­nungs­phan­ta­sien in Verbin­dung mit dem sich abzeich­nen­den Wieder­auf­schnü­ren von Reform­pa­ke­ten, könnte aller­dings zu einer Entwick­lung führen, bei der wir unsere Annah­men noch einmal revi­die­ren müssen.

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