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FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe

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Foto: Holger Scheer

Trends in der PE-Finanzierung – Covenants werden wieder leichter

Dazu 3 Fragen an Holger Scheer

Norton Rose Fulbright
Foto: Holger Scheer
14. Okto­ber 2015


Dazu 3 Fragen an Part­ner bei Norton Rose Fulbright LLP in Frankfut/ Main

1. Wie entwi­ckeln sich im derzei­ti­gen Nied­rig­zins-Umfeld die Finan­zie­rung von Private Equity-Deals in Deutschland?

Die Finan­zie­rung von Private Equity-Trans­ak­tio­nen wird zuneh­mend progres­si­ver. Bei extrem nied­ri­gem Zins­ni­veau sehen wir derzeit Lever­a­ges, die deut­lich über 50 % hinaus­ge­hen. In manchen Fällen werden sogar 70 % und darüber erreicht. Die Debt Capa­city (Schul­den­trag­fä­hig­keit) der Unter­neh­men hat durch die nied­ri­gen Zinsen stark zuge­nom­men – wodurch bei guten Assets die Bereit­schaft der Banken gestie­gen ist, viel Fremd­ka­pi­tal auszu­rei­chen. Auch die Covenants werden zuneh­mend ‘leich­ter’. Die Konkur­renz auf Banken­seite scheint erheb­lich zuge­nom­men zu haben.

2. Würden Sie sagen, dass die Unter­neh­mens­be­wer­tun­gen zu hoch sind? Sind die Bedin­gun­gen wieder so, wie vor der Lehman-Krise?

Ob die Unter­neh­mens­be­wer­tun­gen im Einzel­fall zu hoch sind, hängt sicher­lich vom jewei­li­gen Asset ab. Als Ergeb­nis der hohen Lever­a­ges und nied­ri­gen Zinsen, haben die Preise im deut­schen Markt jedoch erheb­lich ange­zo­gen. Dies, kombi­niert mit der Tatsa­che, dass wenig Prima­rys und gute Assets verfüg­bar sind, hat die Preise noch­mals erheb­lich getrie­ben. Die Gefahr für Private Equity-Inves­to­ren zu teuer einzu­kau­fen, hat defi­ni­tiv stark zuge­nom­men. Diese Markt­ten­denz setzt sich zwischen­zeit­lich auch in ande­ren euro­päi­schen Staa­ten wie z.B. England durch, deren Konjunk­tur ja zeit­lich verzö­gert wieder ansprang und die nun nach­zie­hen. Als Resul­tat dessen nehmen auch dort die Abbruch­ra­ten stark zu. In Frank­reich und Italien ist die Situa­tion bereits seit länge­rem mit Deutsch­land vergleichbar.

3. Kommt einen neue Blase auf die Indus­trie zu? Wenn ja, wie kann man sich absichern?

Es gibt tatsäch­lich schon viele Markt­teil­neh­mer, die von einer Finan­zie­rungs­blase spre­chen. Diese betrifft aller­dings nicht nur die Banken­seite, sondern sicher­lich auch die Equity-Seite bei Private Equity-Trans­ak­tio­nen. Es ist derzeit im erheb­li­chen Maße Liqui­di­tät im euro­päi­schen als auch im deut­schen Markt vorhan­den. Auch haben sich viele zusätz­li­che Private Equity-Fonds im Rahmen von Spin-Offs gegrün­det. Der Konkur­renz­druck ist daher erheb­lich größer gewor­den. Solange die Unter­neh­men aufgrund des guten konjunk­tu­rel­len Umfel­des stabile Erträge erwirt­schaf­ten, dürfte dies kein Problem darstel­len. Ein Abfla­chen der Konjunk­tur und damit der Ergeb­nis­si­tua­tion hoch verschul­de­ter Unter­neh­men könnte jedoch schnell zu erheb­li­chen Ausfäl­len führen. Inso­weit ist die Situa­tion mit der vor Lehman durch­aus vergleich­bar. Inves­to­ren fürch­ten den soge­nann­ten „Winner’s Curse“.

 


 

Über Norton Rose Fulbright LLP

An unse­ren Stand­or­ten in Frank­furt, Hamburg und München bera­ten wir natio­nale und inter­na­tio­nale Unter­neh­men, Kredit­in­sti­tute und Private Equity-Häuser sowie den Mittel­stand in allen rele­van­ten Rechts­ge­bie­ten. Wir unter­stüt­zen Mandan­ten aus der ganzen Welt bei ihren Geschäfts­ak­ti­vi­tä­ten in Deutsch­land und in Europa. Mit 150 Rechts­an­wäl­ten in Deutsch­land verbin­den wir die inter­na­tio­nale Stärke der Kanz­lei mit fundier­ten Kennt­nis­sen des hiesi­gen Rechts­markts und beglei­ten unsere Mandan­ten bei inlän­di­schen als auch grenz­über­schrei­ten­den Trans­ak­tio­nen, Projek­ten und strei­ti­gen Auseinandersetzungen.

Über Holger Scheer

Holger Scheer ist Part­ner im Bereich Corpo­rate in Frank­furt. Er ist auf Private Equity und Venture Capi­tal Trans­ak­tio­nen sowie auf stra­te­gi­sche und insti­tu­tio­nelle Joint Ventures spezia­li­siert. Bei natio­na­len und inter­na­tio­na­len Trans­ak­tio­nen berät Holger Scheer primär anglo-ameri­ka­ni­sche stra­te­gi­sche und insti­tu­tio­nelle Inves­to­ren. Seine Erfah­rung geht auf mehr als 130 Trans­ak­tio­nen beson­ders in Lever­a­ged Buy-Outs, Venture- und Wachs­tums­fi­nan­zie­run­gen, Joint Ventures und Restruk­tu­rie­run­gen in einer Viel­zahl von Indus­trie­be­rei­chen zurück. Seine Mandan­ten sind große Private Equity Unter­neh­men, Venture-Fonds, Invest­ment-Banken und Unter­neh­men aus verschie­de­nen Indus­trie­sek­to­ren. Eine beson­dere Sekto­ren­ex­per­tise besteht im Bereich von Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men, e‑Commerce und Digi­tal Entertainment.

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