Rejuvenation Biotech in Deutschland/EU

5. August 2019 - Das Thema "Innovatives Ökosystem Biotechnologie“ ist in Deutschland ein eigenes. Ebenso wie die extrem umfängliche Regulatorik. Sowohl kulturelle Voraussetzungen wie das „Innovation Mindset“ als auch historische Perspektiven wirken immer noch einschränkend. Das zeigt, es ist ein erheblicher Einsatz notwendig ist, um international mit der Innovationsvielfalt mit zu halten. Das VC-Unternehmen KIZOO – von Michael Greve finanziert, dem früheren Mitgründer von web.de – hat sich einem neuen Fokus verschrieben: Accelerating Rejuvenation Biotech.

Dazu 3 Fragen an
Matthias Hornberger

Matthias Hornberger, Partner und CFO bei Kizoo Technology Capital in Karlsruhe
mho@kizoo.com

5. August 2019

1 - KIZOO hat nach Investitionen in High Tech und High Growth einen neuen Fokus, Accelerating Rejuvenation Biotech. Wie kam es dazu und wie steht es um die Voraussetzungen dafür in Deutschland/EU?

Wir sind seit vielen Jahre Unternehmer, VC und Mentor von wachstumsstarken High-Tech und Biotech Unternehmen. Nach zahlreichen Exits, verbunden mit massiver Wertentwicklung für die Gründer, bringen wir diese Erfahrung ein in die neu entstehende Welt von Rejuvenation Biotech – eine noch junge Industrie, die letztendlich wesentlich größer sein wird als alle bisherigen Technologiemärkte.

Die Ausrichtung auf den zukunftsweisenden Bereich von Rejuvenation Biotech begann vor mehr als 10 Jahren. Inzwischen unterstützt Kizoo als Teil der Forever Healthy Gruppe aktiv die Gründung von Startups die Forschung zu den Ursachen des Alterns in Therapien und Services für den Menschen umsetzen. ​​Forever Healthy’s weitere Initiativen sind die Bewertung von neuen neue Rejuvenation-Therapien, evidenz-basierte Recherche von weltweit führendem medizinischem Know-How, die Finanzierung von Forschung zu den Grundursachen des Alterns.

– Es ist unvorstellbar für uns, dass diese neu entstehende Industrie ausschließlich in amerikanischen und asiatischen Märken stattfinden soll. In Europa sind sowohl die zukünftigen Kunden, als auch global agierende Pharmafirmen und zahlreiche Universitäten, sowie in Deutschland die Max Planck Gesellschaft, die sich auch in der für das Altern relevanten Grundlagenforschung engagieren, vorhanden.

2 - Um den Sektor Rejuvenation Biotech zu unterstützen und Forschern einen besseren Zugang zu Finanziers zu verschaffen, hat Kizoo eine eigene Veranstaltung ins Leben gerufen. Wann war das und wie sieht das Programm aus?

Die 2018 von uns ins Leben gerufene „Undoing Aging Konferenz“ konzentriert sich bei ihrem Programm auf die zelluläre und molekulare Reparatur von altersbedingten Schäden als Grundlage für die Entwicklung von Therapien, um Altern unter vollständige medizinische Kontrolle zu bringen.

Nach einem erfolgreichen Start der Konferenz 2018 in Berlin mit renommierten Biotechnologie-, Zell- und Medizinforschern bedeutender Universitäten war die Konferenz auch dieses Jahr mit über 500 teilnehmenden Wissenschaftler und StartUp Unternehmern aus über 30 Ländern ein voller Erfolg. Dabei kam der Großteil der Konferenzbesucher neben Deutschland aus den USA, Großbritannien, Russland und den Niederlanden, die sich über drei Tage lang über ihre jeweiligen Fachgebiete austauschen und sowie über 40 Vorträge verfolgen können.

Dem wissenschaftlichen Beirat steht der britische Bioinformatiker Dr. Aubrey de Grey, CSO der SENS Research Foundation, vor. In Kooperation mit der Forever Healthy Foundation entsteht das umfangreiche und international besetzte Programm der dreitägigen Konferenz.

Bei der kommenden „Undoing Aging Konferenz“, die vom 21. – 23. Mai 2020 in Berlin stattfindet, werden wir zum ersten Mal ausdrücklich auch Rejuvenation Biotech Startups einladen, um Investoren oder Kooperationspartner aus der Industrie zu treffen.

3 - Wer steht hinter Kizoo? Wie schätzen Sie die zeitnahe Entwicklung des Biotech-Sektors in Deutschland bzw. Europa ein?

Hinter Kizoo stehen vier Personen. Neben Michael Greve*) sind im Management seit der Gründung Frank Schüler und meine Person aktiv. In jüngster Vergangenheit wurde Kizoo durch Patrick Burgermeister verstärkt, der von der Venture Capital Gruppe BioMedPartners zu uns gestoßen ist.

*) Michael Greve und sein Bruder Matthias waren die Gründer von web.de und zählen zu den erfolgreichsten Gründern der deutsch-sprachigen Internet-Welt. Nach erfolgreichem Verkauf seiner Unternehmen gründete Michael den Frühphasen Investor Kizoo, er ist der Fonds-Sponsor.

Einen Biotech Sektor gibt es in Europa natürlich seit vielen Jahren inklusive eines Eco-Systems mit den großen Pharmafirmen als wichtigen Finanzierungsmotor. – Der neue Bereich Biotech Rejuvenation ist dagegen noch jung. Wir befinden uns im übertragenen Sinne kurz nach dem Urknall. Der Markt für Rejuvenation Biotechnologie in Europa mit 750 Millionen Menschen wird riesig sein. Unserer Einschätzung nach befinden wir uns erst wenige Sekunden nach dem Urknall der Entstehung dieses riesigen Marktes. Man kann sich selber fragen, wieviel Geld einem z.B. 10 zusätzliche gesunde Lebensjahre wert sein mögen? Ich vermute bei den meisten Menschen dürfte dieser Wert den Gegenwert eines Mobiltelefons überschreiten, aktuell ist Apple Inc., eine der wertvollsten Firmen der Welt.

Europa wird eine Rolle bei der Therapie-Entwicklung spielen und wir werden mit Kizoo in den nächsten Jahren unseren Beitrag leisten und europäische Startups unterstützen, auch wenn unsere ersten Rejuvenation Biotech Portfolio Firmen fast ausschließlich in den USA ansässig sind.

 

Über Matthias Hornberger

Matthias ist CFO von Kizoo. Er ist seit dem Börsengang von web.de im Jahre 2000 Teil des Führungsteams der Gruppe. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Investmentsektor und der umfassenden Kenntnis darüber, was erfolgreiche Geschäftsmodelle ausmacht, ist er kompetenter Ansprechpartner für junge Gründer. Nicht zuletzt bringt Matthias umfangreiche Kontakte in die High-Tech-Industrie und eine Vielzahl von lokalen und nationalen Netzwerken mit.
Vor seiner Zeit bei der AG arbeitete er für verschiedene Investmentbanken. Er hat Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten in Mannheim und Toronto studiert (Dipl.-Kfm.).

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