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3 Fragen an kluge Köpfe

Private Equity Trends 2020: Deutschland steht hoch im Kurs

Dazu 3 Fragen an Steve Roberts

PwC
Foto: Steve Roberts
25. Februar 2020

Deutsch­land ist bei inter­na­tionalen Inve­storen sehr beliebt. 2019 blieb die Zahl der Transak­tio­nen mit Private Equity-Beteil­i­­gung in Europa auf sehr hohem Niveau. Klar ist: Private Equity (PE) entwick­elt sich vom Boom zur Normal­ität, vor allem weil die Finanzierungs­form die Erwartun­gen von Inve­storen erfüllt. In der Folge wird der Wettbe­werb der PE-Häuser um die attrak­tivsten Deals härter.

1. Wie sehen Sie die Entwick­lung für Deutsch­land auf dem Private Equity-Sektor?

Der europäis­che Private Equity-(PE)-Markt blieb 2019 auf sehr hohem Niveau:
Im vergan­genen Jahr fanden in Europa insge­samt 2.515 Transak­tio­nen mit PE-Beteili­gung statt — 16 Prozent mehr als 2018. Finanz­in­ve­storen beteiligten sich mit insge­samt 260 Milliar­den Euro am Kauf und Verkauf von Unternehmen. Das Deal-Volu­men war damit nur leicht geringer als im Reko­rd­jahr 2018; damals waren es 262,1 Milliar­den Euro. Dies sind einige der Kern­ergeb­nisse unseres “Private Equity Trend Report 2020”. Für die Studie hat PwC 250 europäis­che PE-Inve­storen zu den wichtig­sten Branchen­trends befragt.
Resumee: Buyouts in Volu­men und Anzahl gestiegen, Exits weiter auf schwachem Niveau.

Insbeson­dere die Zahl der Unternehmen­skäufe (“Buyouts”) ist 2019 gestiegen. Das Transak­tionsvol­u­men wuchs dabei um 26 Prozent auf insge­samt 1.973 Deals, der Wert stieg um 15 Prozent auf insge­samt 200,7 Milliar­den Euro. Das liegt vor allem an dem hohen Niveau der Mega-Deals im Wert von mehr als einer Milliarde Euro und an der steigen­den Anzahl von Deals mit einem Transak­tion­swert zwis­chen EUR 500 Mio. und EUR 1 Mrd. 2019 fanden insge­samt 81 solcher Transak­tio­nen statt.

2. Es wurden zahlre­iche neue PE-Fonds einge­sam­melt, es gibt viel ‚Dry Powder’. Wo liegen jetzt die größten Heraus­forderun­gen für PE-Häuser?

Eine der größten Heraus­forderun­gen sehen die befragten Finanz­in­ve­storen im zunehmenden Wettbe­werb um geeignete Investi­tion­sziele. Zwei Drit­tel (66 Prozent) mein­ten, der Wettbe­werb zwis­chen den europäis­chen PE-Häusern habe 2019 zugenom­men. Schätzun­gen belaufen sich auf 2,3 Billio­nen Euro derzeit nicht-investiertes Kapi­tal. Der stetig steigende Wettbe­werb und die damit einherge­hen­den Bewer­tun­gen soll­ten normaler­weise zu gerin­geren Renditen führen. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Invest­mentziele nicht gestiegen. – Daher müssen PE-Häuser verstärkt oper­a­tiv die Ärmel hochkrem­peln und deren Unternehmen mit Hilfe von oper­a­tiven Verbesserun­gen, aber auch mit Einsatz von Digi­tal­isierungstools für inno­v­a­tive Verkauf­skanäle und Geschäfts­bere­iche, die Wert­gener­ierung über die Haltedauer hinweg steigern. Das bedeutet ein aktives Manage­ment ihrer Port­fo­lio-Unternehmen. Nur so können die exzel­len­ten Renditen, die GPs an deren LPs weit­ergeben, gehal­ten werden.

3. Wie wird Deutsch­land hinsichtlich künftiger PE-Invest­ments im Vergle­ich zu anderen Ländern bewertet?

Der deutsche PE-Markt ist, gemessen am Brut­toin­land­spro­dukt, deut­lich größer als etwa Großbri­tan­nien und Frankre­ich. Nicht­destotrotz, ist der deutsche Markt, gemessen an der Anzahl der PE Deals — kleiner.

80 Prozent der befragten europäis­chen Finanz­in­ve­storen beurteilen Deutsch­land hinsichtlich PE-Invest­ments mit “gut”, 38 Prozent davon sogar mit “sehr gut”. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) von ihnen hat in der Vergan­gen­heit bere­its in deutsche Unternehmen investiert, und beinahe alle Befragte (99 Prozent) planen, dies in den kommenden fünf Jahren zu tun. Deutsch­land steht bei den PE-Inve­storen derzeit hoch im Kurs! Insbeson­dere der deutsche Mittel­stand war in der Vergan­gen­heit eher zöger­lich beim Thema Private Equity.

Diese Haltung ändert sich allmäh­lich, sodass sich viele Inve­storen gute Chan­cen auf langfristige Invest­ments in Unternehmen mit sehr hoher Branch­en­ex­per­tise ausrechen. Das Poten­tial des deutschen Markts ist enorm und noch kaum ausgeschöpft.

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