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FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Private Equity in der Unternehmensnachfolge

Dazu 3 Fragen an Peter Kroha

INVISION Private Equity
Foto: Peter Kroha
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13. April 2016

Opti­male Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen in Unter­neh­men gibt es selten. Sie sind das Resul­tat einer geziel­ten Vorbe­rei­tung und einer profes­sio­nel­len Durch­füh­rung. Es ist wich­tig, früh­zei­tig mit der sorg­fäl­ti­gen Iden­ti­fi­ka­tion des rich­ti­gen Nach­fol­ge­part­ners zu beginnen.


Dazu 3 Fragen an Part­ner und Geschäfts­füh­rer INVISION Private Equity in Düsseldorf

1. Welche Themen stel­len sich, wenn bei der Unter­neh­mens­nach­folge ein Private Equity-Unter­neh­men eintritt? (opera­tive Weiter­füh­rung und die Kapitalnachfolge)

Beim Eintritt einer Betei­li­gungs­ge­sell­schaft im Rahmen einer Nach­fol­ge­re­ge­lung spielt die opera­tive Weiter­füh­rung des Unter­neh­mens die zentrale Rolle. Invi­sion hat sich auf Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen spezia­li­siert, und wir wissen daher, worauf es ankommt. Idea­ler­weise wird die opera­tive Nach­folge gemein­sam mit den Alt-Eigen­tü­mern gelöst. Die schei­den­den Gesell­schaf­ter bzw. Geschäfts­füh­rer soll­ten, sofern möglich, bei der Wahl der neuen opera­ti­ven Führung invol­viert sein, egal ob die Nach­folge intern oder extern gelöst wird. Es geht nämlich nicht nur um fach­li­che Kompe­tenz, sondern u.a. auch darum, Konti­nui­tät und Vertrauen zu gewähr­leis­ten sowie die bestehende Firmen­kul­tur zu verste­hen und weiter­zu­ge­ben. Die Mitar­bei­ter eines Fami­li­en­un­ter­neh­mens dürfen durch die Verän­de­rung der vertrau­ten Gesell­schaf­ter­struk­tur und dem Einstieg einer Betei­li­gungs­ge­sell­schaft nicht verun­si­chert werden. Betei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten tragen in Nach­fol­ge­si­tua­tio­nen viel Verant­wor­tung und müssen dieser gerecht werden, am besten durch Trans­pa­renz und Offen­heit. Die Basis für eine erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit ist eben Vertrauen und, obwohl unser wesent­li­cher „Rohstoff“ Kapi­tal ist, bleibt unser Geschäft letzt­lich ein „Perso­nen­ge­schäft“.

2. Zum Thema Busi­ness Deve­lo­p­ment: Wie gehen Sie vor, um poten­ti­elle Targets, also Unter­neh­men zu identifizieren?

Invi­sion ist seit vielen Jahren am Markt tätig, und wir haben uns in dieser Zeit ein umfang­rei­ches Netz­werk an Bera­tern und Kontak­ten aufge­baut, welche uns Betei­li­gungs­ideen brin­gen und mit denen wir eng zusam­men­ar­bei­ten. Unser klarer Inves­ti­ti­ons­fo­kus auf den deutsch­spra­chi­gen Mittel­stand und unsere lang­jäh­rige Erfah­rung mit erfolg­rei­chen Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen führen dazu, dass wir als geeig­ne­ter Inves­tor und Part­ner auch „empfoh­len“ werden. Selbst­ver­ständ­lich suchen wir aber auch pro-aktiv nach Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten. Wir versu­chen Unter­neh­men zu iden­ti­fi­zie­ren, die zu unse­ren Inves­ti­ti­ons­kri­te­rien passen und spre­chen die Eigen­tü­mer direkt an. Oft spre­chen wir viele Jahre mit Eigen­tü­mern, bevor wir uns am Unter­neh­men betei­li­gen. Da wir eine lösungs­ori­en­tierte Betei­li­gung anbie­ten, können wir durch­aus flexi­bel auf die Bedürf­nisse der Firmen­eig­ner einge­hen. Möchte z.B. ein Firmen­grün­der nur einen Teil seiner Gesell­schaft veräu­ßern, den Rest aber an seine Kinder verer­ben, so berück­sich­ti­gen wir diesen Wunsch. Flexi­bi­li­tät und auf die Bedürf­nisse der betrof­fe­nen Perso­nen einzu­ge­hen hilft uns, iden­ti­fi­zierte Ziel­ge­sell­schaf­ten in Betei­li­gun­gen umzuwandeln.

3. Es gibt sehr viel Liqui­di­tät am Markt, die Bewer­tun­gen sind hoch. Was ergibt sich daraus für Ihr Beteiligungsmanagement?

In der Tat, Zinsen sind so nied­rig wir noch nie zuvor und gute Anla­ge­mög­lich­kei­ten sind rar. In der Private Equity Bran­che spre­chen daher viele Mitstrei­ter von der berüch­tig­ten „golde­nen Nadel im Heuhau­fen“, wenn es darum geht gute, neue Betei­li­gun­gen zu finden. Dies hat nach dem Prin­zip „Nach­frage und Ange­bot“ als Konse­quenz, dass Bewer­tun­gen sehr hoch sind und voraus­sicht­lich auch noch einige Zeit blei­ben werden. Wir müssen daher diszi­pli­niert und mit Geduld investieren.
Nach­dem wir uns betei­ligt haben, müssen wir vor allem aktiv unsere Betei­li­gun­gen weiter­ent­wi­ckeln. Die Stra­te­gie der frühen 90er Jahre „buy low, sell high“ gibt es schon lange nicht mehr. Wir sind ange­hal­ten, durch verschie­dene Mass­nah­men unsere Betei­li­gun­gen zu verbes­sern, z.B. durch Zusatz­ak­qui­si­tio­nen. Insge­samt verfol­gen wir bei Invi­sion einen sehr struk­tu­rier­ten Ansatz, der im Wesent­li­chen 5 Berei­che durch­leuch­tet und adres­siert: (i) Umsatz­stei­ge­rung, (ii) Kosten­op­ti­mie­rung, (iii) Liqui­di­täts­ver­bes­se­rung, (iv) die stra­te­gi­sche Posi­tio­nie­rung und (v) ordent­li­che Corpo­rate Governance.

 


 

Über Peter Kroha

Peter Kroha hat zum 1. Septem­ber 2014 seine neue Posi­tion bei Invi­sion ange­tre­ten. Er eröff­nete für die Gesell­schaft ein neues Büro in Düssel­dorf, um ihre Inves­ti­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten in Deutsch­land weiter zu entwi­ckeln. Zuvor war Peter Kroha über 15 Jahre bei Montagu Private Equity LLP, eine pan-Euro­päi­sche Betei­li­gungs­ge­sell­schaft, in verschie­de­nen Funk­tio­nen tätig. Zunächst war er im Londo­ner Büro und wech­selt dann nach Düssel­dorf wo er über 10 Jahre Monta­gus Akti­vi­tä­ten in der Region Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz leitete. Bei Montagu war er für eine Reihe sehr erfolg­rei­cher Betei­li­gun­gen in verschie­de­nen Sekto­ren verant­wort­lich. Peter Kroha war zudem Mitglied des Inves­ti­ti­ons­ko­mi­tees und der Manage­ment Gruppe von Montagu. Er war auch beim Fund­rai­sing betei­ligt, u.a. für den Montagu IV Fond, mit einem Gesamt­vo­lu­men von €2.5Mrd. Vor seiner Zeit bei Montagu, war Peter Kroha in London in der Abtei­lung für Mezza­nine-Finan­zie­rung der HSBC Bank tätig.
Peter Kroha hat sein Jura Studium in England abge­schlos­sen, ein Legal Prac­ti­cing Certi­fi­cate vom College of Law in Ches­ter, sowie ein BWL Diplom von der Euro­pean Busi­ness School.

Über Invi­sion Capital

Invi­sion ist eine führende, in der Schweiz und Deutsch­land ansäs­sige Private Equity Gesell­schaft mit Fokus auf kleine und mittel­grosse Unter­neh­men in Europa, insbe­son­dere der DACH-Region. Seit 1997 hat Invi­sion in über 50 Unter­neh­men inves­tiert, diese bei der Reali­sie­rung ihrer Wachs­tums­po­ten­ziale unter­stützt und sie für nach­hal­ti­gen Erfolg positioniert.

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