ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Finanzierungen deutscher Biotechs

Dazu 3 Fragen an Marco Janezic

Eter­ny­gen GmbH
Foto: Marco Janezic
Weitere Inter­views
18. Januar 2017

Die deut­sche Biotech-Bran­che will 2017 mehr Perso­nal einstel­len und inves­tie­ren. Auch die Finan­zie­rungs­si­tua­tion hat sich auf einem hohen Niveau stabi­li­siert. Das zeigen die Ergeb­nisse einer gemein­sa­men Umfrage von BIO Deutsch­land und |tran­skript.
Zwei Drit­tel der befrag­ten Firmen schät­zen die aktu­elle Geschäfts­lage als gut ein, 54% erwar­ten für 2017 zudem eine weitere Verbes­se­rung. Demnach bewe­gen sich die Inves­ti­tio­nen in deut­sche Biotech-Firmen im Jahr 2016 mit 505 Mio. Euro wieder auf einem hohen Niveau, auch wenn im Vergleich zum Rekord­jahr 2015 ein Rück­gang von 8% zu verzeich­nen ist (550 Mio. Euro). 


Dazu 3 Fragen an CEO von Eter­ny­gen GmbH in Berlin

1. Sie haben gerade eine bemer­kens­werte 8 Millio­nen Euro-Series A Finan­zie­rung für Eter­ny­gen geschlos­sen. Was bitte macht Eter­ny­gen genau?

Die Eter­ny­gen GmbH ist eine im Jahre 2012 gegrün­dete Unter­neh­mung zur Entwick­lung von Wirk­stof­fen zur Bekämp­fung von meta­bo­li­schen Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen, wie Diabe­tes, Adipo­si­tas, nicht-alko­ho­li­sche Fett­le­ber etc. Der neuar­tige Ansatz ist die Modu­la­tion des in der Leber expri­mier­ten INDY-Gens welches aus der Lang­le­big­keits­for­schung kommt. (INDY = I am Not Dead Yet). In der Tat hat die Modu­la­tion des Gens im Tier­mo­dell auch stark posi­tive Effek­ten auf die Lang­le­big­keit verschie­de­ner Species.

2. Mit welchen Schwie­rig­kei­ten hat ein Biotech-Unter­neh­men wie Eter­ny­gen in Deutsch­land beim Fund­rai­sing zu kämpfen?

Deut­sche VC Inves­to­ren haben sich fast komplett aus der Früh­pha­sen­fi­nan­zie­rung von drug-deve­lo­p­ment-Projek­ten zurück­ge­zo­gen und stei­gen typi­scher Weise erst kurz vor den klini­schen Phasen ein. Auslän­di­sche (haupt­säch­lich angel­säch­si­sche) Früh­pha­sen-Inves­to­ren hinge­gen inves­tie­ren zwar in frühe Phasen aber eigent­lich nur in ihren Heimat­märk­ten. Um aus diesem Dilemma auszu­bre­chen, muss­ten wir ein Konsor­tium aus unse­ren bestehen­den Inves­to­ren, einem deut­schen Forschungs­un­ter­neh­men (Evotec AG) und einem US-/UK-VC schmie­den. Die Evotec AG ist ein welt­weit führen­des börsen­no­tier­tes Wirk­stoff­ent­wick­lungs­un­ter­neh­men und hat schon in der ersten Phase der Entwick­lung als „prefer­red part­ner“ Entwick­lungs­leis­tun­gen für die Eter­ny­gen erbracht. Das Evotec nun auch als Inves­tor bei Eter­ny­gen einge­stie­gen ist und die bestehen­den Inves­to­ren wieder inves­tiert haben, war letzt­end­lich so ein star­kes Signal, dass wir auch Epidarex Capi­tal aus UK als Lead Inves­tor gewin­nen konnten.

3. Wie kommt es, daß mehr auslän­di­sche Inves­to­ren an Eter­ny­gen inter­es­siert waren und inves­tiert haben als deutsche?

Die Risi­ko­be­reit­schaft auslän­di­scher Inves­ti­tio­nen auch frühe Entwick­lungs­ri­si­ken in der Wirk­stoff­ent­wick­lung zu tragen ist in UK und USA stär­ker ausge­prägt. Das hat verschie­dene Gründe: zum einen sehen sich Inves­to­ren aus diesen Regio­nen stär­ker als Mit-Unter­neh­mer, die das Unter­neh­men sehr aktiv mit Rat, Tat und Netz­werk unter­stüt­zen, um damit das eigene Risiko zu mini­mie­ren. Zum ande­ren sind die Fonds­vo­lu­mina meist etwas größer ausge­legt, so dass sie frühe Entwick­lungs­pro­jekte auch aus Eigen­mit­teln bis in die klini­schen Phasen finan­zie­ren könnten.

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