Das heutige Geschäftsmodell der Banken ist tot

25. Juli 2018 - Das Thema der Unternehmensfinanzierung hat heute viele Facetten. Konsequenterweise führen Digitalisierungsprozesse zu automatischen Kreditentscheidungen und zu einem Wegfall von bisher vertrauten Angeboten der Banken. Die Unternehmensfinanzierung ändert sich allein aus diesem Grund für immer. Die aktuelle Industriealisierung im Finanzierungsmarkt liefert – veranlasst durch den Gesetzgeber – Vertrags- und Liquiditätsvorteile für die Unternehmens- und Exportfinanzierung. - Wie können die Finanzierungsstrukturen großer und mittlerer Unternehmen an die neuen Möglichkeiten angepasst werden?

Dazu 3 Fragen an
Gabriele Romeike-Fänger

Gabriele Romeike-Fänger, Geschäftsführerin von Financial Projects in Mülheim an der Ruhr
grf@financialprojects.de

25. Juli 2018

1 - Wie muss sich die Finanzierungsstruktur eines Unternehmens ändern, wenn keine Banken-Finanzierung zur Verfügung steht?

Der Finanzierungsmarkt hat sich schon seit längerem zugunsten der Unternehmen und damit weg von den Banken gedreht. Heute ist das Unternehmen nicht mehr Nachfrager nach Kredit, sondern Anbieter von Assets. Ein Anbieter kann konsequent bei den Finanzierungsinstituten seine Anfragen „ausschreiben“, d. h. Konditionen und sonstige Bedingungen festlegen und die Anfrage in den Finanzierungsmarkt zur Entscheidung geben. Dabei werden vorzugsweise diejenigen Institute angefragt, die nach den Regularien der BaFin die höchste Liquidität zu den einzelnen Sicherheiten wie Forderungen und Equipment (Assets) auskehren dürfen. Das sind die über hervorragende IT-Standards verfügenden Finanzdienstleistungsinstitute und für Immobilienfinanzierungen neben Banken vor allem die Versicherungen und Pensionskassen.

2 - Welche Vorgehensweise würden Sie dann einem Unternehmen empfehlen?

Zunächst sind die bisher bestehenden Bankenverträge auf Durchlässigkeit hinsichtlich der Freigabe von Sicherheiten und Ausdehnungspotential zu überprüfen, vor allem wenn das Unternehmen in der digitalen Finanzierungswelt mithilfe von Finanzdienstleistungsinstituten noch nicht angekommen ist.

Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, wird jede Neufinanzierung z. B. für Equipment, Immobilien oder für working capital mit marktgängigen Bedingungen bei den Instituten ausgeschrieben. Dazu werden die Kreditanträge vorgefertigt und gleichlautend – je nach Assetklasse – an die Finanzdienstleistungsinstitute, Banken oder Versicherungen versendet.

3 - Wie lauten Ihre Empfehlungen, um die eigene Vorgehensweise zu optimieren?

Solange keine ausreichende Erfahrung darin besteht, Kreditanträge „auszuschreiben“, die realistisch und passend zu vorhandenen Verträgen aufgebaut sind, sollten sich die CFOs / Finanzchefs unterstützen lassen. Auch fehlt oft noch der Überblick bei den Unternehmen darüber, welches Institut welche Anforderungen an das einzureichende Material stellt und strategisch oder regulatorisch bedingte Einschränkungen in der Finanzmittelvergabe vorgibt.

Insgesamt muss festgestellt werden, dass – ähnlich wie in der Versicherungsbranche – ein professioneller Makler/Berater konditionell und vertraglich Vorteile verhandeln kann und oft auch schneller ist, zumal er die Verhandlungsspielräume kennt. Auch kann in der Regel auf Gespräche, die nicht immer volle Transparenz aufweisen, innerhalb der Regionalvertriebsstrukturen der Finanzierungsinstitute verzichtet werden.

 

 

Über Financial Projects

Financial Projects ist seit 12 Jahren im Markt und bietet high end–Corporate Finance–Beratung. Die Umsätze der Mandanten liegen zwischen EUR 50 Mio. und EUR 1.500 Mio. Neben der Betreuung von Dauermandanten wird in den Bereichen Equipment Finance und working capital einzelanfragebezogen ausgeschrieben und platziert. – Solche Anfragen erreichen Financial Projects über die Webseite und über die Vertriebsstrukturen der Vendor Finance Mandanten. Weitere Informationen finden Sie auf www.financialprojects.de .

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