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3 Fragen an kluge Köpfe
Foto: Axel Deniz

Bosch Business Innovations entwickelt mit € 200 Millionen neue Geschäftsideen in Start-ups

Dazu 3 Fragen an Axel Deniz

Bosch Busi­ness Inno­va­tions, Stuttgart
Foto: Axel Deniz
4. Mai 2026

Bosch stellt € 200 Millio­nen für seinen haus­ei­ge­nen Venture Buil­der. Während andere Konzerne ihre Inku­ba­to­ren dicht­ma­chen, will der Stutt­gar­ter Hard­­ware-Riese externe Grün­der anlo­cken und Deep­T­ech-Inno­­va­­tio­­nen ausgrün­den. Ein viel­ver­spre­chen­des Modell für Deep­T­ech-Start-ups. Dazu 3 Fragen an Axel Deniz, Geschäfts­füh­rer von Bosch Busi­ness Inno­va­tions, Stuttgart.

1. Wie kam es, daß BOSCH jetzt erneut 200 Millio­nen für den haus­ei­ge­nen Venture Buil­der zur Verfü­gung stellt?

Inno­va­tio­nen und der Aufbau von neuen Geschäfts­fel­dern haben Bosch zum heuti­gen Tech­no­lo­gie­füh­rer gemacht. Um seine Inno­va­ti­ons­land­schaft weiter auszu­bauen, inves­tiert das Unter­neh­men in den nächs­ten fünf Jahren rund 200 Millio­nen Euro in seine Toch­ter­ge­sell­schaft Bosch Busi­ness Inno­va­tions. Als Corpo­rate Venture Buil­der entwi­ckelt die Einheit neue Geschäfts­ideen jenseits des heuti­gen Kern­ge­schäfts und baut daraus Start-ups von der Früh­phase an auf.  — Ziel ist es, diese syste­ma­tisch zur Markt­reife zu führen und auch neue führende Geschäfts­mo­delle für Bosch zu entwickeln.

2. Wie wollen Sie vorge­hen, wie sieht die Stra­te­gie aus?

Bosch Busi­ness Inno­va­tions hat in Über­ein­stim­mung mit der Bosch-Stra­te­gie Geschäfts­fel­der defi­niert, in die vorran­gig inves­tiert werden soll und bei denen die Markt­dy­na­mik sowie die Kompe­ten­zen und tech­no­lo­gi­sche Exper­tise von Bosch opti­mal zusam­men­pas­sen. Dies sind zu Beginn die soft­ware­ge­steu­erte Ferti­gung, medi­zi­ni­sche Fern­über­wa­chung sowie die Abschei­dung, Nutzung und Spei­che­rung von Treib­haus­ga­sen. Weitere Geschäfts­fel­der sind in den kommen­den vier Jahren geplant. Ziel ist es, bis 2030 rund 20 erfolg­rei­che Start-ups opera­tiv tätig zu haben.

Unser Ziel ist es, syste­ma­tisch neue Ideen jenseits des heuti­gen Kern­ge­schäfts aufzu­bauen. Hierzu setzen wir auf die Stär­ken von Bosch, insbe­son­dere die tech­no­lo­gi­sche Exper­tise und die Patent­kraft. Diesen struk­tu­rel­len Vorteil eines Groß­un­ter­neh­mens kombi­nie­ren wir mit der Schnel­lig­keit und Flexi­bi­li­tät aus der Start-up-Welt.

3. Sie wollen eine schnelle Markt­reife von Inno­va­tio­nen mit Part­ner­schaf­ten erreichen?

Wir setzen bei Bosch Busi­ness Inno­va­tions auf ein part­ner­schaft­li­ches Modell. Gemein­sam mit erfah­re­nen (exter­nen) Venture Studios baut Bosch neue Geschäfts­ideen von Grund auf und führt sie schnell zur Markt­reife. Dabei kombi­niert Bosch gezielt seine eige­nen Stär­ken – von tech­no­lo­gi­scher Exper­tise und Patent­kraft bis hin zu indus­tri­el­ler Skalie­rung – mit der Umset­zungs­ge­schwin­dig­keit und Venture-Buil­ding-Exper­tise exter­ner Part­ner. So entsteht ein Modell, in dem Chan­cen und Risi­ken bewusst geteilt werden und Inno­va­tion konse­quent in die Umset­zung kommt.

Im Zentrum stehen dabei die Grün­de­rin­nen und Grün­der: Bosch Busi­ness Inno­va­tions steht gezielt auch exter­nen Unter­neh­mer­per­sön­lich­kei­ten offen und ermög­licht ihnen einen entschei­den­den Vorsprung. Sie werden früh­zei­tig am Unter­neh­men betei­ligt, über­neh­men Verant­wor­tung und gestal­ten von Anfang an aktiv mit. Ergän­zend werden externe Inves­to­ren früh­zei­tig einge­bun­den, um zusätz­li­ches Kapi­tal und Markt­zu­gang zu erschlie­ßen. Flan­kiert wird der Ansatz durch spezia­li­sierte Part­ner, die Markt- und Tech­no­lo­gie­trends einbrin­gen und den Zugang zu inter­na­tio­na­len Grün­der-Ökosys­te­men ermöglichen.

Ein wich­ti­ger Meilen­stein gelang beispiels­weise Ende 2025 mit Bosch Advan­ced Cera­mics: Der Spezia­list für kera­mi­schen 3D-Druck wurde erfolg­reich an Sinto­ko­gio, einen führen­den Anbie­ter von Indus­trie­an­la­gen und Ferti­gungs­lö­sun­gen, veräußert.

 

Axel Deniz ist Geschäfts­füh­rer von Bosch Busi­ness Inno­va­tions, Stuttgart/ Böblin­gen. Vor seiner Tätig­keit bei Bosch Busi­ness Inno­va­tions war Axel Deniz bei PwC Deutsch­land als Direc­tor Corpo­rate Deve­lo­p­ment & Inno­va­tion und Head of Stra­tegy tätig, wo er die unter­neh­mens­wei­ten Open-Inno­va­tion-Programme aufbaute und die Stra­te­gie für das globale Ökosys­tem­pro­gramm des welt­wei­ten PwC-Netz­werks leitete.

Axel Deniz grün­dete und leitete mehrere Start-ups, darun­ter Euro­pas ersten Factory-to-Consu­mer-Markt­platz für Möbel und Wohn­ac­ces­soires. Außer­dem war er Mitbe­grün­der mehre­rer Boutique-Bera­tungs­un­ter­neh­men für digi­tale Produkt­ent­wick­lung, digi­tale Trans­for­ma­tion und Unter­neh­mens­be­ra­tung. — Seine akade­mi­sche Lauf­bahn umfasst ein Diplom in Kultur­ar­beit an der Fach­hoch­schule Pots­dam, ein Studium im Bereich Arts, Enter­tain­ment & Media Manage­ment am Colum­bia College Chicago sowie ein Programm im Bereich Digi­tal Product Manage­ment an der Stan­ford Conti­nuing Studies.

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