ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Asset Based Finance – krisentaugliche Alternative zum Kredit

Dazu 3 Fragen an Carl-Jan von der Goltz

Matu­rus Finance
Foto: Carl-Jan von der Goltz
12. Januar 2021

Banken sind derzeit sehr aktiv in der Kred­itver­gabe – schließlich übern­immt der Staat im Zuge der Corona-Hilfen das Ausfall­risiko zu 90 oder gar zu 100 Prozent. Doch dies wird mittel- bis langfristig nicht so bleiben, denn die staatliche Unter­stützung endet in abse­hbarer Zeit. Dann werden sich viele Häuser in der Neuver­gabe wieder bedeck­ter halten. Zudem steht für Unternehmen natür­lich irgend­wann auch die Rück­zahlung der erhal­te­nen Hilf­skred­ite an. Angesichts dessen ist jeder Unternehmer bei geplanten Finanzierungsvorhaben gut beraten, sich über mögliche Alter­na­tiven zu informieren. Asset Based Finance etwa rückt bei Mittel­ständlern immer stärker ins Bewusst­sein, denn es eröffnet sowohl in stabilen Phasen als auch in Krisen­zeiten viele Hand­lungsspiel­räume.

1. Wenn Banken nicht mehr mitziehen, welche nahe­liegen­den Möglichkeiten hat ein Unternehmen dann?

Viele Firmen, gerade produzierende Betriebe oder Händler, verfü­gen über einen umfan­gre­ichen Bestand an Maschi­nen, Fahrzeu­gen und Rohstof­fen oder über gut gefüllte Waren­lager. In der klas­sis­chen Finanzierung spie­len diese Assets oft keine auss­chlaggebende Rolle, obwohl sie teils enorme Werte im Unternehmen binden. Mit Ansätzen wie Sale & Lease Back lassen sich jedoch genau solche Vermö­gens­ge­gen­stände – beispiel­sweise gebrauchte Maschi­nen­parks – nutzen, um im Rahmen einer reinen Innen­fi­nanzierung Liquid­ität zu erzeu­gen. Dazu verkauft ein Unternehmen die entsprechen­den Assets und least sie sofort im Anschluss zurück. So erhält es neue Mittel und kann die Maschi­nen dennoch unun­ter­brochen weit­er­nutzen.

Ein anderes Beispiel: Besitzt etwa ein Online­händler ein reich­haltiges Umlaufver­mö­gen, kann er auf das Modell Asset Based Credit zurück­greifen. Diese objek­t­basierten Kred­ite erlauben es, das eigene Waren­lager, Rohstoffe, Handel­swaren, Sach­w­erte oder Grund­schulden als Sicher­heiten einzuset­zen.

2. Was bringt das den Unternehmen genau?

Durch diese Asset-basierten Modelle eröff­nen sich oft mehr Finanzierung­sop­tio­nen als bei klas­sis­chen Darlehen – etwa im Abfed­ern von Engpässen, in der Auftragsvor­fi­nanzierung, bei Über­brück­ungskred­iten, bei Nach­fol­gen oder Akqui­si­tio­nen, im Wach­s­tum, in der Erneuerung von Geschäftsmod­ellen und ‑abläufen und selbst in der Restruk­turierung oder Sanierung. Denn für die objek­t­basierte Finanzierung spielt die Bonität eines Betriebes höch­stens eine Neben­rolle. Durch Sale & Lease Back sowie Asset Based Credit steht schnell und flex­i­bel Liquid­ität bereit, die den unternehmerischen Spiel­raum selbst in den genan­nten Sonder­si­t­u­a­tio­nen erweit­ert. Betriebe können ihre Finanzierungsstruk­tur so weiter ausd­if­feren­zieren und verringern die Abhängigkeit von einem einzel­nen Finanz­di­en­stleis­ter. Mit einem strate­gis­chen Mix stellen sie sich auf unter­schiedliche Szenar­ien ein und können auch in künfti­gen Krisen finanz­seitig schnell reagieren. Durch den opti­mierten und effek­tiven Abwick­lung­sprozess muss ein Unternehmen bei einer objek­t­basierten Finanzierung nicht lange auf die benötigten Mittel warten. Sind entsprechende werthaltige Assets vorhan­den, kann die jeweilige Summe meist bere­its nach weni­gen Wochen bere­it­gestellt werden. Der Prüf­prozess der Maschi­nen und Güter ist bei Sale & Lease Back sowie Asset Based Credit hoch profes­sion­al­isiert und so ausgerichtet, dass er keinen Einfluss auf das oper­a­tive Geschäft nimmt.

3. Wie schätzen Sie die näch­sten ein bis zwei Jahre ein? Welche Heraus­forderun­gen warten auf die Finanzierung von KMU?

Die näch­ste Zeit wird weit­er­hin durch Corona, Unsicher­heiten, Einschränkun­gen und Einschnitte geprägt sein. Wir erwarten insge­samt schwierige Monate für KMU. Bisher ist die befürchtete Insol­ven­zwelle zwar ausge­blieben – vor allem wegen der umfan­gre­ichen Hilf­s­maß­nah­men und staatlichen Inter­ven­tio­nen. Experten sind jedoch überzeugt, dass sich die Krise in abse­hbarer Zeit auch in massiv steigen­den Restruk­turierun­gen nieder­schla­gen wird. Schon jetzt wächst die Zahl der Unternehmen, die durch Hilf­skred­ite, Zahlungsauf­schub und Kurzarbeit „künstlich“ am Leben gehal­ten werden, in besorgnis­er­weck­en­dem Umfang. Aber auch Firmen, die bisher noch solide aufgestellt sind, werden an Struk­tur, Abläufen und Geschäftsmod­ell arbeiten müssen. Denn Corona hat die Märkte nach­haltig verän­dert und die Verschiebung hin zum Digi­talen noch einmal beschle­u­nigt.

Die Haus­bank wird hier künftig nicht immer Lösun­gen bere­i­thal­ten können. Denn auch am klas­sis­chen Finanzierungs­markt wird die Pandemie nicht spur­los vorüberge­hen: Die Häuser rech­nen mit Zahlungsaus­fällen bei ihren Unternehmen­skun­den und einem entsprechend erhöhten Abschrei­bungs­be­darf. Das wird die Vergabepoli­tik sicher nach­haltig beein­flussen. Viele Finanzierer werden bei neuen Kred­iten sehr zöger­lich agieren und sich aus beson­ders betrof­fe­nen und konjunk­turempfind­lichen Branchen weitest­ge­hend zurückziehen: Veranstal­ter, Gast­gewerbe, Einzel­han­del, Auto­mo­bil- und Zulieferindus­trie, Maschi­nen­bau und andere. Entsprechend wächst bei den Unternehmern der Bedarf an alter­na­tiven Finanzierungsmöglichkeiten über Kred­it­plat­tfor­men, Factor­ing, Debt Fonds oder über Asset-basierte Modelle.

 

 

Über Matu­rus Finance

Die Matu­rus Finance GmbH ist eine banke­nun­ab­hängige Finanzierungs­ge­sellschaft und bietet inno­v­a­tive Wege der Unternehmens­fi­nanzierung. Der Finanz­di­en­stleis­ter ist Ansprech­part­ner für mittel­ständis­che Produk­tions­be­triebe und Händler, die im Rahmen ihrer aktuellen Finanzierungsstruk­tur Alter­na­tiven zu beste­hen­den Bankverbindun­gen suchen. Finanzierungslö­sun­gen werden ab einem Volu­men von 250 TEUR und bis zu 15 Millio­nen EUR ange­boten, in Einzelfällen auch darüber hinaus. Dies korre­spondiert in der Regel mit Umsatz­größen der Unternehmen von circa fünf Millio­nen bis 200 Millio­nen EUR. Die Matu­rus Finance GmbH hat ihren Haupt­sitz in Hamburg, Deutsch­land, und ist seit 2015 auch in Öster­re­ich v

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