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Management-Buy-out: DBAG investiert in Karl Eugen Fischer

Frankfurt am Main – Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) beteiligt sich an der Karl Eugen Fischer GmbH (KEF), dem weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung und die Herstellung von Schneidanlagen für die Reifenindustrie. Im Rahmen eines Management-Buy-outs wird der von der Deutschen Beteiligungs AG beratene DBAG Fund VII die Mehrheit der Anteile erwerben; sie werden von Fonds veräußert, die von Equistone Partners Europe beraten werden. Die DBAG wird für ihre Co-Investition zunächst bis zu 23,5 Millionen Euro investieren. Auf sie entfallen in der Zielstruktur künftig durchgerechnet rund 20 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Weitere Anteile neben dem DBAG Fund VII wird das Management des Unternehmens halten. Der Vollzug des gestern unterzeichneten Kaufvertrags ist für Ende dieses Monats vorgesehen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit dem jüngsten Erwerb strukturiert der DBAG Fund VII das vierte MBO seit Beginn der Investitionsperiode des Fonds im Dezember 2016. Mit einem Volumen von gut einer Milliarde Euro ist er der größte Private-Equity-Fonds, den eine deutsche Private-Equity-Gesellschaft initiiert hat und berät. Nach vier Transaktionen ist nun rund ein Drittel der Investitionszusagen gebunden.

Reifenhersteller konfektionieren mit den von KEF (www.kefischer.de) produzierten Maschinen hauptsächlich mit Gummi beschichtete Stahldraht- und Gewebeschichten (sogenanntes kalandriertes Cordmaterial) für Reifenkarkassen und Reifengürtel. Diese Schichten bilden das tragende Gerüst des Reifens und verleihen ihm Form und Fahrstabilität. Sie werden mit Anlagen aus KEF-Maschinen präzise geschnitten. Seit der Entwicklung der ersten Stahlcord-Schneideanlage 1970 ist eine „Fischeranlage“ zu einem Gattungsnamen geworden: Neun der zehn erfolgreichsten Reifenhersteller weltweit vertrauen inzwischen auf die Maschinen des Unternehmens, dessen globaler Marktanteil rund 70 Prozent beträgt. Produziert wird am Firmensitz in Burgkunstadt (Oberfranken), wo mehr als 500 der insgesamt 545 Mitarbeiter beschäftigt sind. In den USA und in China gibt es jeweils eine Vertriebs- und Servicegesellschaft. 2017 wurden 83 Millionen Euro umgesetzt.

Schneidanlagen sind entscheidend für den reibungslosen Produktionsablauf. KEF-Maschinen sind dabei technologisch führend: Sie zeichnen sich etwa durch hohe Präzision und geringe Materialverluste aus, beides wichtige Erfolgsfaktoren. Mit einer hohen Wertschöpfungstiefe stellt KEF sicher, dass die jeweils auf die Kundenbedürfnisse angepassten Maschinen in der gewünschten Qualität und im Zeitrahmen geliefert werden können. Das Unternehmen arbeitet mit seinen Kunden seit Jahrzehnten in der Entwicklung der Maschinen zusammen und ist für etliche Reifenhersteller bevorzugter Lieferant. Auf Basis der herausragenden technologischen Position soll KEF von der steigenden Nachfrage nach Reifen und damit nach entsprechenden Produktionsanlagen profitieren. Dazu wird im kommenden Jahr in den Ausbau der Kapazitäten investiert, zum Beispiel mit dem Bau einer weiteren Montagehalle in Burgkunstadt.

Maschinen- und Anlagenbau und Automobilzulieferer sind zwei der vier Kernsektoren der Deutschen Beteiligungs AG; allein in den vergangenen zehn Jahren hat die DBAG in zehn Unternehmen aus diesen beiden Sektoren investiert. „Mit unserer Erfahrung und unserem Fokus auf Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen sind wir der ideale Partner für das Unternehmen“, kommentiert Dr. Rolf Scheffels, Vorstandsmitglied der DBAG, die Transaktion. „Wir sehen angesichts der Investitionspläne der Reifenhersteller und der Marktentwicklung weiteres Potenzial für Karl Eugen Fischer“, so Dr. Scheffels weiter.

„Unser Unternehmen profitiert seit der Veräußerung durch die Gründerfamilie vor mehr als zehn Jahren von der Begleitung durch Private Equity-Fonds – sie haben unser Geschäft unterstützt“, erläutert Simone Thies. Die kaufmännische Geschäftsführerin verweist dazu auf das Wachstum von Umsatz und Zahl der Beschäftigten seit 2005 von durchschnittlich fünf Prozent jährlich. Und weiter: „Wir sind sicher, dass wir auch mit der DBAG die Chancen nutzen können, die nicht nur im Marktwachstum, sondern angesichts der großen Zahl installierter Anlagen auch in einem weiteren Ausbau des Servicegeschäfts liegen.“

Berater DBAG: Gleiss Lutz
Für die Compliance-Beratung der DBAG war ein Gleiss Lutz-Team um Dr. Eike Bicker (Federführung, Partner) tätig, dem unter anderem die folgenden Juristen angehörten: Marina Stoklasa, Domingo de Prada, Dr. Christoph Skoupil (alle Compliance, Frankfurt), Dr. Moritz Holm-Hadulla (Partner), Dr. Dominik Braun, Dr. Vanessa Gehle (alle Kartellrecht, Stuttgart).
Bei der Deutschen Beteiligungs AG hat Herr Florian Döring (General Counsel) die Akquisition beraten und den Prozess koordiniert.

Gleiss Lutz berät die DBAG und andere internationalen und nationale Private Equity-Investoren regelmäßig bei der Beteiligung an zukunftsträchtigen Unternehmen, auch im Bereich des Venture Capital.

Über die DBAG
Die Deutsche Beteiligungs AG ist eine börsennotierte Private-Equity-Gesellschaft. Wir initiieren geschlossene Private-Equity-Fonds: Die DBAG-Fonds ermöglichen es institutionellen Anlegern, in das Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Instrumente von nicht börsennotierten Unternehmen zu investieren. Die DBAG berät beziehungsweise verwaltet diese Fonds. Das heißt: Sie sucht, prüft und strukturiert Beteiligungsmöglichkeiten. Wir verhandeln Beteiligungsverträge, begleiten die Portfolio-Unternehmen während der Beteiligungszeit und gestalten den Veräußerungsprozess. Mit den Mitteln aus unserer eigenen Bilanz coinvestieren wir an der Seite dieser DBAG-Fonds. Eine Aktie der DBAG verschafft damit den Zugang zu einem Portfolio nicht börsennotierter Unternehmen und zugleich zu einem erfolgreichen Fonds-Beratungsgeschäft.

Unser Fokus liegt auf dem Mittelstand. Ihre Geschäftsmodelle und Märkte sind es, mit denen wir uns seit Jahrzehnten beschäftigen.

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