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DBAG-Portfoliounternehmen Sero erwirbt Semecs

Kate­go­rie: Private Equity
Foto: Sero GmbH auch im Bereich Medi­zin­tech­nik aktiv
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4. Mai 2021

Frank­furt am Main — Die Sero GmbH (Sero), ein Unter­neh­men aus dem Port­fo­lio des DBAG Fund VII, erwirbt die Solid Semecs B.V. Das nieder­län­di­sche Unter­neh­men ist wie Sero ein Entwick­­lungs- und Ferti­gungs­dienst­leis­ter für EMS (Elec­tro­nic Manu­fac­tu­ring Services, komplette Auftrags­fer­ti­gung elek­tro­ni­scher Baugrup­pen, Geräte und Systeme) und tritt als Semecs am Markt auf. Für den Kauf wird der DBAG Fund VII rund 16 Millio­nen Euro inves­tie­ren; davon entfal­len 3,6 Millio­nen Euro auf den Anteil der Deut­schen Betei­li­gungs AG (DBAG).

Ziel der Ende vergan­ge­ner Woche verein­bar­ten Trans­ak­tion sind die Verbrei­te­rung der Kunden­ba­sis, die Erschlie­ßung neuer Abneh­mer­bran­chen und eine Auswei­tung der Produk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten mit einem Stand­ort in Osteu­ropa. Verkäu­fer ist die nieder­län­di­sche Gesell­schaft Rade­ma­ker Beheer B.V. Die dahin­ter­ste­hende Fami­lie enga­giert sich primär im Bereich Maschi­nen für Groß­bä­cke­reien, Semecs Akti­vi­tä­ten liegen entspre­chend außer­halb ihres Kern­ge­schäfts. Der Kauf steht unter dem Vorbe­halt der Zustim­mung der Kartell­be­hör­den; der Abschluss der Trans­ak­tion wird bis zur Jahres­mitte erwartet.

Der von der DBAG bera­tene DBAG Fund VII hatte sich im Novem­ber 2018 im Rahmen eines Mana­ge­­ment-Buy-outs an Sero betei­ligt. Die DBAG hatte an der Seite des Fonds rund elf Millio­nen Euro co-inves­­tiert. Auf sie entfal­len 21 Prozent der Anteile an Sero. Die aktu­elle Trans­ak­tion ist inner­halb der vergan­ge­nen zwölf Monate der sieb­zehnte Unter­neh­mens­zu­kauf, den ein Unter­neh­men aus dem DBAG-Port­­fo­­lio struk­tu­riert. Ziel ist dabei ganz über­wie­gend die Beschleu­ni­gung der Wert­ent­wick­lung der jewei­li­gen Port­fo­li­oun­ter­neh­men, zum Beispiel durch die Verbrei­te­rung des Produkt­an­ge­bots und der regio­na­len Abde­ckung oder durch eine Konso­li­die­rung des Marktes.

Semecs (www.semecs.com) bestückt Leiter­plat­ten für viel­fäl­tige Anwen­dun­gen und hat sich zudem auf gängige Montage‑, Kali­­brie­­rungs- und Prüf­dienst­leis­tun­gen spezia­li­siert. Das Unter­neh­men mit Sitz in Uden/Niederlande beschäf­tigt 480 Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter, davon 450 in dem 2012 errich­te­ten Produk­ti­ons­stand­ort in Vráble/Slowakei. Für das laufende Jahr erwar­tet das Unter­neh­men rund 72 Millio­nen Euro Umsatz.

Die von Semecs in über­wie­gend klei­ne­ren Stück­zah­len gefer­tig­ten elek­tro­ni­schen Kompo­nen­ten werden zum Beispiel zur Steue­rung von Klima­an­la­gen oder der Moto­ren von E‑Bikes verwen­det, finden sich in elek­tro­ni­schen Strom­zäh­lern und mobi­len Insu­lin­pum­pen und werden in der LED-Beleuch­­tung oder Motor­steue­rung von Autos verbaut. Rund 70 Prozent des Umsat­zes werden mit Indus­trie­kun­den erzielt; der verblei­bende Teil entfällt auf Anwen­dun­gen in der Medi­zin­tech­nik und Produkte für die Automobilindustrie.

unter­schei­det sich Semecs von Sero: Sero ist ein etablier­ter Produk­ti­ons­part­ner der Auto­­mo­­bil-Zulie­­fer­­in­dus­­trie und erzielt dort rund 85 Prozent seines Umsat­zes. Mit einem hohen Auto­ma­ti­sie­rungs­grad ist das Unter­neh­men auf Aufträge mit hohen Volu­mina spezia­li­siert. Semecs hinge­gen befasst sich mit Aufträ­gen über mitt­lere Stück­zah­len und einem höhe­ren Anteil manu­el­ler Tätig­kei­ten. Von der Kombi­na­tion der Ferti­gun­gen unter Einbe­zug des slowa­ki­schen Stand­or­tes profi­tie­ren beide Unter­neh­men glei­cher­ma­ßen und errei­chen dadurch einen höhe­ren Grad an Flexi­bi­li­tät bei verschie­de­nen Auftrags­grö­ßen sowie eine bessere Posi­tio­nie­rung in der Akquise von Neuge­schäft. Mit dem Kauf von Semecs verbrei­tern sich also Seros Kunden­ba­sis und der Markt­zu­gang des Unter­neh­mens, das im rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Rohr­bach rund 220 Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter beschäftigt.

Die neu entstan­dene Gruppe bewegt sich in einem attrak­ti­ven Markt: Für die Kern­seg­mente Indus­trie, Medi­zin und Auto­mo­bil­in­dus­trie werden für die kommen­den Jahre Stei­ge­rungs­ra­ten ober­halb des ohne­hin attrak­ti­ven Wachs­tums des EMS-Mark­­tes insge­samt erwartet.

„Die Kompe­ten­zen der beiden Unter­neh­men ergän­zen sich hervor­ra­gend“, sagte Jannick Hune­cke, Mitglied des DBAG-Vorstands aus Anlass der Trans­ak­tion. Und weiter: „Gemein­sam können sie den attrak­ti­ven Markt besser bear­bei­ten und ihre Fähig­kei­ten in der Produk­tion opti­mal kombi­nie­ren, sodass wir mit dem Unter­neh­mens­zu­kauf die Weiter­ent­wick­lung unse­rer ursprüng­li­chen Betei­li­gung stär­ken und beschleunigen.“

Sero-Geschäfts­­­füh­­rer Dr. Bernd Welzel stellte die stra­te­gi­sche Bedeu­tung der Trans­ak­tion für Sero heraus: „Das aus den beiden EMS-Spezia­­lis­­ten entste­hende Unter­neh­men sorgt für eine starke und wett­be­werbs­fä­hige Präsenz in Europa mit einem brei­ten Ange­bot der Ferti­gungs­dienst­leis­tung über verschie­dene Markt­seg­mente hinweg – das eröff­net uns viel­fäl­tige Chan­cen und unter­streicht unsere Expan­si­ons­po­li­tik.“ Semecs-Geschäfts­­­füh­­rer Jan-Fredrik Kalee ergänzte: „Wir brin­gen eine gut ausge­bil­dete Mann­schaft an einem attrak­ti­ven Stand­ort mit einem aner­kannt guten Quali­täts­si­che­rungs­pro­zess ein und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

Über DBAG

Die börsen­no­tierte Deut­sche Betei­li­gungs AG initi­iert geschlos­sene Private Equity-Fonds und inves­tiert – über­wie­gend an der Seite der DBAG-Fonds – in gut posi­tio­nierte mittel­stän­di­sche Unter­neh­men mit Poten­zial. Ein Schwer­punkt ist seit vielen Jahren die Indus­trie. Ein zuneh­men­der Anteil der Eigen­ka­pi­tal­be­tei­li­gun­gen entfällt auf Unter­neh­men in den Wachs­tums­sek­to­ren Brei­t­­band-Tele­­kom­­mu­­ni­­ka­­tion, IT-Service­­s/­­Sof­t­­ware und Health­care. Der lang­fris­tige, wert­stei­gernde unter­neh­me­ri­sche Inves­ti­ti­ons­an­satz macht die DBAG zu einem begehr­ten Betei­li­gungs­part­ner im deutsch­spra­chi­gen Raum. Das vom DBAG-Konzern verwal­tete oder bera­tene Vermö­gen beträgt 2,5 Milli­ar­den Euro.

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