ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe

Wie mittelständische Unternehmen unter den aktuellen Bedingungen ihre Finanzierung sichern können

Dazu 3 Fragen an Joachim Haedke

Finanzierung.com
Foto: Joachim Haedke
15. Mai 2024

Wer derzeit Kapi­tal für sein Unter­neh­men benö­tigt, hat es oft schwer. Alter­na­tive Finan­zie­rungs­me­tho­den rücken in den Fokus. Der Begriff „alter­na­tive Finan­zie­rung“ bezieht sich auf nicht-tradi­­tio­­nelle Mittel, mit denen Unter­neh­men Kapi­tal beschaf­fen können. Dazu gehö­ren u.a. Peer-to-Peer-Kredite, Crowd­fun­ding, Facto­ring oder daten­ba­sierte Finanzierung.


Dazu 3 Fragen an Joachim Haedke, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter bei Finanzierung.com

1. Ange­sichts der gestie­ge­nen Zinsen und hart­nä­ckig hohen Infla­ti­ons­ra­ten, wie können kleine und mittel­stän­di­sche Unter­neh­men (KMU) alter­na­tive Finan­zie­rungs­quel­len effek­tiv nutzen, um ihre Kapi­tal­kos­ten zu minimieren?
Kleine und mittel­stän­di­sche Unter­neh­men (KMU) stehen derzeit vor der Heraus­for­de­rung, ihre Kapi­tal­kos­ten zu mini­mie­ren und Liqui­di­täts­eng­pässe zu vermei­den. Eine effek­tive Stra­te­gie ist die Diver­si­fi­ka­tion der Finan­zie­rungs­quel­len. – Statt sich ausschließ­lich auf tradi­tio­nelle Bank­fi­nan­zie­run­gen zu verlas­sen, können KMU alter­na­tive Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten wie Facto­ring, Leasing, Sale-and-Lease-back, Crowd­fun­ding, Peer-to-Peer-Kredite und Mezza­nine-Finan­zie­rung in Erwä­gung ziehen. Gleich­zei­tig bieten Förder­pro­gramme und Subven­tio­nen güns­tige Kondi­tio­nen, die spezi­ell auf KMU zuge­schnit­ten sind. Ein proak­ti­ves Cash­flow-Manage­ment, das auf der Opti­mie­rung von Forde­run­gen und Verbind­lich­kei­ten basiert, ist ebenso entschei­dend. Flexi­ble Finan­zie­rungs­in­stru­mente wie Facto­ring und Leasing können zusätz­li­che Liqui­di­tät ohne lang­fris­tige Verschul­dung bieten. Die Bildung stra­te­gi­scher Part­ner­schaf­ten und die Nutzung von digi­ta­len FinTech-Lösun­gen können eben­falls Zugang zu neuen Ressour­cen und effi­zi­en­te­ren Finan­zie­rungs­run­den eröff­nen. Durch Verhand­lun­gen mit Finan­zie­rungs­part­nern über bessere Kredit­be­din­gun­gen und ein effek­ti­ves Risi­ko­ma­nage­ment können KMU ihre Finan­zie­rungs­kos­ten opti­mie­ren und sich gegen ein vola­ti­les Wirt­schafts­klima absichern.
2. Wie muss solch ein effek­ti­ves Risi­ko­ma­nage­ment aussehen?
Zunächst ist die Iden­ti­fi­zie­rung und Bewer­tung aller poten­zi­el­len Risi­ken, einschließ­lich finan­zi­el­ler, opera­ti­ver und markt­be­ding­ter Risi­ken von entschei­den­der Bedeu­tung. Basie­rend auf dieser Analyse müssen KMU Stra­te­gien entwi­ckeln, die eine Mischung aus Risi­ko­ver­mei­dung, ‑minde­rung, ‑über­wäl­zung und ‑akzep­tanz umfas­sen, um die unter­schied­li­chen Risi­ko­ty­pen effek­tiv zu mana­gen. Eine zentrale Rolle dabei spielt das finan­zi­elle Risi­ko­ma­nage­ment, bei dem durch Liqui­di­täts­ma­nage­ment, Diver­si­fi­ka­tion der Finan­zie­rungs­quel­len sowie das Manage­ment von Zins- und Währungs­ri­si­ken finan­zi­elle Stabi­li­tät gewähr­leis­tet wird. Ein konti­nu­ier­li­ches Moni­to­ring und die flexi­ble Anpas­sung der Risi­ko­ma­nage­ment-Stra­te­gien sind uner­läss­lich, um auf Verän­de­run­gen im Wirt­schafts­klima oder in der Risi­ko­land­schaft reagie­ren zu können. Schließ­lich ist die Schaf­fung eines risi­ko­be­wuss­ten Unter­neh­mens­kli­mas durch klare Kommu­ni­ka­tion und Einbe­zie­hung aller Mitar­bei­ter in die Risi­ko­ma­nage­ment­pro­zesse von großer Bedeu­tung. Dieser ganz­heit­li­che Ansatz ermög­licht es KMU, ihre Resi­li­enz zu stär­ken und sich effek­tiv gegen finan­zi­elle Unsi­cher­hei­ten zu schüt­zen, während sie gleich­zei­tig Chan­cen für Wachs­tum und Erfolg nutzen.
3. Welche Rolle spie­len dabei inno­va­tive Finan­zie­rungs­in­stru­mente und Tech­no­lo­gien, und wie können Unter­neh­men diese Entwick­lun­gen nutzen, um ihre Finan­zie­rungs­struk­tu­ren zukunfts­si­cher zu gestalten?
Im schnell­le­bi­gen Finanz­markt, der sich in den letz­ten 15 Jahren extrem gewan­delt hat hin zum Digi­ta­len, ist es wich­tig, dass Unter­neh­men ihre Finanz­stra­te­gien flexi­bel halten, um Risi­ken zu mini­mie­ren und neue Chan­cen zu nutzen. Inno­va­tive Finan­zie­rungs­me­tho­den und Tech­no­lo­gien wie Crowd­fun­ding, Peer-to-Peer-Kredite und digi­tale Platt­for­men helfen, Kapi­tal effi­zi­en­ter zu beschaf­fen und auch Kosten zu sparen. Tech­no­lo­gien wie FinTech, Block­chain und KI ermög­li­chen siche­rere und trans­pa­ren­tere Geschäfts­ab­läufe und verbes­sern die Entschei­dungs­fin­dung durch bessere Daten­ana­lyse. Unter­neh­men soll­ten zudem regu­la­to­ri­sche Ände­run­gen im Blick behal­ten und Part­ner­schaf­ten mit Tech­no­lo­gie­an­bie­tern einge­hen, um auf dem neues­ten Stand zu blei­ben. Die Weiter­bil­dung der Mitar­bei­ter in den neuen Finanz­tech­no­lo­gien ist dabei unver­zicht­bar. So können Unter­neh­men ihre Finan­zen zukunfts­si­cher machen und sich flexi­bel an Markt­ver­än­de­run­gen anpas­sen.   Über Joachim Haedke Der gebür­tige Münch­ner Joachim Haedke ist Diplom­kauf­mann, Grün­der und Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter von Finanzierung.com. Er war von 1998 bis 2008 Mitglied des Baye­ri­schen Land­tags. Er war ferner Vorstands­mit­glied des Parla­ments­krei­ses Mittel­stand sowie stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der des Bundes der Selb­stän­di­gen. Joachim Haedke ist selbst Unter­neh­mer mit zahl­rei­chen Immo­bi­lien-Enga­ge­ments, einem Consul­ting-Unter­neh­men und sitzt in mehre­ren Aufsichts­rä­ten teils börsen­no­tier­ter Unternehmen. [email protected]

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