ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Wie entwickeln langfristig orientierte Investoren ihre Unternehmen weiter?

Dazu 3 Fragen an Christoph Borges

GESCO AG
Foto: Chris­toph Borges
Weitere Inter­views
30. Septem­ber 2015


Dazu 3 Fragen an Leiter Akqui­si­tio­nen GESCO AG in Wuppertal

1. Ihre Stra­te­gie ist es, gesunde, indus­tri­elle Mittel­ständ­ler zu erwer­ben und weiter­ent­wi­ckeln. Sie haben einen star­ken Tech­no­lo­gie-Fokus. Was braucht es, um die Cham­pions aus dem tech­no­lo­gie­ge­trie­ben Mittel­stand zu identifizieren?

Einer­seits erhal­ten wir Ange­bote über ein etablier­tes Netz­werk von Bera­tern, Verbän­den und mittel­stän­di­schen Insti­tu­tio­nen, ande­rer­seits betrei­ben wir auch inten­si­ves Scree­ning von Bran­chen und Regio­nen und gehen zuneh­mend aktiv auf Unter­neh­mer bzw. Unter­neh­men zu. Jahr­zehn­te­lange Erfah­rung, unsere etablierte „Marke“ und der Bran­chen­fo­kus helfen uns dabei.

„Hidden Cham­pions“ sind für uns etablierte, tech­no­lo­gie­ge­trie­bene Mittel­ständ­ler, die in ihrem Markt­seg­ment eine führende Stel­lung einneh­men. Dabei gilt: Lieber Nischen als Massen­märkte, lieber Tech­no­lo­gie- als Preis­füh­rer­schaft. Natür­lich soll­ten die Unter­neh­men nicht nur eine erfolg­rei­che Histo­rie aufwei­sen, sondern auch das Poten­tial haben, sich unter dem Dach der GESCO posi­tiv weiter zu entwickeln.

2. GESCO versteht sich als lang­fris­tig orien­tier­ter Erwer­ber eines Unter­neh­mens. Wie entwi­ckeln Sie ein Unter­neh­men weiter? Welche Aspekte spie­len eine Rolle?

Unter dem Dach einer börsen­no­tier­ten Kapi­tal­ge­sell­schaft können die Unter­neh­men in punkto (Wachs­tums-) Finan­zie­rung meist deut­lich dyna­mi­scher agie­ren als in der Hand einer Privat­per­son. Das Tages­ge­schäft verant­wor­ten die jewei­li­gen Geschäfts­füh­rer, aber jenseits davon unter­stützt die Holding beispiels­weise bei stra­te­gi­schen Weichen­stel­lun­gen und Groß­in­ves­ti­tio­nen, bei der Inter­na­tio­na­li­sie­rung und bei M&A. Ganz wich­tig: die Einbin­dung in eine Indus­trie­gruppe mit ähnlich gela­ger­ten „Brüdern und Schwes­tern“ bricht die Isola­tion auf, in der viele Allein­ge­schäfts­füh­rer agie­ren. Die viel­be­schwo­rene Vernet­zung gehört seit der Grün­dung vor 26 Jahren zu unse­rer DNA.

3. Versteht sich GESCO als Buy-and-Build-Holding? Wann denken Sie wieder an die Veräu­ße­rung eines Portfolio-Unternehmens?

Buy-and-Build im klas­si­schen PE-Sinne – Wert­schöp­fungs­ket­ten zusam­men­kau­fen, Unter­neh­men mergen, Syner­gien heben – ist nicht unser Geschäft. Die Unter­neh­men blei­ben nach der Über­nahme durch GESCO selb­stän­dige „Schnell­boote“. Buy-and-Hold trifft es also eher, klingt aber zu passiv. Wir stre­ben durch­aus eine aktive Weiter­ent­wick­lung der Unter­neh­men an. Das gilt für orga­ni­sches Wachs­tum, kann aber auch M&A auf Ebene der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten umfas­sen, beispiels­weise die Über­nahme eines Wett­be­wer­bers im Ausland.

Wenn wir an Veräu­ße­run­gen denken, dann nicht um des Exit-Gewinns willen, sondern allen­falls aus stra­te­gi­schen Grün­den. Der Exit ist dezi­diert nicht Teil des Geschäfts­mo­dells, und wir wollen unser Renom­mee als lang­fris­ti­ger Inves­tor nicht beschä­di­gen. Aber die Welt ändert sich, und wir müssen uns Flexi­bi­li­tät in stra­te­gi­schen Fragen bewahren.

 


 

Über die GESCO AG:

Die GESCO AG erwirbt als Betei­li­gungs­ge­sell­schaft ertrags­starke, stra­te­gisch inter­es­sante mittel­stän­di­sche Indus­trie­un­ter­neh­men. Seit der Grün­dung 1989 wurde eine starke Gruppe von Hidden Cham­pions, Markt- und Tech­no­lo­gie­füh­rern aufge­baut. Im Sinne der Diver­si­fi­zie­rung sind die Abneh­mer­bran­chen breit gefä­chert. 
Vor allem in Sachen Nach­hal­tig­keit will sich das Unter­neh­men deut­lich von klas­si­schen Finanz­in­ves­to­ren unter­schei­den: “Tief in der ‘DNA’ der GESCO veran­kert bestimmt sie unser Handeln: Wir setzen bewährte Geschäfts­mo­delle fort und entwi­ckeln sie weiter. Unsere zentrale Aufgabe besteht darin, Wachs­tums­po­ten­ziale zu nutzen und die Zukunfts­fä­hig­keit der Gruppe lang­fris­tig zu sichern.” — Am 24. März 1998 ging GESCO an die Börse.

 

Über Chris­toph Borges

Nach seinem Studium an der RWTH Aachen (Maschi­nen­bau) arbei­tete er in einer tech­nisch-orga­ni­sa­to­risch ausge­rich­te­ten Unter­neh­mens­be­ra­tung im Bereich Maschi­nen-und Anla­gen­bau. Anschlie­ßend wurde er Geschäfts­füh­rer und Leiter Logis­tik für verschie­dene inter­na­tio­nale Produk­ti­ons­werke bei einer Evonik-Toch­ter im Kraft­werks­be­reich. Im Jahr 2000 Wech­sel ins Beteiligungsgeschäft/Private Equity, seit­her bei verschie­de­nen Private Equity-Gesell­schaf­ten tätig (Minder­hei­ten/­Mehr­hei­ten/­Buy-out/­Nach­folge). Neben der opera­ti­ven Tätig­keit aktiv in Gremien (Beirat/Aufsichtsrat). Seit Septem­ber 2014 verant­wor­tet er bei der GESCO AG als Leiter Akqui­si­tio­nen den Bereich M&A.die Börse.

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