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3 Fragen an kluge Köpfe
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Was hat der Investitionsgipfel der Bundesregierung bei Investoren in Deutschland bewirkt?

Dazu 3 Fragen an Ulrike Hinrichs

BVK in Berlin
4. Novem­ber 2026

Mit dem „Invest in Germany-Summit“ (19.10.2026) hat die Bundes­re­gie­rung rund 200 inter­na­tio­nale und natio­nale Führungs­kräfte und Inves­to­ren mit deut­schen Spit­zen­po­li­ti­kern in Berlin zusam­men gebracht. Inves­ti­ti­ons­zu­sa­gen in Milli­ar­den­höhe – bisher rund 230 Milli­ar­den Euro – zeig­ten, dass Deutsch­land ein guter Stand­ort für Inves­ti­tio­nen und für die Unter­neh­men aus der ganzen Welt ist, mit ande­ren Worten bei Inves­to­ren hoch im Kurs steht. Dazu 3 Fragen an Ulrike Hinrichs, Vorstands­mit­glied (GF) des BVK in Berlin.

1. 1. Auslän­di­sche Inves­to­ren wie KKR oder Black­Rock haben sich nach dem Inves­to­ren­gip­fel sehr posi­tiv geäu­ßert. Wie reagie­ren die deut­schen Venture-Capi­tal- und Private Equity-Investoren?

Der Inves­to­ren­gip­fel war ein wich­ti­ges und rich­ti­ges Signal für den Inves­ti­ti­ons­stand­ort Deutsch­land. Die Bundes­re­gie­rung hat deut­lich gemacht, dass priva­tes Kapi­tal will­kom­men ist. Das begrü­ßen wir als BVK ausdrück­lich. Auch bei den deut­schen Private Equity- und Venture-Capi­tal-Inves­to­ren ist die Botschaft posi­tiv ange­kom­men. Denn Deutsch­land hat enor­mes Poten­zial: inno­va­tive Start-ups, einen star­ken Mittel­stand und viele Unter­neh­men, die Kapi­tal für Wachs­tum und Trans­for­ma­tion benö­ti­gen. Der Gipfel hat gezeigt, dass Deutsch­land wieder stär­ker in den Fokus der Inves­to­ren rückt. Aber ein erfolg­rei­cher Gipfel allein macht noch keine erfolg­rei­che Stand­ort­po­li­tik. Die posi­tive Aufbruch­stim­mung müssen wir jetzt nutzen und dafür sorgen, dass aus den Ankün­di­gun­gen auch tatsäch­li­che Inves­ti­tio­nen werden.

2. Welche Maßnah­men müssen ergrif­fen werden, um eine größere Invest­ment-Dyna­mik hier­zu­lande auszulösen?

Wir haben in Deutsch­land kein Kapi­tal­pro­blem, sondern vor allem ein Problem mit den Rahmen­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen. Wenn wir mehr priva­tes Kapi­tal mobi­li­sie­ren wollen, müssen wir endlich die struk­tu­rel­len Hürden besei­ti­gen. Dazu gehört vor allem steu­er­li­che Rechts­si­cher­heit für Betei­li­gungs­fonds, insbe­son­dere eine klare gesetz­li­che Abgren­zung zwischen vermö­gens­ver­wal­ten­der und gewerb­li­cher Tätig­keit. Hier sind uns andere euro­päi­sche Länder längst voraus. Gleich­zei­tig müssen wir insti­tu­tio­nelle Inves­to­ren wie Pensi­ons­kas­sen, Versi­che­run­gen und Versor­gungs­werke stär­ker für Betei­li­gungs­ka­pi­tal öffnen. Initia­ti­ven wie der Deutsch­land­fonds und die WIN-Initia­tive sind wich­tige Schritte, können aber wett­be­werbs­fä­hige Rahmen­be­din­gun­gen nicht erset­zen. Denn Kapi­tal ist inter­na­tio­nal mobil und Inves­to­ren warten nicht darauf, bis Deutsch­land seine Haus­auf­ga­ben gemacht hat. Wer mehr Wachs­tum und Inno­va­tion will, muss endlich die Voraus­set­zun­gen dafür schaffen.

3. Am 10. Novem­ber bringt der BVK beim Deut­schen Eigen­ka­pi­tal­tag Poli­tik und Inves­to­ren zusam­men. Welche Diskus­sio­nen müssen dort nach dem Inves­to­ren­gip­fel in den Fokus gestellt werden?

Der Inves­to­ren­gip­fel hat eine wich­tige Debatte ange­sto­ßen. Beim 27. Deut­schen Eigen­ka­pi­tal­tag wollen wir diese fort­set­zen und den Blick darauf rich­ten, wo priva­tes Kapi­tal konkret etwas bewe­gen kann. Ich freue mich beson­ders, dass wir dazu mit hoch­ran­gi­gen Vertre­te­rin­nen und Vertre­tern aus Poli­tik und Wirt­schaft ins Gespräch kommen. Mit Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­rina Reiche wollen wir über die zentra­len Heraus­for­de­run­gen für den Inves­ti­ti­ons­stand­ort Deutsch­land spre­chen. Mit Bundes­di­gi­tal­mi­nis­ter Kars­ten Wild­ber­ger und der hessi­schen Digi­tal­mi­nis­te­rin Kris­tina Sine­mus nehmen wir die Chan­cen von KI und Digi­ta­li­sie­rung in den Blick. Und mit Bundes­mi­nis­te­rin Karin Prien disku­tie­ren wir darüber, wie wir mehr Frauen für unsere Bran­che gewin­nen und ihren Weg in Führungs­po­si­tio­nen, Unter­neh­mer­tum und die Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit stär­ken können.

Darüber hinaus geht es um Euro­pas Wett­be­werbs­fä­hig­keit, die Zukunft unse­res Mittel­stands und die Finan­zie­rung medi­zi­ni­scher Inno­va­tio­nen. Betei­li­gungs­ka­pi­tal spielt bei all diesen Heraus­for­de­run­gen eine entschei­dende Rolle. Der Eigen­ka­pi­tal­tag soll deshalb nicht nur ein Ort des Austauschs sein, sondern konkrete Impulse für die Zukunft unse­res Wirt­schafts­stand­orts setzen.

Ulrike Hinrichs führt seit 2011 den Bundes­ver­band Betei­li­gungs­ka­pi­tal (BVK) und ist seit 2024 dessen Vorstands­spre­che­rin. Sie vertritt die Inter­es­sen der deut­schen Private Equity- und Venture Capi­tal-Bran­che und setzt sich für bessere Rahmen­be­din­gun­gen für priva­tes Kapi­tal und Inves­ti­tio­nen in Deutsch­land ein. Zuvor war sie u.a. Spre­che­rin von Bundes­mi­nis­ter Horst Seeho­fer und im Leitungs­stab des Auswär­ti­gen Amtes tätig. Seit 2017 mode­riert sie die Talk­show „Schloss­platz Berlin. Hinrichs trifft…“. Hinrichs ist Beirä­tin der KfW Capi­tal und des Verban­des Deut­scher Bürg­schafts­ban­ken sowie Aufsichts­rä­tin der Kommu­ni­ka­ti­ons­agen­tur fischerAppelt.

www.bvkap.de

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