ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Wachstum mit digitaler Transformation

Dazu 3 Fragen an Stefanie Peters

enable2grow
Foto: Stefa­nie Peters
Weitere Inter­views
30. Juli 2015

Indus­trie 4.0 ist ein Zukunfts­pro­jekt im Bereich der High­­tech-Stra­­te­­gie der deut­schen Bundes­re­gie­rung und der Indus­trie, mit dem in erster Linie die Infor­ma­ti­sie­rung der Ferti­gungs­tech­nik und der Logis­tik voran­ge­trie­ben werden soll.‬ Das Ziel ist die „intel­li­gente Fabrik“ (Smart Factory). Die Inte­gra­tion von Higtech und den digi­ta­len Medien betrifft jedoch alle Unter­neh­men. Um welche Prozesse handelt es sich dabei und welche Spezia­lis­ten sind gefragt?


Dazu 3 Fragen an CEO und Grün­dungs­part­ner bei enable2grow in Berlin&München

1. ‘Indus­trie 4.0’ lautet das Schlag­wort für einen neuen Hype. Was genau ist darun­ter zu verste­hen? Welche Unter­neh­men sind davon betroffen?

Der Begriff wurde  von der Poli­tik geprägt und ist nicht genau defi­niert. Mein Verständ­nis von Indus­trie 4.0 ist die digi­tale Trans­for­ma­tion des Mittel­stands. Hier­bei geht es konkret um die syste­ma­ti­sche Analyse der Wert­schöp­fungs­kette nach Digi­ta­li­sie­rungs­po­ten­zia­len — daraus entste­hen einer­seits Produk­ti­vi­täts­stei­ge­run­gen und ande­rer­seits können neue digi­tale Geschäfts­mo­delle entwi­ckelt werden, die auch einen Wett­be­werbs­vor­teil für das Unter­neh­men brin­gen. Ich kenne kein Unter­neh­men, das nicht von diesem Trend betrof­fen werden — sicher je nach Bran­che in unter­schied­li­chem Maße. An der Medi­en­bran­che läßt sich z.B. klar erken­nen, dass eine digi­tale Trans­for­ma­tion drin­gend erfor­der­lich ist, erst wenige haben damit wirk­lich konse­quent begon­nen. Wir haben vor kurzem die etablierte Medi­en­be­ra­tung Schmidt Grund Part­ner über­nom­men, um insbe­son­dere die Verlage bei Ihrer digi­ta­len Trans­for­ma­tion zu unter­stüt­zen — hier ist der Bedarf wirk­lich hoch.

2. Welche Prozesse muss man sich bei einem ‘digi­ta­len Wachs­tums­pro­jekt’ vorstel­len? Welche Vorge­hens­weise reali­sie­ren Sie und wie sehen dann die Ergeb­nisse aus?

Jedes unse­rer Projekte ist maßge­schnei­dert auf die Bedürf­nisse des Klien­ten, aber das Vorge­hen in 3 Schrit­ten ist ähnlich: Analyse — Konzept — Umset­zung. In der Analy­sen­phase schauen wir uns das Unter­neh­men genau an, inter­viewen viele Mitar­bei­ter, hinter­fra­gen den Status Quo. Auf dieser Basis entwi­ckeln wir mit unse­rem Klien­ten eine passende Stra­te­gie — oft ist es eine Neuaus­rich­tung, eine Rebfo­kus­sie­rung auf die Kern­kom­pe­ten­zen. Das haben wir beispiels­weise bei poster­XXL gemacht, die Marke rebfo­kus­siert, anschlie­ßend Struk­tu­ren und Prozesse ange­passt und effi­zi­en­ter gestal­tet und ein durch­gän­gi­ges Ziel­sys­tem einge­führt. Dadurch und durch ein konse­quen­tes Manage­ment konnte poster­XXL inner­halb von 1 Jahr seinen Umsatz verdop­peln und sein EBITDA veracht­fa­chen (bitte Zahlen checken). Aus dieser star­ken Posi­tion heraus war das Unter­neh­men ein attrak­ti­ves Target und wurde gerade von der Photo­Box Group akqui­riert. Dass wir zu dieser Erfolgs­story einen Beitrag leis­ten konn­ten, freut uns natürlich:)

3. Vor welche Heraus­for­de­run­gen stehen dabei die Unter­neh­men aus der ‘old economy’? Wer sind Ihre Klien­ten? Kommen diese auch aus dem Bereich Private Equity?

Die Kern­frage, die sich die tradi­tio­nel­len Unter­neh­men stel­len müssen ist: was ist meine DNA und wie trans­fe­riere ich diese in die digi­tale Welt? Konkret: Was ist unser digi­ta­ler USP? Das ist nicht einfach zu beant­wor­ten — dazu bedarf es einer Analyse des Markt­um­felds, nicht nur der bekann­ten, sondern auch des noch unbe­kann­ten Wett­be­werbs. Das sind kleine (noch unschein­bare und unpro­fi­ta­ble) Start-ups mit inno­va­ti­ven, sogar disrup­ti­ven Gecs­häfts­mo­del­len, die erst in ein paar Jahren groß sein werden, aber als etablier­ter Groß­tan­ker muss ich diese neuen Schnell­boote auf dem Radar haben. Dann muss ich die eige­nen Prozesse nach digi­ta­len Poten­zia­len durch­fors­ten, jeden Stein umdre­hen, jedes Vorge­hen hinter­fra­gen, um mich für die digi­tale Zukunft neu aufzu­stel­len. Und wenn das Konzept steht, beginnt die echte Heraus­for­de­rung: Change Manage­ment. Das Manage­ment hat nun die Aufgabe, die neue Ausrich­tung zu leben, das neue mind­set in die Unter­neh­mens­kul­tur zu brin­gen, alle Mitar­bei­ter auf diese Reise mitzunehmen.

Natür­lich stel­len sich Inves­to­ren die glei­che Frage für Ihr Port­fo­lio: sollen wir jeman­den einstel­len, der unsere Betei­li­gun­gen (über alle Bran­chen hinweg) nach ihrem Digi­ta­li­sie­rungs­po­ten­zial screent und die digi­tale Trans­for­ma­tion voran­treibt? Oder arbei­ten wir lieber mit einem exter­nen Part­ner, der für jedes Unter­neh­men das passende und sehr erfah­rene Team zusam­men stellt? Viele Inves­to­ren entschei­den sich dafür, mit uns diesen Weg zu gehen, um gezielt, spezi­fisch und schnell agie­ren zu können.

 

 

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