Value Creation in Deals – von Risikominimierung zur Wertgenerierung

24. Juli 2019 - Eine Due Diligence weckt oft hohe Erwartungen, die sich nach Einstieg eines Private Equity Hauses oder Corporates nicht immer erfüllen. Mögliche Folgen: längere Halteperioden, niedriger Verkaufspreis und höhere Zinsen - um nur einige zu nennen. Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?

Dazu 3 Fragen an
Friederich von Hurter sowie Stefan Saalfrank

Friederich von Hurter sowie Stefan Saalfrank; beide Partner bei PWC Transactions in München und Frankfurt a.M.
friederich.von.hurter@pwc.com

24. Juli 2019

1 - Wie kann man eine Transaktion vorbereiten, damit sich der Unternehmenswert erhöht?

Saalfrank: Klassischerweise werden Berater zur Vorbereitung der Verkaufsprozesse relativ spät in den Prozess eingebunden, so dass die angedachte Zeitachse meist gegeben ist und wenig Möglichkeit besteht, wertmindernde Tatsachen zu beheben. Idealerweise sollte bereits während der Halteperiode untersucht und definiert werden, was unternehmensspezifische Werttreiber sind, wie diese gemessen und natürlich auch verbessert werden können. So kann eine gezielte Equity-Story aufgebaut und im Verkaufsprozess vermarktet werden. Dies inkludiert nicht nur klassische finanzielle, sondern alle Bereiche der Value Creation.

2 - Inwiefern unterscheidet sich das von der klassischen Due Diligence?

Von Hurter: Wir treten mit unseren Mandanten in eine umfassende Diskussion, die den zukünftigen Equity Value im Fokus hat – also einen realistischen, zukünftigen Unternehmenswert. Natürlich bilden die Finanzdaten wie von Stefan erwähnt die Ausgangsbasis. Im wertfokussierten Ansatz geht die Diskussion hier aber erst los. Unser Ansatz identifiziert wertschöpfende Maßnahmen u.a. in Bezug auf Umsatz und Markterschließung, Effizienz- und Profitabilitätszuwachs sowie steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten. Nur im Verbund lassen sich so ganzheitliche Vorgehensweisen zur Steigerung des Equity Values identifizieren.

3 - Welche Kompetenzen benötigt man für eine realistische Einschätzung?

Saalfrank: Wichtig sind die Analytik einer klassischen Due Diligence, gepaart mit Erfahrung aus Transaktionen in ähnlicher Industrie und Größenordnung. Früher spielte das eine eher untergeordnete Rolle – will man aber im Rahmen einer Financial Due Diligence wertsteigernde Maßnahmen umsetzen, ist ein Zusammenspiel aus Finanz- und Industriekompetenz unabdingbar.

Von Hurter: Gleiches gilt für die Erstellung eines Modells unter Betrachtung von Maßnahmen in Bezug auf Umsatz und Profitabilität. Auch hier spielt Erfahrung im relevanten Sektor und der konkreten Unternehmenssituation eine wesentliche Rolle. Dies bedingt oft die Einbeziehung mehrerer Experten zu Detailthemen. Die Abstimmung der Einzelthemen und die korrekte Abbildung während der Due Diligence Phase wird zur Kernherausforderung.

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