ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Unternehmerfamilien als Investoren

Dazu 3 Fragen an Robert Clausen

Syngroh Capi­tal
Foto: Robert Clausen
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2. Okto­ber 2018

Unter­neh­mer­fa­mi­lien inves­tie­ren zuneh­mend in Direkt­be­tei­li­gun­gen an Unter­neh­men. Was treibt diesen Trend an und was unter­schei­det Fami­lien als Inves­to­ren von klas­si­schen Private Equity-Gesel­l­­schaf­­ten, wenn es um die Weiter­ent­wick­lung der erwor­be­nen Unter­neh­men geht?


Dazu 3 Fragen an Robert Clau­sen, Geschäfts­füh­rer der Bera­tungs­ge­sell­schaft von Syngroh Capital

1. Herr Clau­sen, Syngroh Capi­tal ist neu im Markt und hat gerade sein erstes Invest­ment abge­schlos­sen. Können Sie uns das Unter­neh­men kurz vorstellen?

Syngroh Capi­tal ist die Betei­li­gungs­ge­sell­schaft der Grün­der­fa­mi­lie des welt­weit erfolg­rei­chen Sani­tär­un­ter­neh­mens Hans­grohe SE, mit der die Fami­lie Klaus Grohe Direkt­be­tei­li­gun­gen an mittel­stän­di­schen Unter­neh­men eingeht. Wir spre­chen bewusst nicht von einem Family Office, sondern einer Betei­li­gungs­ge­sell­schaft, denn in der Syngroh Capi­tal sind ausschließ­lich die Direkt­in­vest­ment­ak­ti­vi­tä­ten zusam­men­ge­fasst und sie verfügt über ein Kapi­tal-Commit­ment in Höhe von 100 Millio­nen Euro. Anders als bei fonds­ge­bun­de­nen Private Equity-Invest­ments gibt es aber keine festen Inves­ti­ti­ons- und Halte­pe­ri­oden und die Fami­lie kann die Invest­ment­stra­te­gie mit ihrem Werte­ver­ständ­nis prägen. Fremd­ka­pi­tal kann, muss aber nicht einge­setzt werden. Das Beste aus beiden Welten sozusagen.

2. Warum ist es für Unter­neh­mer­fa­mi­lien attrak­tiv, Direkt­be­tei­li­gun­gen an ande­ren Firmen einzugehen?

Direkt­be­tei­li­gun­gen sind natür­lich eine Möglich­keit, im Nied­rig­zins­um­feld Rendi­ten aus dem Fami­li­en­ver­mö­gen zu erwirt­schaf­ten und dieses für nach­fol­gende Genera­tio­nen zu mehren. Der Fami­lie Grohe geht es aber um wesent­lich mehr als reine Finanz­be­tei­li­gun­gen. Die Fami­lie hat über drei Genera­tio­nen die Hans­grohe von der Grün­dung als Hand­werks­be­trieb zum welt­weit agie­ren­den Unter­neh­men mit mehr als einer Milli­arde Umsatz geführt und sich dabei vom Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter zum Minder­heits­ge­sell­schaf­ter gewandelt.

Nach­dem sie sich 2016 schließ­lich ganz aus der opera­ti­ven Verant­wor­tung zurück­ge­zo­gen haben, wollen sie bei Syngroh Capi­tal diesen unter­neh­me­ri­schen Erfah­rungs­schatz sowohl im stän­di­gen Dialog mit dem Manage­ment wie auch im Beirat der Unter­neh­men aktiv einbrin­gen. Bei den Unter­neh­mern kommt das gut an, weil jemand, der selbst die Unter­neh­mens­füh­rung an Fami­li­en­fremde abge­ge­ben hat, eine ganz andere Heran­ge­hens­weise an solche Über­gänge hat als ein reiner Finanzinvestor.

3. Dass Unter­neh­mer­fa­mi­lien eng mit der Geschäfts­füh­rung ihrer Port­fo­li­o­fir­men zusam­men­ar­bei­ten, hört man häufi­ger. Wie ist das zu erklären?

Vermut­lich ist dies einfach Teil der unter­neh­me­ri­schen DNA. Alle Mitglie­der der Fami­lie Klaus Grohe waren in Führungs­po­si­tio­nen bei Hans­grohe oder in ande­ren Unter­neh­men tätig. Sie haben in ihren Beru­fen und Funk­tio­nen jahre­lang mit Leiden­schaft Inno­va­tio­nen voran­ge­trie­ben, Produkte entwi­ckelt, Firmen und Struk­tu­ren aufge­baut. Jetzt wollen sie sich ebenso aktiv einbrin­gen und mit Unter­neh­mern arbei­ten, die den glei­chen Gestal­tungs­wil­len verkör­pern. Als Gesell­schaf­ter helfen wir, Wachs­tums­mög­lich­kei­ten zu erken­nen und diese mit dem Know-How eines Stra­te­gen und dem Kapi­tal eines Finanz­in­ves­tors zu fördern.

 

 

Über Robert Clausen 

Robert L. Clau­sen ist seit Anfang 2018 Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Betei­li­gungs­be­ra­tungs­ge­sell­schaft der Syngroh Capi­tal, der Syngroh Advi­sory GmbH. Zuvor hat er – u.a. für Deloitte & Touche BNP Pari­bas, Lincoln Inter­na­tio­nal und Credit Suisse First Boston – Mandan­ten in mehr als 70 Trans­ak­tio­nen beim Erwerb, Verkauf oder der Finan­zie­rung von Unter­neh­men bera­ten. Die Fami­lie Klaus Grohe kennt er seit rund zwei Jahr­zehn­ten und hat ihre Mitglie­der bereits in einer Viel­zahl von stra­te­gi­schen Diskus­sio­nen und Trans­ak­tio­nen begleitet.

 

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