ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Neue Family Holdings laufen Private Equity Firmen den Rang ab

Dazu 3 Fragen an Nils von Wietzlow

Multi Family Hold­ing LIBERTA PARTNERS
Foto: Nils von Wiet­zlow
9. Februar 2021

Neue (Multi-)-Family Hold­ings wie Viess­mann (VC/O), Leo Fami­lien Hold­ing, Magnus Hold­ing fallen auf mit zahlre­ichen Invest­ments in kurzes Zeit, stark digi­tal­isierten Prozessen, langen Haltedauern und jungen Manage­­ment-Teams. Wie sind sie entstanden und worin liegen ihre Stärken?

1. Sie und Ihre Part­ner sind alle unter 40 Jahre, haben 2019 einen Fonds mit einem Volu­men von > EUR 50 Mio. bei Privat­in­ve­storen einge­sam­melt und dann sehr schnell 4 Invest­ments getätigt. Wie ist Liberta Part­ners entstanden?

Zwei meiner Part­ner hatten Liberta bere­its 2016 als kleinere, oper­a­tive Multi-Family-Hold­ing gegrün­det. 2019 kamen ein weit­erer Part­ner und ich dazu und im selben Jahr konnten wir eine Reihe von namhaften Family Offices und Privat­in­ve­storen – viele in unserem Alter — davon überzeu­gen, in unseren Fonds zu investieren. Wir vier Part­ner kannten uns aus dem beru­flichen und privaten Umfeld, bevor wir uns zusam­menge­tan haben, um Liberta Part­ners noch profes­sioneller und nach­haltiger aufzustellen und insge­samt zu vergrößern. Wir haben vorher alle bei verschiede­nen Beteili­gungs­ge­sellschaften gear­beitet und uns im Vorfeld oft und inten­siv zu Invest­mentstrate­gien, Unternehmensen­twick­lung und unseren gemein­samen Wertekon­strukt ausge­tauscht. Wir ergänzen uns bezüglich unserer Erfahrun­gen und Fähigkeiten gut und prof­i­tieren heute sehr davon, dass wir uns schon so lange kennen.

Bei der Suche nach passenden Beteili­gun­gen liegt unser Fokus auf Konz­er­naus­gliederun­gen und Nach­fol­ge­si­t­u­a­tio­nen. Wir suchen dabei nach Unternehmen, die in einem inter­es­san­ten Markt aktiv sind und oper­a­tives Entwick­lungspo­ten­tial haben. Im Durch­schnitt werden uns pro Jahr ca. 350 Unternehmen ange­boten. Wir haben vor allem in der Anfangszeit sehr starken Wert darauf gelegt die inter­nen Prozesse zu stan­dar­d­isieren, um uns schnell auf die passenden Unternehmen fokussieren zu können. So ist es uns gelun­gen, in den ersten 18 Monaten bere­its vier Transak­tio­nen abzuschließen.

2. Worin liegen die Stärken von Liberta Part­ners?

Wir sind ziel­gerichtet, konsis­tent und durch sehr effiziente Prozesse schnell in der Umset­zung. Wir unter­stützen unsere Port­fo­lioun­ternehmen mit einem stark oper­a­tiven Ansatz und nutzen hier­bei alle Möglichkeiten, die uns die Digi­tal­isierung ermöglicht.

Ein weit­erer Fokus ist das Thema Human Resoures (HR). Unsere erste Verstärkung im Corpo­rate Devel­op­ment Team war daher eine HR-Direk­torin. In diesem Bere­ich sehen wir zum einen durch den steigen­den Fachkräfte­man­gel gewisse Risiken, die wir gemein­sam mit unseren Beteili­gun­gen ange­hen müssen, aber auch enorme Chan­cen, wenn man die richti­gen Mitar­beiter findet und diese gezielt weit­er­en­twick­elt. Bei Carve-Outs aus großen Konz­er­nen spielt außer­dem das Thema des kulturellen „Change“ auf dem Weg zu einem eigen­ständi­gen mittel­ständis­chen Unternehmen eine entschei­dende Rolle.

Um unseren Ansatz „100% Core & Care“ auch wirk­lich umset­zen zu können, haben wir mittler­weile sieben Mitar­beiter im Corpo­rate Devel­op­ment Team. Neben dem Thema HR & Organ­i­sa­tion, liegt der Fokus auf Strate­gie & Oper­a­tions, Finance & Control­ling und Legal Support.  So können wir unseren Unternehmen vor Ort helfen, die fest­gelegte Strate­gie und konkrete Maßnah­men gemein­sam umzuset­zen. Intern setzen wir eben­falls auf die Chan­cen der Digi­tal­isierung. So nutzen wir z.B. Sales­force als CRM-Tool, um unseren Dealflow zu mana­gen und Perso­nio als Soft­ware für HR Manage­ment und Recruit­ing.  Auch die Umstel­lung auf Home­of­fice durch die Corona Pandemie verlief ohne größere Komp­lika­tio­nen. Hier hat uns vor allem Mircrosoft Teams geholfen, mittler­weile fester Bestandteil der inter­nen Kommu­nika­tion

3. Der Gener­a­tionswech­sel im PE-Sektor scheint mitten im Gange zu sein. Wodurch zeich­net sich die neue Gener­a­tion der Beteili­gungs­man­ager aus?

Der Beteili­gungs­markt ist kompet­i­tiv und es kommt heute mehr denn je darauf an, wie man die Port­fo­lioun­ternehmen weit­er­en­twick­elt. Daher glauben wir, um in diesem Markt heute nach­haltig erfol­gre­ich zu sein, benötigt man einen oper­a­tiven Ansatz, ein starkes Team und ein gutes Netzw­erk. — Außer­dem nimmt die Flex­i­bil­ität bei den Haltedauern zu. Wir bei Liberta haben hier auch einen flex­i­bleren Ansatz, der es uns erlaubt die Port­fo­lioun­ternehmen länger zu halten als klas­sis­che Private Equity Fonds.

Bei Liberta haben wir fest definierte Wertvorstel­lun­gen, die wir intern aber auch in unseren Beteili­gun­gen leben. Bei uns zählt nicht die Posi­tion oder die Senior­ität, sondern das bessere Argu­ment. Wir haben flache Hier­ar­chien und leben eine offene Kommu­nika­tion. Wir sitzen normaler­weise (und sobald es die Corona Pandemie wieder zulässt) in einem als Großraum­büro genutzten Loft im Münch­ener Univier­tel. Diese „Start-Up“ Atmo­sphäre hilft uns unge­mein dabei, Themen schnell und unkom­pliziert zu besprechen.

 

Über Nils von Wiet­zlow

Nils von Wiet­zlow, 39 Jahre, hat über 15 Jahre Erfahrung im Bere­ich Unternehmens­beteili­gun­gen, M&A und Finanzierun­gen von Unternehmen. Zwis­chen 2013 und 2019 arbeit­ete er als Part­ner bei ARCUS Capi­tal. Davor war er bei der Beteili­gungs­ge­sellschaft First Reserve in London und davor mehrere Jahre bei Merrill Lynch im Bere­ich M&A beschäftigt. Nils von Wiet­zlow studierte Betrieb­swirtschaft an den Univer­sitäten Maas­tricht in den Nieder­lan­den, Bocconi in Ital­ien und Escuela de Alta Direc­ción y Admin­is­tración (EADA) in Spanien. Er ist im Beirat einer mittel­ständis­chen Druck­erei und unter­stützt aktiv die strate­gis­che Entwick­lung.

 

Über Liberta Part­ners

Liberta Part­ners ist eine Multi-Family Hold­ing mit Sitz in München. Liberta Part­ners investiert in Unternehmen im deutschsprachi­gen Raum mit einem klaren oper­a­tiven und strate­gis­chen Entwick­lungspo­ten­tial, insbeson­dere in Nach­fol­ge­si­t­u­a­tio­nen und Konz­er­naus­gliederun­gen. Diese werden im Rahmen des langfristi­gen „100% Core & Care“-Konzeptes aktiv entwick­elt und prof­i­tieren vom inno­v­a­tiven unternehmerischen Verständ­nis von Liberta Part­ners. Das Team von Liberta Part­ners besteht aktuell aus 12 Mitar­beit­ern, die in den Bere­ichen M&A, Oper­a­tions und Legal tätig sind, sowie einem aktiven Indus­triebeirat. www.liberta-partners.com

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