ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Kleine und mittelständische Unternehmen im Aufschwung: an welchen Stellschrauben sollte man drehen?

Dazu 3 Fragen an Peter Sachse

VR Equi­ty­part­ner
Foto: Peter Sachse
24. Novem­ber 2021

Viel zu lange hat die Corona-Pandemie auf die Stim­mung der KMUs gedrückt. Aufgrund des knap­pen Investi­tion­skap­i­tals wurden Produk­tio­nen zurück­ge­fahren und Einkäufe und Investi­tio­nen auf Eis gelegt. Doch die Stim­mung hellt sich zuse­hends wieder auf. Die Lockerun­gen versprechen eine Rück­kehr zur Normal­ität im öffentlichen Leben und auch die Lust auf Konsum steigt. Die KMUs sind bereit für den Aufschwung.


Dazu 3 Fragen an Peter Sachse, Geschäfts­führer der VR Equi­ty­part­ner

1. Was empfehlen Sie Unternehmen, um wieder dauer­haft zu wach­sen und die Prozesse reibungs­los anlaufen zu lassen?

Die meis­ten KMUs haben zum Glück auch Dank der staatlichen Unter­stützung­spro­gramme ihre Kern­mannschaft während der Corona-Krise halten können. Auf Basis der gut ausge­bilde­ten Belegschaft bleibt es ober­ste Prior­ität, das eigene Unternehmen in seinem Wettbe­werb­sum­feld richtig einzuord­nen, vorhan­dene Stärken auszubauen und diese für das Wach­s­tum zu nutzen. In diesem Kontext muss sich jedes Unternehmen auch damit beschäfti­gen, wie sich das eigene Geschäftsmod­ell hinsichtlich der Digi­tal­isierung ändert und notwendige Anpas­sun­gen aktiv vorantreiben – dies gegebe­nen­falls auch mit externer Unter­stützung.

Laut einer KfW-Umfrage befan­den sich mit knapp 62 Prozent der Unternehmen über sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor in Kred­itver­hand­lun­gen. Am meis­ten macht den Unternehmen der Rück­gang des Eigenkap­i­tals zu schaf­fen.

2. Wie kommen die KMUs an neue Liquid­ität? Neue Schulden oder alter­na­tive Finanzierungsin­stru­mente?

Auch Eigenkap­i­tal kann neben neuen Schulden als alter­na­tives Finanzierungsin­stru­ment einge­setzt werden. Allerd­ings muss beachtet werden, dass das eine vom anderen abhängig ist: denn nur mit einer soli­den Eigenkap­i­tal­ba­sis lässt sich mehr Fremd­kap­i­tal aufnehmen Für KMUs mit soli­dem Cash Flow und ausre­ichen­der Kapi­tal­dien­st­fähigkeit besteht zudem die Möglichkeit, nachrangiges Kapi­tal in Form von Mezza­nine aufzunehmen, das unter bestimmten Voraus­set­zun­gen als wirtschaftliches Eigenkap­i­tal qual­i­fiziert werden kann. Und letz­tendlich gibt es ja auch noch die Möglichkeit die Eigenkap­i­tal­ba­sis des Unternehmens über Minder­heits- oder Mehrheits­beteili­gun­gen zu stärken.

Letz­tendlich muss das Manage­ment des Unternehmens entschei­den, wie die neu gewonnene Liquid­ität am sinnvoll­sten einge­setzt wird. Hier­bei bietet sich meines Eracht­ens eine Prior­isierung von Investi­tio­nen an. Der Unternehmer sollte davon überzeugt sein, dass die getätigte Investi­tion die größte oper­a­tive Wertschöp­fung für das Unternehmen mit sich bringt, etwa für die Opti­mierung der „Supply Chain“ oder die Inter­na­tion­al­isierung des Geschäftes.

3. Wäre die Buy-and-Build-Strate­gie eine Option, um die KMUs nach­haltig wach­sen zu lassen?

Gerade in frag­men­tierten Märk­ten bietet es sich an, Unternehmen, die den bish­eri­gen Kern des Geschäftsmod­ells sinnvoll ergänzen, im Rahmen einer Buy-and-Build-Strate­gie zu erwer­ben. Essen­tiell bleibt dabei, dass das Unternehmen eine Gesamt­strate­gie hat und die Akqui­si­tion hier­bei wirk­lich Sinn macht und Mehrw­ert gener­iert. Hierzu gehört auch ein PMI-Prozess (Post Merger Inte­gra­tion), damit die erwor­bene Beteili­gung erfol­gre­ich in das Gesam­tun­ternehmen inte­gri­ert werden kann.

 

Über Peter Sachse
Peter Sachse ist Geschäfts­führer der VR Equi­ty­part­ner GmbH und zuständig für Risiko-/ Port­fo­lioman­age­ment, Oper­a­tions, Rech­nungswe­sen, Control­ling, Personal, Recht, Daten­schutz, Revi­sion, IT und Oper­a­tions. Bis zur Fusion war er seit 2010 Geschäfts­führer von DZ Equity Part­ner.

Davor bei der DZ BANK im Bere­ich Kredit verant­wortlich für das Produk­t­feld Struk­turi­erte Finanzierun­gen mit dem Schw­er­punkt Akqui­si­tions­fi­nanzierung.

Das Unternehmen­spro­fil von VR Equi­ty­part­ner finden Sie in der FYB 2021-Ausgabe auf Seite 168.

 

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