ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Impact Investing — die Wirtschaft der Zukunft finanzieren

Dazu 3 Fragen an Lena Thiede

Planet A
Foto: Lena Thiede
31. März 2022

Unser Planet braucht eine Wirt­schaft, die nicht zulas­ten der Umwelt handelt. Planet A ist ein Wagnis­ka­pi­tal­ge­ber, der in Green-Tech-Star­­tups inves­tiert. Eine große Chance für Unter­neh­men wie für Inves­to­ren sind die Grün­der überzeugt.


Dazu 3 Fragen an Lena Thiede Co-Foun­der und Mana­ging Part­ner bei Planet A, Hamburg

1. Wie stel­len Sie fest, ob das Geschäftsmodell von Star­tups einen posi­ti­ven Einfluss auf den Plane­ten und das Poten­zial für star­kes Wachs­tum zugleich hat?

Dazu prüfen wir die wirt­schaft­li­chen Erfolgs­aus­sich­ten des Geschäftsmodells: die Größe des Mark­tes, die Regu­la­to­rik, das Wett­be­werbs­um­feld, die Skalier­bar­keit. Diese Fakto­ren müssen uns zu 100 Prozent überzeugen. Außer­dem legen wir Wert darauf, das Gründer-Team kennen­zu­ler­nen und einen Eindruck von seiner Erfah­rung und seinen Zielen zu gewinnen.

2. Wie defi­nie­ren Sie den USP von Planet A?

Unser USP liegt in der wissen­schaft­li­chen Bewer­tung der Nach­hal­tig­keit. Hierfür haben wir zwei erfah­rene Wissen­schaft­ler an Bord geholt. Mithilfe ihrer Analy­sen können wir fundierte Aussa­gen darüber tref­fen, ob die Inno­va­tion eines Unter­neh­mens wirk­lich Teil der Lösung ist. In der Konse­quenz finan­zie­ren wir nur Unter­neh­men, die posi­tive Effekte in mindes­tens einem der folgen­den vier Berei­che haben:
Reduk­tion von Treib­haus­gas-Emis­sio­nen, Einspa­rung von Ressour­cen, Abfall­ver­mei­dung, Schutz der Biodiversität.

Diese posi­ti­ven Effekte berech­nen wir in den soge­nann­ten Lebens­zy­klus-Analy­sen. Hier bezie­hen wir alle Ressour­cen, Materialflüsse und Emis­sio­nen ein, die über den gesam­ten Lebens­zy­klus eines Produkts oder einer Dienst­leis­tung hinweg anfal­len. Von der Gewin­nung der Rohstoffe über den Trans­port bis zum Lebens­ende. Dazu werden Daten der Unter­neh­men heran gezo­gen, global genutzte Daten­ban­ken sowie wissen­schaft­li­che Studien. Die Ergeb­nisse verglei­chen unsere Exper­ten mit Werten von Refe­renz­pro­duk­ten oder ‑dienst­leis­tun­gen. So gelingt es uns, treff­si­cher zu ermit­teln, wie hoch das ökologische Inno­va­ti­ons­po­ten­zial eines Star­tups ist.

3. Was leis­ten Ihre Invest­ments konkret?

Werfen wir einen Blick auf eines der dring­lichs­ten Umwelt­pro­bleme unse­rer Zeit: die Verschmut­zung des Erdballs mit Plas­tik. 85 Prozent des Plas­tiks, das jemals produ­ziert wurde, liegt heute noch auf Depo­nien, wilden Müllkippen oder schwimmt in unse­ren Ozea­nen. Diese unge­heu­ren Plas­tik­men­gen sind nicht kompos­tier­bar und entwi­ckeln sich zu einer immer größeren Belas­tung für Natur und Mensch – vor allem in weni­ger entwi­ckel­ten Teilen der Erde.

Unser Port­fo­li­oun­ter­neh­men traceless mate­ri­als, ein erst 2020 gegründetes Hambur­ger Startup, hat ein erstaun­li­ches Produkt entwi­ckelt, das dieser Vermüllung unse­res Plane­ten ein Ende setzen kann: eine vollständig kompos­tier­bare Alter­na­tive zu Plas­tik. Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein, doch das Produkt bringt alle posi­ti­ven Eigen­schaf­ten herkömmlicher Kunst­stoffe mit, löst sich aber zu 100 % wieder auf. Gleich­zei­tig kommt es in vielen verschie­de­nen Vari­an­ten: als Alter­na­tive zu Hart­plas­tik, als flexi­ble Folie oder als dünne Beschich­tung. Diese Mate­ria­lien werden in inno­va­ti­ven Verfah­ren aus Abfall­pro­duk­ten der Land­wirt­schaft herge­stellt. Im Vergleich zu herkömmlichem Plas­tik stößt ihre Herstel­lung 87 % weni­ger CO2 aus. Damit trägt traceless mate­ri­als wesent­lich zu Klima- und Ressour­cen­schutz bei.


Über Lena Thiede

Lena Thiede ist inter­na­tio­nale Umwelt- und Klima­ex­per­tin mit langjähriger Erfah­rung im Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­te­rium und in Afrika. Bei Planet A ist sie für die Wirkungs­be­mes­sung zuständig. www.planet‑a.com

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