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FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Haben sich die Unternehmensbewertungen in der Krise verändert?

Dazu 3 Fragen an Stefan Jaecker

DC Advi­sory Deutsch­land und Polen
Weitere Inter­views
10. Novem­ber 2022

Die aktu­elle Ener­gie­krise führt zu Verun­si­che­run­gen auf brei­ter Front. Anschaf­fun­gen werden verscho­ben, neue Leute nicht einge­stellt, Immo­bi­lien nicht erwor­ben. Es ist noch nicht abseh­bar, wie sich die Auswir­kun­gen nieder­schla­gen werden und mit welchen Zinsen in Zukunft zu rech­nen ist. Wie schlägt sich die Krise bei Trans­ak­tio­nen nieder?


Dazu 3 Fragen an Stefan Jaecker, CEO von DC Advi­sory Deutsch­land und Polen

1. Was beob­ach­ten Sie bei Trans­ak­tio­nen in Zeiten der Ener­gie­krise und Inflation?

Wir haben noch gut zu tun aber die Trans­ak­ti­ons­dy­na­mik verlang­samt sich. Bewer­tungs­fin­dung ist das Thema. Die im Markt vorhan­dene Unsi­cher­heit macht die Preis­fin­dung schwie­ri­ger. Dafür gibt es Gründe genug: Wech­sel­kurse, Supply Chain Probleme, Zins­ent­wick­lung. Die Covid-Poli­tik in China ist immer noch ein großes Problem, da sie die Liefer­ket­ten massiv beein­flusst. Die Infla­tion löst Diskus­sio­nen über Lohn­er­hö­hun­gen aus und erhöht auch die Preise bei Vorpro­duk­ten, ganz zu schwei­gen von den Ener­gie­kos­ten. Die dyna­mi­sche Preis­ent­wick­lung an die Kunden weiter­zu­ge­ben hat auch Gren­zen bzw. findet meis­tens mit einer Verzö­ge­rung statt.

2. Gibt es noch genü­gend Deals, in welchen Sekto­ren? Wann rech­nen Sie mit einem Rebound bzw. wie sehen die Szena­rien aus?

Ja, Deals gibt es. Vor allem im Health­Care-Bereich, bei Busi­ness Services, Infra­struk­tur und Tec/Software laufen die Trans­ak­tio­nen immer noch gut. Abwar­ten­der ist man bei ener­gie­in­ten­si­ven bzw. produ­zie­ren­den Indus­trien. Das Szena­rio ist nicht schön, die Einkaufs­preise für Vorpro­dukte sind gestie­gen und fast alle versu­chen über Zeit­ver­zö­ge­rung Kosten weiter zu geben.

3. Wie schät­zen Sie den Debt-Market ein, die Kosten stei­gen ja? Womit haben Private Equity-Firmen zu rechnen?

Finan­zie­run­gen sind schwe­rer zu bekom­men. Banken (und Debt-Finan­zie­rer) werden noch selek­ti­ver bei den Bran­chen. Die Kondi­tio­nen verschlech­tern sich. Insbe­son­dere die sog. Senior Banken sind zöger­li­cher bei der Kredit­ver­gabe und die Debt-Funds haben natür­lich die Kosten erhöht. In der Folge gibt es weni­ger Leverage beim Kauf von Firmen, was sich wiederum auf den Preis niederschlägt.

Des Weite­ren unter­zie­hen die Private Equity-Inves­to­ren ihre Port­fo­lios aktu­ell soge­nann­ten Stress-Tests: das bedeu­tet, bei welchem Unter­neh­men wird krisen­be­dingt der Cash­flow gerin­ger und wann läuft die bestehende Finan­zie­rung aus. Es kommt wieder zu mehr Coven­ants-Breaches (Vertrags­ver­let­zun­gen). Wir gehen aber auch davon aus, dass der Markt wieder erheb­lich an Dyna­mik gewinnt, sobald sich die derzei­ti­gen Risi­ken wieder besser einschät­zen lassen und die Unsi­cher­heit verschwindet.

 

 

Zur Person

Stefan Jaecker ist CEO von DC Advi­sory Germany und Poland und verfügt über mehr als 27 Jahre Erfah­rung im Invest­ment Banking. Seine Schwer­punkte liegen in der Bera­tung von Private Equity-Gesell­schaf­ten und Fami­lien-Unter­neh­men in komple­xen, grenz­über­schrei­ten­den M&A‑Situationen. Bevor Herr Jaecker zu DC Advi­sory stieß, arbei­tete er 17 Jahre lang für Kleinwort/Dresdner und Kleinwort/Commerzbank, wo er als Co-Head Corpo­rate Advi­sory und Head of M&A für die DACH-Region zustän­dig war.

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