ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe

Große Chancen im kleineren Mittelstand

Dazu 3 Fragen an Franz Reiffenstuel

Adelis
Foto: Franz Reiffenstuel
29. Mai 2024

Das Funda­ment der deut­schen Wirt­schaft ist der Mittel­stand. Etli­che Sekto­ren im klei­ne­ren Mittel­stand wie das Hand­werk bieten noch viel Poten­tial für Digi­ta­li­sie­rung und konstruk­tive Konso­li­die­rung. Das deut­sche Büro von Adelis hat sich diese Nischen auf die Fahne geschrie­ben mit Fokus auf 3 Kern­sek­to­ren: Busi­­ness-Services, Tech & Soft­ware und Health­care & Life Sciences.


Dazu 3 Fragen an Franz Reif­fen­stuel, verant­wort­lich für die DACH-Region im Adelis Büro in München

1. Adelis ist ein skan­di­na­vi­scher Inves­tor. Seit einem halben Jahr haben Sie ein deut­sches Büro. Worauf rich­tet sich Ihr Fokus?

Wir sind ein Wachs­tums­part­ner für den klei­ne­ren Mittel­stand. Meis­tens sind wir der erste Inves­tor, der loka­len Unter­neh­mern eine Perspek­tive aufzeigt, wie man das Geschäft erfolg­reich – und unter Beibe­hal­tung der Unter­neh­mens­kul­tur – in die nächste Gene­ra­tion über­führt und gleich­zei­tig zukunfts­fä­hig macht. In einem unse­rer Kern­sek­to­ren Busi­ness Services haben wir beispiels­weise in allen skan­di­na­vi­schen Ländern zahl­rei­che Hand­werks­be­triebe jeweils zu einem star­ken Netz­werk mit über­re­gio­na­ler Präsenz zusam­men­ge­schlos­sen und die loka­len Stand­orte mit profes­sio­nel­len Dienst­leis­tun­gen unter­stützt, u.a. in den Berei­chen Recrui­ting, Marke­ting, Einkauf, Abrech­nung und Finanzierung.

Seit unse­rer Grün­dung vor 10 Jahren haben wir 40 Platt­form­in­ves­ti­tio­nen abge­schlos­sen, für die wir mehr als 200 Zukäufe durch­ge­führt haben. Derzeit verwal­ten wir ca. €3 Mrd. verteilt über 5 Fonds-Gene­ra­tio­nen. Unser neues­ter Fonds hat ein Volu­men von €930 Mio., aller­dings begin­nen wir eine Part­ner­schaft bereits ab €15 Mio. Eigen­ka­pi­tal, meist um Mittel­ständ­ler bei einer Konso­li­die­rungs­stra­te­gie zu unterstützen.

2. Sie haben vor ca. 5 Jahren in Hand­verks­data, eine ERP-Soft­ware für das Hand­werk inves­tiert und den Umsatz bis 2023 verfünf­facht. Welche Fakto­ren spiel­ten hier eine Rolle?

Hand­verks­data war bei unse­rem Einstieg eine schwe­di­sche Firma mit dem Anspruch „den Büro­all­tag von Hand­wer­kern nach­hal­tig und dauer­haft zu erleich­tern.” Das Manage­ment-Team und die Verkäu­fer haben 46% der Anteile reinves­tiert und sich für Adelis als Wachs­tums­in­ves­tor entschie­den. Wir haben in das Produkt­an­ge­bot inves­tiert, die Soft­ware in die Cloud über­führt und die Anzahl der Soft­ware­ent­wick­ler von 30 bis Ende 2023 auf 100 ausge­baut. Darüber hinaus wurde die Präsenz der Gruppe mit passen­den Zukäu­fen in allen skan­di­na­vi­schen Ländern ausge­baut sowie der Markt­ein­stieg in Deutsch­land durchgeführt.

Das Wachs­tums­po­ten­zial der Gruppe bleibt lang­fris­tig weiter­hin sehr hoch, da der Hand­werks­sek­tor in der betrieb­li­chen Orga­ni­sa­tion viel­fach noch händisch unter­wegs ist und noch nicht mit ERP-Syste­men in Berüh­rung gekom­men ist. Die Digi­ta­li­sie­rung durch Hand­verks­data wird den Anwen­dern kauf­män­ni­sche Aufga­ben verein­fa­chen, einen besse­ren Projekt-Über­blick ermög­li­chen und große Effi­zi­enz­vor­teile generieren.

Auch die Inter­na­tio­na­li­sie­rung der Gruppe wird weiter voran­schrei­ten. Hier­für und für den Kauf der komple­men­tä­ren Firma Next, haben wir zu Beginn des Jahres 2024 den Inves­tor EQT als weite­ren Gesell­schaf­ter in die Gruppe aufge­nom­men und uns mittels eines Conti­nua­tion Fonds an einem Minder­heits­an­teil rück­be­tei­ligt, sodass wir auch die nächs­ten Jahre Part­ner für Hand­verks­data blei­ben können.

3. Was wollen Sie respek­tive Adelis in Deutsch­land erreichen?

Wir konzen­trie­ren uns weiter auf die Markt­ni­schen unse­rer 3 Kern­sek­to­ren, in denen Adelis bereits erfolg­reich Erfah­rung gesam­melt hat. — Im Tech & Soft­ware-Bereich sind wir der Über­zeu­gung, dass man mit KI-Anwen­dun­gen und zuneh­men­der Auto­ma­ti­sie­rung auch in Deutsch­land große Effi­zi­enz­ge­winne in vielen Bran­chen errei­chen kann. Unter Beweis stel­len das unsere Port­fo­lio-Unter­neh­men Pixelz (photo editing for e‑commerce) und Diakrit (real estate tech­no­logy and solutions).

Wenn man sich in der Baubran­che gut auskennt, kann man mit der rich­ti­gen Struk­tur durch eine Grup­pen­bil­dung viel errei­chen – und auch mit dem zuneh­men­den Fach­kräf­te­man­gel durch inno­va­ti­vere Recrui­ting-Möglich­kei­ten besser umgehen.

Unser drit­ter Sektor Health­care & Life Scien­ces ist geprägt von einem struk­tu­rel­len lang­fris­ti­gen Wachs­tums­trend, in dem wir uns auf attrak­tive Nischen wie Pharma-Zulie­fe­rer, Medi­zin­tech­nik-Unter­neh­men und Life Science Tools-Herstel­ler fokus­sie­ren. Hierin sind auch unsere Port­fo­lio-Unter­neh­men Europa Biosite  und SSI Diagno­stica tätig.

 

Über Franz Reiffenstuel: 

Franz Reif­fen­stuel ist Part­ner bei Adelis Equity Part­ners und verant­wor­tet die Inves­ti­tio­nen im deutsch­spra­chi­gen Raum. Er ist seit 2009 in der Private Equity Bran­che tätig, durch­ge­hend mit einem Fokus auf Wachs­tums­in­ves­ti­tio­nen und Part­ner­schaf­ten mit Unter­neh­mern. Vor Adelis arbei­tete er u.a. bei DPE, Chequers und Citi.

www.adelisequity.com

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