ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Family Offices als Partner bei Private Equity Investments

Dazu 3 Fragen an Dr. Christian Tappeiner

Weil Gots­hall & Manges
Foto: Dr. Chris­tian Tappeiner
Weitere Inter­views
1. Juli 2015

Zuneh­mend erken­nen Family Offices die Chan­cen von Direkt­be­tei­li­gun­gen in Unter­neh­men und entde­cken die Anla­ge­form Private Equity neu. Der Markt ist für diese Inves­to­ren sehr offen, man schätzt deren unter­neh­me­ri­sche Glaub­wür­dig­keit und oftmals lang­fris­tige Ausrich­tung. Zudem sind Fami­li­en­in­ves­to­ren auch häufig offen für Minder­heits­be­tei­li­gun­gen. Machen sie den Private Equity Funds das Feld streitig?


Dazu 3 Fragen an Part­ner bei Weil, Gotshal & Manges in Frank­furt a. Main

1. Vor welchen Über­le­gun­gen stehen Family Offices bei Private Equity Investments?

Family Offices stehen bei Invest­ments in Private Equity (= PE) vor der Frage, ob sie zukünf­tig eine (noch) akti­vere Rolle einneh­men wollen.  Family Offices, die bislang schon Invest­ments in Private Equity getä­tigt haben, haben vornehm­lich in Private Equity Funds inves­tiert oder als Co-Inves­tor zusam­men mit einem Private Equity Fund.  Zuneh­mend sehen wir im Markt Family Offices, die Mehr­heits­be­tei­li­gun­gen an Unter­neh­men erwer­ben wollen.  Damit steigt die Bedeu­tung von Family Offices im M&A / PE Markt.  Family Offices stehen damit aber auch mehr im Schein­wer­fer­licht und müssen die damit verbun­dene größere Verant­wor­tung tragen.

2. Wie unter­schei­den sich Family Offices von ande­ren Private Equity-Investoren?

Family Offices sind sehr verschie­den mit zum Teil ganz unter­schied­li­chen Inves­ti­ti­ons­zie­len.  Family Offices, die ähnlich wie Private Equity Inves­tors agie­ren, haben den Vorteil, dass sie in gerin­ge­rem Maße insti­tu­tio­nel­len Zwän­gen unter­lie­gen.  Die Höhe der Rendite und die Durch­füh­rung eines Exits ist daher weni­ger von Bedeu­tung.  Entschei­dend ist eine lang­fris­tige, sichere Anlage mit stabi­len Rendi­ten.  Insge­samt sind Family Offices sehr flexi­bel bei der Auswahl ihrer Inves­ti­tio­nen.  Family Offices inves­tie­ren z.B. auch in Nischen­be­rei­che, die eine vernünf­tige Rendite erwar­ten lassen, auch wenn der Markt für das Produkt rela­tiv klein ist und daher ein Exit schwie­rig wäre.

3. Welche Bedeu­tung haben die immer zahl­rei­cher werden­den Family Offices für den deut­schen M & A‑Markt und den Private Equity-Sektor?

Die Family Offices treten zuneh­mend in Konkur­renz zu Private Equity Funds.  Dies führt zu einer weite­ren Bele­bung des M&A‑Marktes in Deutsch­land, da zusätz­li­che Inves­to­ren auf der Bild­flä­che erschei­nen.  Dies führt aber auch dazu, dass Private Equity Häuser über­le­gen müssen, wie sie auf diese Konkur­renz reagie­ren wollen.  Aufgrund der tenden­zi­ell nied­ri­ge­ren Rendi­te­er­war­tun­gen der Family Offices können tenden­zi­ell höhere Kauf­priese bezahlt werden.  Vorteile gibt es auch bei der Notwen­dig­keit der Finan­zie­rung des Kauf­prei­ses, die bei vielen Family Offices nicht erfor­der­lich ist.  Insge­samt kann man die Entwick­lung als sehr posi­tiv bewer­ten, da durch die zuneh­mende Bedeu­tung von (Direkt-)Investments durch Family Offices der deut­sche M&A Markt weiter belebt wird.

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