ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

3 Fragen an kluge Köpfe

Abschwung? Aktuelle Entwicklungen im Private Equity-Sektor

Dazu 3 Fragen an Goetz Hertz-Eichenrode

HANNOVER Finanz Gruppe, Hannover
Foto: Goetz Hertz-Eichenrode
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14. Mai 2019

Viele Inves­to­ren verfol­gen im Hinblick auf die wirt­schaft­li­che Entwick­lung bereits einen von Vorsicht gepräg­ten Ansatz — rund die Hälfte der LPs haben ihre Anla­ge­stra­te­gien oder ‑modelle ange­passt, um sicher­zu­stel­len, dass sie auch für einen poten­ti­el­len Abschwung gut aufge­stellt sind. Gleich­zei­tig herrscht auf der Anle­ger­seite Zuver­sicht, dass die von Private Equity aufer­legte Diszi­plin die Wider­stands­fä­hig­keit von Unter­neh­men stärkt. 


Dazu 3 Fragen an Goetz Hertz-Eichen­rode, Spre­cher des Vorstands, HANNOVER Finanz Gruppe, Hannover

1. Die Hanno­ver Finanz ist jetzt 40 Jahre am Markt. Welche Trends können Sie aktu­ell im Eigen­ka­pi­tal-Sektor ausmachen?

Es gibt viel Anla­ge­ka­pi­tal im Markt. Außer­dem ist die Zahl der Private Equity-Gesell­schaf­ten weiter gewach­sen. Daher gibt es rela­tiv gese­hen weni­ger Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten und die unter­schied­li­chen Merk­male der Private-Equity-Häuser werden immer wich­ti­ger. Gerade für mittel­stän­di­sche Unter­neh­men ist es sehr wich­tig, zu wissen, mit wem sie zusam­men­kom­men. Wir raten daher immer dazu, dass sich Unter­neh­mer ihren neuen Private Equity-Part­ner vorab sehr genau anschauen soll­ten. Die HANNOVER Finanz unter­schei­det sich beispiels­weise durch ihre Ever­green-Fonds, 40 Jahre Erfah­rung mit der Betei­li­gung an mittel­stän­di­schen Unter­neh­men und durch ihr über vier Jahr­zehnte gewach­se­nes Experten-Netzwerk.

Aktu­ell werden Private Equity-Häuser vor dem Hinter­grund eines mögli­chen Abschwungs immer wähle­ri­scher und auch vorsich­ti­ger, und inves­tie­ren präfe­riert in nicht-zykli­sche Bran­chen – und damit stei­gen die Bewer­tun­gen für solche Unter­neh­men weiter an. Daraus könn­ten sich aber auch Chan­cen für erfah­rene Inves­to­ren in zykli­schen Bran­chen erge­ben wie beispiels­weise Auto­mo­tive, Anla­gen- und Maschi­nen­bau oder Handel und Einzel­han­del. Die HANNOVER Finanz zum Beispiel war in der letz­ten Finanz- und Wirt­schafts­krise mit dieser Stra­te­gie sehr erfolgreich.

2. Machen Sie bei poten­ti­el­len (zukünf­ti­gen) Port­fo­lio-Unter­neh­men schon regel­mä­ßig eine Digi­tal Due Diligence?

Die Digi­tal Due Dili­gence ist für uns natür­lich inte­gra­ler Bestand­teil der Due Dili­gence und steht bei fast jeder Betei­li­gungs­mög­lich­keit auf dem Plan. Wir sehen dies jedoch nicht als geson­der­ten Baustein an, sondern adres­sie­ren das Thema im Rahmen der Commer­cial Due Dili­gence – oft gemein­sam mit entspre­chen­den Exper­ten aus unse­rem Netz­werk. Dies gilt inzwi­schen für alle Branchen.

3. Wie wich­tig sind regio­nale Reprä­sen­tan­zen, um inter­es­sante Unter­neh­men auszumachen?

Vorab sei gesagt: Lokale Reprä­sen­tan­zen im Sinne von Nieder­las­sun­gen sind nicht unser Mittel der Wahl. Es bleibt beim Haupt­sitz in Hanno­ver und unse­rem öster­rei­chi­schen Büro in Wien. Wir sind ein klei­nes Team, leben vom persön­li­chen Austausch und sind viel unter­wegs, und zwar in allen Bundes­län­dern. Auch unsere Mitar­bei­ter aus Baden-Würt­tem­berg, Bayern oder Berlin haben ihren festen Dienst­sitz in Hanno­ver. Es ist jedoch sehr hilf­reich, dass wir zum Beispiel mit Joachim von Lohr – ehemals Mitglied der Geschäfts­lei­tung der SüdBG und in Baden-Würt­tem­berg zu Hause – unsere Präsenz in Süddeutsch­land verstärkt haben. Er wird zukünf­tig auch der Ansprech­part­ner für Anfra­gen aus der Schweiz sein. Auch andere Mitar­bei­ter brin­gen für bestimmte Regio­nen Lokal­ko­lo­rit mit und verfü­gen über entspre­chende lokale Netzwerke.

Neben den eige­nen Mitar­bei­tern ist jedoch ein bundes­wei­tes Netz­werk von M&A‑Häusern oder Unter­neh­mern, an deren Unter­neh­men wir in der Vergan­gen­heit betei­ligt waren, bei der Suche nach inter­es­san­ten Betei­li­gungs­mög­lich­ke­ten ein wich­ti­ger Baustein unse­rer Strategie.

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