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Vier von zehn MBOs regeln Nachfolge in Familienunternehmen

5. Februar 2019

Frank­furt am Main — Im vergan­ge­nen Jahr erreich­ten Unter­neh­mens­grün­der und Fami­lien unter den Veräu­ße­rern von Unter­neh­men an Finanz­in­ves­to­ren mit rund 40 Prozent den höchs­ten bisher ermit­tel­ten Anteil und damit ein neues Rekord­ni­veau. 19 von 47 Mana­ge­­ment-Buy-outs (MBOs) im mitt­le­ren Segment des deut­schen Buy-out-Mark­­tes waren 2018 eine Nach­fol­ge­lö­sung. Dies ist eine weitere Stei­ge­rung gegen­über den beiden vergan­ge­nen Jahren, die bereits ein über­durch­schnitt­li­ches Niveau von Buyouts aus Fami­li­en­hand verzeich­ne­ten. In den Jahren zuvor hatte kaum mehr als jede zehnte Trans­ak­tion einen Familienhintergrund.

„Grün­der und Fami­li­en­un­ter­neh­mer erken­nen zuneh­mend an, welchen Beitrag Finanz­in­ves­to­ren zur Weiter­ent­wick­lung ihrer Unter­neh­men leis­ten können“, so Tors­ten Grede, Spre­cher des Vorstands der DBAG. Und weiter: „Wir sehen jetzt mehr und mehr Unter­neh­mer, die mit neuen Geschäfts­mo­del­len in zukunfts­träch­ti­gen Bran­chen neue Gesell­schaf­ter suchen – damit verbrei­tert sich der Markt für uns.“

Auch insge­samt gab es einen deut­li­chen Anstieg der Buy-out-Akti­­vi­­tät. Mit 47 Trans­ak­tio­nen haben Finanz­in­ves­to­ren im vergan­ge­nen Jahr im deut­schen Mittel­stand 12 MBOs mehr struk­tu­riert als noch 2017. Dies ist eben­falls ein neuer Höchst­wert für dieses Markt­seg­ment seit Beginn der Auswer­tung durch die Deut­sche Betei­li­gungs AG (DBAG) im Jahr 2002. In nahezu jeder zwei­ten Trans­ak­tion (21 von 47) waren Finanz­in­ves­to­ren auf beiden Seiten aktiv, also als Verkäu­fer und als Käufer. Abspal­tun­gen von Konzer­nen oder aus Konglo­me­ra­ten waren mit sieben Fällen 2018 erneut die Ausnahme.

In der Auswer­tung werden ausschließ­lich Trans­ak­tio­nen berück­sich­tigt, in de-nen Finanz­in­ves­to­ren Unter­neh­men mehr­heit­lich unter Betei­li­gung des Manage­ments erwor­ben haben und die einen Trans­ak­ti­ons­wert für das schul­den­freie Unter­neh­men von 50 bis 250 Millio­nen Euro aufwei­sen. Grund­lage sind öffent­lich zugäng­li­che Quel­len sowie Schät­zun­gen und Recher­chen der DBAG in Zusam­men­ar­beit mit FINANCE.

Private Equity-Gesel­l­­schaf­­ten finan­zier­ten im vergan­ge­nen Jahr Buy-outs im deut­schen Mittel­stand im Wert von gut 4,8 Milli­ar­den Euro. Dies ist der höchste Wert seit 2002, dem Beginn der Auswer­tung; 2017 hatte das Markt­vo­lu­men 4,4 Milli­ar­den Euro betra­gen. Der durch­schnitt­li­che Unter­neh­mens­wert ging von 126 Millio­nen Euro auf 103 Millio­nen Euro zurück. Anders als 2017 entfiel jetzt die große Mehr­zahl der Trans­ak­tio­nen (30 von 47) auf den unte­ren Teil des Segments (Unter­neh­mens­wert: 50 Millio­nen Euro bis 100 Millio­nen Euro). Dies entspricht dem hohen Anteil von Unter­neh­mens­grün­dern unter den Veräu­ße­rern: Von den 19 MBOs, in denen Finanz­in­ves­to­ren Fami­lien als Gesell­schaf­ter ablös­ten, waren 13 Veräu­ße­run­gen durch den Unter­neh­mens­grün­der. Wie im Vorjahr wurde rund die Hälfte der Trans­ak­tio­nen (24 von 47) durch multi­na­tio­nale, pan-euro­­päi­­sche Private-Equity-Fonds strukturiert.

Die Deut­sche Betei­li­gungs AG ist 2018 in der Liste der Buy-outs mit drei MBOs vertre­ten. Sie gehört damit erneut zu den aktivs­ten Finanz­in­ves­to­ren für priva­tes Betei­li­gungs­ka­pi­tal in dem betrach­te­ten Markt­seg­ment. In den vergan­ge­nen 15 Jahren entfie­len 27 Trans­ak­tio­nen auf die DBAG, so viele wie auf keinen ande­ren Finanzinvestor.

Family Offices werden zuneh­mend als echte Konkur­renz wahrgenommen
Trotz des größe­ren Markt­vo­lu­mens ist der Wett­be­werb im mittel­stän­di­schen deut­schen Buy-out-Markt inten­siv. Denn auch das Kapi­tal­an­ge­bot wächst. Neben die bekann­ten Private Equity-Gesel­l­­schaf­­ten mit Fokus auf Betei­li­gun­gen im deut­schen Mittel­stand treten weitere Gesell­schaf­ten, die erst­mals Fonds für Betei­li­gun­gen in diesem Segment an den Markt brin­gen. Hinzu kommt das Kapi­tal multi­na­tio­na­ler Private Equity-Fonds, die eben­falls auf den deut­schen Markt zielen. Das zur Verfü­gung stehende Kapi­tal wird auch 2019 die Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten übersteigen.

Neben dem reich­li­chen Kapi­tal­an­ge­bot sehen sich Private-Equity-Gesel­l­­schaf­­ten wach­sen­dem Wett­be­werb durch Family Offices gegen­über. Wie stark, zeigt die aktu­elle Umfrage unter Invest­ment­ma­na­gern aus mehr als 50 in Deutsch­land täti­gen Private Equity-Häusern, die alle sechs Monate im Auftrag der DBAG vom Fach­ma­ga­zin FINANCE über Trends im deut­schen Mittel­stands­seg­ment befragt werden. 72 Prozent von ihnen sahen – stra­te­gi­sche Käufer einmal außer Acht gelas­sen – in Family Offices zuletzt die größte Konkur­renz außer­halb des Private Equity-Lagers. Vor einem Jahr taten dies nur 59 Prozent. Der These, dass Family Offices Private-Equity-Inves­­to­­ren im Kampf um mittel­stän­di­sche Über­nah­me­ziele in den vergan­ge­nen 12 bis 24 Mona­ten das Leben schwer gemacht haben, stimm­ten mehr als 80 Prozent der Befrag­ten zu. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass zumin­dest jene Family Offices, die Private-Equity-übli­che Struk­tu­ren aufge­baut haben, zu den ange­stamm­ten PE-Häusern aufge­schlos­sen haben. So werden Family Offices nicht nur als Konkur­renz bei bila­te­ra­len Gesprä­chen mit Verkäu­fern mittel­stän­di­scher Unter­neh­men wahr­ge­nom­men, sondern nahezu ebenso stark in Auktionen.

Die Konkur­renz der Betei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten unter­ein­an­der wird der Umfrage zufolge auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 10 (sehr hoch) mit 8,4 be-wertet – diese Einschät­zung hat sich in den vergan­ge­nen drei Jahren kaum verändert.

DBAG löst 2018 Eigen­ka­pi­tal­in­ves­ti­tio­nen über 270 Millio­nen Euro aus
Die Deut­sche Betei­li­gungs AG hat 2018 für die von ihr bera­te­nen Fonds acht Mana­ge­­ment-Buy-outs struk­tu­riert: Drei davon, nämlich die MBOs der Maschi­nen und Anla­gen­bau­un­ter­neh­men Karl Eugen Fischer GmbH und Kraft & Bauer GmbH sowie des Auto­mo­bil­zu­lie­fer­un­ter­neh­mens Sero Schrö­der Elek­tro­nik Rohr­bach GmbH, sind in die eingangs erwähnte Statis­tik einge­gan­gen. die fünf weite­ren MBOs sind ande­ren Markt­seg­men­ten zuzu­ord­nen. Die DBAG löste dafür Eigen­ka­pi­tal­in­ves­ti­tio­nen über rund 270 Millio­nen Euro aus. Ihr stehen für Betei­li­gun­gen im Mittel­stand zwei Fonds zur Verfü­gung: Der DBAG Fund VII – mit einer Milli­arde Euro Mittel­zu­sa­gen der größte deut­sche Private Equity-Fonds für Betei­li­gun­gen im Mittel­stand – kann bis zu 200 Millio­nen Euro Eigen­ka­pi­tal je Trans­ak­tion einset­zen; die Mittel des Fonds sind gut zwei Jahre nach Inves­ti­ti­ons­be­ginn zu mehr als 50 Prozent gebun­den. Der DBAG ECF inves­tiert mehr­heit­lich oder minder­heit­lich in Unter­neh­men mit klei­ne­rem Unter­neh­mens­wert; er rich­tet seinen Fokus vor allem auf inha­ber­ge­führte mittel­stän­di­sche Unter­neh­men und bietet über eine breite Palette von Finan­zie­rungs­for­men eine hohe Flexi­bi­li­tät hinsicht­lich der Betei­li­gungs­quote oder der Halte­dauer, die für Unter­neh­mer beson­ders wich­tig ist.

Wert­stei­ge­rung anspruchsvoller
Trotz der zuletzt dyna­mi­schen Entwick­lung des Buy-out-Mark­­tes geht die DBAG für 2019 nicht von einem weite­ren Anstieg der Zahl der Mittel­­stands-MBOs aus. „Makro­öko­no­mi­sche Verwer­fun­gen, etwa durch den Brexit und Handels­kon­flikte, erhö­hen die Unsi­cher­heit – das kann die Preis­fin­dung im M&A‑Geschäft und die Markt­dy­na­mik beein­flus­sen“, sagte Vorstands­spre­cher Grede. „Für das bestehende Port­fo­lio bleibt die Heraus­for­de­rung an Auswahl und Umset­zung von Wert­stei­ge­rungs­stra­te­gien – etwa die Erwei­te­rung der Produkt­pa­lette oder die geogra­fi­sche Markt­er­schlie­ßung – groß.“

Weitere Infor­ma­tio­nen sowie die voll­stän­di­gen Ergeb­nisse der Markt­be­fra­gung und der Markt­sta­tis­tik einschließ­lich der voll­stän­di­gen Liste der MBOs im deut­schen Mittel­stand sind auf der Website der DBAG (www.dbag.de) verfügbar.

Über die Deut­sche Betei­li­gungs AG
Die börsen­no­tierte Deut­sche Betei­li­gungs AG initi­iert geschlos­sene Private-Equity-Fonds und inves­tiert an der Seite der DBAG-Fonds in gut posi­tio­nierte mittel­stän­di­sche Unter­neh­men mit Entwick­lungs­po­ten­zial. Einen Schwer­punkt legt die DBAG auf die Indus­trie­sek­to­ren, in denen der deut­sche Mittel­stand im inter­na­tio­na­len Vergleich beson­ders stark ist. Mit dieser Erfah­rung, mit Know-how und Eigen­ka­pi­tal stärkt sie die Port­fo­lio­un­ter­neh­men darin, eine lang­fris­tige und wert­stei­gernde Unter­neh­mens­stra­te­gie umzu­set­zen. Der unter­neh­me­ri­sche Inves­ti­ti­ons­an­satz macht die DBAG zu einem begehr­ten Betei­li­gungs­part­ner im deutsch­spra­chi­gen Raum. Das vom DBAG-Konzern verwal­tete und bera­tene Kapi­tal beträgt rund 1,8 Milli­ar­den Euro.

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