mbiomics sichert sich € 30 Mio. für mikrobiombasierte Therapeutika
München — Das Münchner TechBio-Unternehmen mbiomics hat seine Series A‑Finanzierungsrunde erfolgreich auf insgesamt 30 Millionen Euro erweitert. Mit dem Kapital will das Unternehmen die klinische Entwicklung seines Leitkandidaten vorantreiben und seine skalierbare Plattform für mikrobiombasierte Therapien weiter ausbauen. Zu den Investoren zählen unter anderem die bestehenden Geldgeber MIG Fonds und Bayern Kapital.
Die mbiomics GmbH aus München/Neuried hat das dritte Closing ihrer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 12 Millionen Euro abgeschlossen und damit insgesamt 30 Millionen Euro eingesammelt.
Mit den zusätzlichen Mitteln plant das Unternehmen, seine präklinischen Datenpakete zur Vorbereitung einer IND-Einreichung weiter auszubauen sowie die GMP-Entwicklung und Produktion zu beschleunigen. Im Fokus steht dabei die Vorbereitung der klinischen Prüfung des Leitkandidaten MBX-116, der als Co-Therapie zu Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei fortgeschrittenem Melanom eingesetzt werden soll. Der Start einer Phase-1b-Studie ist für 2027 vorgesehen.
mbiomics entwickelt sogenannte Live Biotherapeutic Products (LBPs) – orale Therapeutika auf Basis lebender bakterieller Stämme. Ziel ist es, das funktionelle und metabolische Potenzial des Darmmikrobioms in einem standardisierten, pharmazeutischen Format nutzbar zu machen. Während fäkale Mikrobiota-Transplantationen bereits die Wirksamkeit mikrobiombasierter Ansätze gezeigt haben, gelten sie als schwer skalierbar. Hier setzt mbiomics mit einer eigenen Technologieplattform an, die das Design, die Analyse und die Herstellung komplexer mikrobieller Konsortien ermöglicht.
Die Plattform kombiniert KI- und Machine-Learning-gestützte Verfahren mit proprietären Analyse-Technologien sowie skalierbaren Co-Kultivierungs- und Screening-Ansätzen. Damit will das Unternehmen die Entwicklung definierter mikrobieller Gemeinschaften vorantreiben und diese gezielt für therapeutische Anwendungen einsetzen.
„Während das klinische Potenzial des Darmmikrobioms gut verstanden ist, stellte die Entwicklung mikrobiombasierter Therapeutika zu skalierbaren Produkten bislang eine erhebliche technische Herausforderung dar. Bei mbiomics lösen wir dieses Problem durch den Aufbau eines vollständigen Technologie-Stacks für Design, Analyse, Screening und Herstellung komplexer mikrobieller Konsortien. Unser Fokus liegt nun darauf, unseren Leitkandidaten MBX-116 in die klinische Prüfung zu bringen“, sagt Dr. Johannes B. Wöhrstein, CEO und Co-Founder von mbiomics.
Neben der Onkologie arbeitet mbiomics an einer breiteren Pipeline mikrobiombasierter Therapeutika. Perspektivisch sollen weitere Indikationen adressiert werden, bei denen das Darmmikrobiom eine zentrale Rolle spielt, darunter Autoimmun- und neurodegenerative Erkrankungen.