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Foto: Dr. Achim Plum, Managing Director at DeepTech & Climate Fonds (DTCF) & HTGF (Foto: HTGF)

DTCF führt Series‑B in Höhe von 18 Mio. € für STENON

Foto: Dr. Achim Plum, Mana­ging Direc­tor at DeepT­ech & Climate Fonds (DTCF) & HTGF (Foto: HTGF)
7. Juli 2026

Berlin — Farming smar­ter. Stenon gab eine Serie-B-Finan­­zie­rungs­­runde in Höhe von 18 Mio. € bekannt, um den Ausbau seiner proprie­tä­ren „Soil Intelligence“-Technologie voran­zu­trei­ben. Die Runde wurde von Pymwy­mic, dem euro­päi­schen Impact-Inves­­tor, gemein­sam mit dem DeepT­ech & Climate Fonds (DTCF) ange­führt. Atlantic.vc unter­stützt das Team bereits seit 2018 und ist auch an dieser Runde beteiligt.

Im Anschluss an die Finan­zie­rungs­runde strebt Stenon eine kommer­zi­elle Expan­sion in Brasi­lien und auf dem gesam­ten südame­ri­ka­ni­schen Markt, in Zentral­asien sowie in ausge­wähl­ten euro­päi­schen Ländern an. Das Unter­neh­men wird noch im Laufe des Jahres 2026 ein voll­stän­dig maschi­nen­in­te­grier­tes Echt­­zeit-System zur Nähr­stoff­ana­lyse auf den Markt bringen.

„Echt­­zeit-Boden­­­da­­ten sind die Infra­struk­tur für die moderne Land­wirt­schaft.  Stenon hat die Grund­lage geschaf­fen, um diese in großem Maßstab bereit­zu­stel­len. Land­wirte tref­fen heute Dünge­­mi­t­­tel-Entschei­­dun­­gen im Millio­­nen-Euro-Bereich auf der Grund­lage von Boden­da­ten, die bereits Wochen alt sind. Stenon schließt diese Lücke direkt auf dem Feld – gestützt auf ein Sensor­sys­tem, das wirk­lich schwer nach­zu­bil­den ist, und ein skalier­ba­res Hard­­ware-SaaS-Modell. Genau in diese Art von Deep-Tech-Unter­­neh­­men inves­tiert DTCF, und wir freuen uns darauf, das Team bei seinem Wachs­tum zu unter­stüt­zen“, so Dr. Achim Plum, Geschäfts­füh­rer bei DTCF.

„Was mich über­zeugt hat, ist, dass das Stenon-Team nicht nur ein besse­res Mess­in­stru­ment entwi­ckelt hat. Es hat mithilfe von KI-gestüt­z­­ter Echt­zeit­ana­lyse und einem intel­li­gen­ten SaaS-Modell ein echtes Platt­form­ge­schäft geschaf­fen – eines mit dem Poten­zial, die Düngungs­pra­xis in der Land­wirt­schaft nach­hal­tig zu verän­dern. Diese Kombi­na­tion aus tech­ni­scher Tiefe und kommer­zi­el­ler Klar­heit ist selten”, erklärt Günther Bogen­rie­der, Invest­ment Mana­ger at DTCF.

Stick­stoff­dün­ger: die Erfin­dung des Jahrhunderts

Im Jahr 1909 entwi­ckel­ten Fritz Haber und Carl Bosch in einem Labor in Karls­ruhe das Haber-Bosch-Verfah­­ren zur Herstel­lung von Stick­stoff­dün­ger. Es gilt als eine der wich­tigs­ten Entde­ckun­gen des 20. Jahr­hun­derts, da es die Ernte­er­träge dras­tisch stei­gerte und es dem Plane­ten ermög­lichte, eine Bevöl­ke­rungs­explo­sion von damals 1,6 Milli­ar­den auf heute über 8 Milli­ar­den Menschen zu verkraf­ten. Die moderne Land­wirt­schaft, das globale Ernäh­rungs­sys­tem, basiert auf Stick­stoff­dün­ger; die Hälfte des gesam­ten Nahrungs­mit­tel­pro­duk­ti­ons­sys­tems ist heute davon abhängig.

Stick­stoff­dün­ger hat das beispiel­lose Wachs­tum der Mensch­heit ermög­licht, dabei jedoch eine syste­ma­ti­sche Belas­tung verur­sacht. Heute verbraucht der Prozess 2 % der gesam­ten welt­wei­ten Ener­gie und verur­sacht 1,3 % der ener­gie­be­zo­ge­nen CO₂-Emis­­sio­­nen welt­weit. Die Herstel­lung von Stick­stoff­dün­ger ist stark von Erdgas abhän­gig, wodurch die welt­weite Nahrungs­mit­tel­ver­sor­gung direkt mit einem der umstrit­tens­ten, vola­tils­ten und geopo­li­tisch brisan­tes­ten Rohstoffe der Erde verknüpft ist. Da 40 % der welt­wei­ten Stick­stoff­ex­porte von nur vier Ländern (Russ­land, China, Katar und Saudi-Arabien) kontrol­liert werden, ist der wich­tigste Teil unse­rer Gesell­schaf­ten – die Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion – extre­men Schocks ausge­setzt. Man denke nur an die Straße von Hormus, den einzi­gen Seeweg-Korri­­dor, über den rund 30 % des welt­wei­ten Dünge­mit­tel­han­dels abge­wi­ckelt werden und der die Wirt­schaft­lich­keit der Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion über Nacht verän­dern kann.

Die syste­mi­sche Abhän­gig­keit von Stickstoffdünger

Und doch gibt es keinen Ausweg. Würde man synthe­ti­schen Stick­stoff ohne Ersatz abschaf­fen, würde das globale Nahrungs­mit­tel­sys­tem zusam­men­bre­chen. Stick­stoff­dün­ger ist einer der wich­tigs­ten Rohstoffe der Welt, da die Ernte­er­träge und die Lebens­mit­tel­preise direkt davon abhängen.

Der finan­zi­elle Druck ist bereits akut: Im April 2026 lagen die Preise für Stick­stoff­dün­ger in der gesam­ten Euro­päi­schen Union laut der Euro­päi­schen Kommis­sion um 71 % über ihrem Durch­schnitt von 2024. Im ersten Quar­tal 2025 melde­ten mehr US-Land­­wirte Insol­venz an als in jedem voll­stän­di­gen Jahr seit 2021. Eine Umfrage der Ameri­can Farm Bureau Fede­ra­tion machte deut­lich, dass sich 70 % der US-Land­­wirte den für die Saison benö­tig­ten Dünger nicht leis­ten konnten.

Nach wie vor geht mehr als die Hälfte des ausge­brach­ten Stick­stoffs aufgrund einer subop­ti­ma­len Nutzung verlo­ren. Das Ziel besteht nicht unbe­dingt darin, den Bedarf an Stick­stoff­dün­ger ganz zu besei­ti­gen, sondern ihn zu mini­mie­ren. Dies lässt sich durch eine zuneh­mende Profes­sio­na­li­sie­rung der Land­wirt­schaft errei­chen. Jahr­zehn­te­lang musste man, um heraus­zu­fin­den, wie viel Stick­stoff ein Feld tatsäch­lich enthielt, Boden­pro­ben entneh­men und wochen­lang auf die Labor­er­geb­nisse warten. Bis die Ergeb­nisse vorla­gen, hatten Feuch­tig­keit und Tempe­ra­tur das Stick­stoff­pro­fil bereits verän­dert, und die Daten waren veral­tet. Den Land­wir­ten blieb nichts ande­res übrig, als Dünger auf der Grund­lage allge­mei­ner histo­ri­scher Durch­schnitts­werte auszu­brin­gen – die teuerste Schät­zung in der moder­nen Land­wirt­schaft, bei der die gesamte wirt­schaft­li­che Renta­bi­li­tät auf das Spiel gesetzt wird.

Stei­ge­rung der Erträge und Verrin­ge­rung der Risi­ken in der Landwirtschaft

Ein Jahr­hun­dert, nach­dem Haber und Bosch ihre Entde­ckung in Deutsch­land vom Labor auf den Markt gebracht hatten, tat Stenon dasselbe und widmete sich dem Problem der effek­ti­ven Nutzung von Stick­stoff­dün­ger. Stenon begann 2018 mit der Entwick­lung fort­schritt­li­cher Sensor­tech­ni­ken und daten­ge­stütz­ter Lösun­gen für die Land­wirt­schaft. In den vergan­ge­nen zehn Jahren hat das Unter­neh­men die Tech­no­lo­gie auf den Markt gebracht. Land­wirt­schafts­be­triebe, die Stenon einset­zen, senken ihren Stick­stoff­ver­brauch um 20–40 % und stei­gern gleich­zei­tig ihre Erträge um 2–8 %.

“Land­wirte haben zwar keinen Einfluss auf das welt­weite Stick­stoff­an­ge­bot oder die Preise, können aber steu­ern, wie präzise jedes Kilo­gramm einge­setzt wird. Durch die Kombi­na­tion von Echt­zeit­mes­sun­gen des pflan­zen­ver­füg­ba­ren Stick­stoffs mit Erkennt­nis­sen zum orga­ni­schen Kohlen­stoff (SOC) helfen wir unse­ren Kunden, bessere kurz­fris­tige Düngungs­ent­schei­dun­gen zu tref­fen und eine länger­fris­tige Perspek­tive auf die Boden­pro­duk­ti­vi­tät zu entwi­ckeln,” Niels Grab­bert, Grün­der & CEO von Stenon.

Über Stenon

Stenon wurde 2018 gegrün­det und hat seinen Haupt­sitz in Pots­dam. Das Unter­neh­men entwi­ckelt Echt­­zeit-Boden­­­da­­ten­in­fra­­struk­­tu­­ren für die Agrar­wirt­schaft. Seine Farm­Lab-Plat­t­­form kombi­niert proprie­täre opti­sche und elek­tri­sche Sensor­tech­no­lo­gie, KI und Cloud-Soft­­ware, um wich­tige Boden­pa­ra­me­ter direkt auf dem Feld zu messen und diese in agro­no­mi­sche Entschei­dun­gen umzu­set­zen. Die Tech­no­lo­gie wird bereits in Südame­rika, Zentral­asien und Europa einge­setzt und hilft Land­wir­ten dabei, ihre Ernte­er­träge zu stei­gern und den Einsatz von Stick­stoff­dün­ger zu reduzieren.

Über DeepT­ech & Climate Fonds

Der DeepT­ech & Climate Fonds (DTCF) inves­tiert bis zu 50 Millio­nen Euro in wachs­tums­starke Deep-Tech- und Climate-Tech-Unter­­neh­­men in Deutsch­land und Europa. Als Anker­in­ves­tor und Part­ner lang­fris­tig orien­tier­ter euro­päi­scher Inves­to­ren unter­stützt der DTCF Unter­neh­men mit langen Entwick­lungs­zy­klen und hohem Finanz­be­darf bei der Umset­zung nach­hal­ti­ger Wachs­tums­stra­te­gien und trägt aktiv zum Ausbau des Tech­­no­­lo­­gie-Ökosys­­tems bei. Der Fonds fungiert als Brücke zwischen Inves­to­ren, mittel­stän­di­schen Unter­neh­men und inno­va­ti­ven High-Tech-Start-ups in den Berei­chen Klima, Compu­ting, Indus­trie und Life Scien­ces. Finan­ziert aus Mitteln des Deut­schen Zukunfts­fonds und des ERP-Sonder­­fonds plant der DTCF, in den kommen­den Jahren 1 Milli­arde Euro zu inves­tie­ren, um das euro­päi­sche Tech­­no­­lo­­gie-Ökosys­­tem zu stär­ken. — https://dtcf.de/

Über Atlantic.vc

Atlantic.vc ist eine in Berlin ansäs­sige Risi­ko­ka­pi­tal­ge­sell­schaft, die in heraus­ra­gende Teams und Tech­no­lo­gien in ganz Europa inves­tiert. Seit ihrer Grün­dung im Jahr 2016 hat Atlantic.vc über 150 Teams als Lead-Inves­­tor in der ersten Finan­zie­rungs­runde unter­stützt. — https://atlantic.vc/

 

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