Cottonwood Technology führt € 3 Mio.-Runde für plasmotion an
Chemnitz — plasmotion, ein deutsches DeepTech-Unternehmen, das Industriemaschinen und firmeneigene Elektrolyte für die plasmaelektrolytische Oberflächenbearbeitung von Metallbauteilen entwickelt und herstellt, hat sich eine neue Finanzierung in Höhe von 3 Millionen Euro gesichert, angeführt vom Cottonwood Technology Fund und unterstützt durch den Fonds des Europäischen Innovationsrats (EIC). Die Investition wird die nächste Phase des industriellen Wachstums von plasmotion unterstützen, darunter die weitere Kommerzialisierung seiner firmeneigenen Plasmapoliertechnologien, die Skalierung seiner Standard-Maschinenplattformen und den Ausbau seines Geschäfts mit Industriekunden in Europa und weltweit.
plasmotion hat seinen Sitz in der Region Chemnitz, einem der traditionellen Zentren Deutschlands für fortschrittliche Fertigung und Maschinenbau. Das Unternehmen ist ein Spin-off der TU Bergakademie Freiberg und entwickelt eine neue Generation automatisierter Technologien zur Oberflächenbearbeitung von Metallbauteilen.
Seine Technologie kombiniert Elektrochemie und Plasmaphysik, um Metalloberflächen zu polieren, zu entgraten, zu reinigen und zu modifizieren – ohne herkömmliches mechanisches Polieren oder aggressive chemische Verfahren. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist die von plasmotion entwickelte JETPEP-Technologie, die es ermöglicht, das plasmaelektrolytische Polieren selektiv auf bestimmte Bereiche eines Bauteils anzuwenden. Mithilfe eines kontrollierten Elektrolyt-Strahls können bei diesem Verfahren komplexe Geometrien und einzelne Oberflächen bearbeitet werden, ohne dass ein gesamtes Bauteil eingetaucht und poliert werden muss. Dies eröffnet Anwendungsmöglichkeiten für große und komplexe Bauteile sowie für Fertigungsumgebungen, in denen unterschiedliche Teile unterschiedliche Oberflächenanforderungen stellen.
plasmotion vereint firmeneigene Elektrolytformulierungen, Prozess-Know-how, hauseigenen Maschinenbau und Automatisierung zu einer integrierten Lösung. Die Elektrolyte auf Wasser- und Salzbasis sind für ein breites Spektrum an Metallen und Legierungen ausgelegt, darunter Edelstähle, Titan, Aluminium, Kupfer und Speziallegierungen.
Die Technologie ermöglicht Oberflächenrauheiten von bis zu etwa Ra 0,02 µm und vereint gleichzeitig Polieren, Entgraten und Reinigen. Bestehende und validierte Anwendungsbereiche reichen von der Medizintechnik und Feinmechanik über Schmuck und Werkzeugbau bis hin zu Halbleiterausrüstung und anderen hochmodernen Fertigungsbranchen.
Industrialisierung eines neuen Ansatzes zur Oberflächenveredelung
Viele hochwertige Metallkomponenten erfordern nach wie vor ein arbeitsintensives mechanisches Polieren oder herkömmliche elektrochemische Verfahren, die mehrere Produktionsschritte umfassen. Das Ziel von plasmotion ist es, diese komplexen Prozessketten durch hochautomatisierte und reproduzierbare Endbearbeitungsverfahren zu ersetzen, die sich direkt in die industrielle Fertigung integrieren lassen. Die einzigartige Kombination aus Plasmaphysik, Elektrochemie und Strömungsdynamik ermöglicht dies durch eine unübertroffene geometrische Genauigkeit.
Das Portfolio des Unternehmens umfasst die dive.pro-Systeme für das tauchbasierte Plasmapolieren sowie die auf der JETPEP-Plattform von plasmotion basierenden jet.pro-Systeme für die punktuelle Bearbeitung. Beide kommen vollständig ohne den Einsatz gefährlicher Stoffe aus und lassen sich daher problemlos in eine CNC-Fertigungsumgebung integrieren – ohne spezielle Bodenbeläge und ohne spezielle Schutzausrüstung.
Vincent Stepputat, Mitbegründer und CEO von plasmotion, sagte: „Wir hatten nie vor, Laborgeräte zu bauen. Jede plasmotion-Maschine wird von der ersten Skizze an für die hochwertige Fertigung konzipiert – als Standardmaschine, die ein Kunde einmal qualifiziert und dann Schicht für Schicht in der Produktion einsetzt. Unsere dive.pro-Systeme leisten genau das bereits in den Fertigungshallen unserer Kunden. Mit Cottonwood und dem EIC-Fonds an unserer Seite werden wir nun JETPEP auf denselben industriellen Reifegrad bringen und plasmotion international ausbauen.“
Patrick Claessen, Partner beim Cottonwood Technology Fund, sagte: „plasmotion ist genau die Art von industriellem Deep-Tech-Unternehmen, in das Cottonwood gerne investiert: komplexe Wissenschaft, umgesetzt in eine Technologie, die ein sehr konkretes Fertigungsproblem löst. Die Oberflächenbearbeitung mag wie ein relativ einfacher Schritt in der Fertigung erscheinen, doch bei hochpräzisen Bauteilen kann sie einer der arbeitsintensivsten, kostspieligsten und am schwierigsten zu automatisierenden Prozesse sein. Wir sehen erhebliche Chancen, diese Technologie weltweit zu skalieren.“
Die neue Finanzierung wird dazu verwendet, die Systeme jet.pro und jet.pro 3D in die Serienproduktion zu überführen, die Fertigung der Standardmaschinen und Elektrolyte von plasmotion auszuweiten sowie den Vertrieb und die Anwendungsentwicklung in Europa und international auszubauen. Die Finanzierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die europäische Industrie zunehmend auf fortschrittliche Fertigung, Automatisierung, Ressourcen-Effizienz und die Verringerung der Abhängigkeit von arbeitsintensiven Produktionsprozessen konzentriert.
Über plasmotion
Die plasmotion GmbH entwickelt und fertigt Industriemaschinen sowie firmeneigene Elektrolyte für die plasmaelektrolytische Oberflächenbearbeitung von Metallen. Ihre Lösungen ermöglichen es Industriekunden, Metallbauteile in hochautomatisierten Prozessen zu polieren, zu entgraten, zu reinigen und zu modifizieren. Das Portfolio des Unternehmens umfasst drei Säulen: die Standardmaschinen „dive.pro“ für das tauchbasierte Plasmapolieren, die bereits bei Industriekunden in der Serienproduktion im Einsatz sind; jet.pro und jet.pro 3D, basierend auf JETPEP, der firmeneigenen Technologie für die selektive, lokalisierte plasmaelektrolytische Bearbeitung; sowie firmeneigene Elektrolytlösungen.
Als Spin-off der TU Bergakademie Freiberg ist plasmotion in der Technologieregion Chemnitz/Freiberg in Sachsen ansässig und bedient Anwendungen in verschiedenen Bereichen der fortschrittlichen Fertigungsindustrie. — www.plasmotion.com
Über den Cottonwood Technology Fund
Der Cottonwood Technology Fund ist ein Venture Capital-Fonds für Frühphasen-Investitionen, der zu den besten 10 Prozent seiner Branche gehört. Sein Schwerpunkt liegt auf den Bereichen „Hard Science“ und „Deep Tech“, wobei er IP-getriebene Unternehmen in der (Pre-)Seed- und Frühphase finanziell unterstützt. Cottonwood tätigt Impact-Investments in Schlüsseltechnologien wie Photonik, Mikro- und Nanoelektronik, Quantenphysik, fortschrittliche Werkstoffe, Nanotechnologie, Medizintechnik, Klimatechnik, fortschrittliche Fertigung und Robotik. Cottonwood konzentriert sich auf Start-ups aus den Niederlanden, Deutschland und dem Südwesten der USA – Regionen mit zahlreichen nationalen Laboren, Forschungsuniversitäten und Forschungszentren.
Zu den aktuellen und früheren Investitionen zählen Skorpios Technologies, Sarcos Robotics (NASDAQ: PDYN), BayoTech, Sencure, Infinitum Electric, Flexiramics, Daisy Genomics, SoundEnergy, Circular Genomics, Matrix Wildfire, Green Theme Technologies, Reyedar, Smartnanotubes Technologies, Keiron Printing Technologies, Orange Quantum Systems, Falqon Technologies, Brilliance RGB, QT Sense, inPhocal, Casmir, Applied Impact Robotics und Plasmotion. — www.cottonwood.vc
Über den Fonds des Europäischen Innovationsrats (EIC)
Der Fonds des Europäischen Innovationsrats der Europäischen Kommission ist ein Deep-Tech-Investor, der in alle Technologiebereiche investiert. Der EIC-Fonds zielt darauf ab, eine entscheidende Finanzierungslücke zu schließen und Unternehmen bei der Entwicklung und Vermarktung disruptiver Technologien zu unterstützen. Mit seinem umfangreichen Netzwerk aus Kapitalgebern und strategischen Partnern teilt er das Risiko und bindet Marktakteure ein.