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Foto: Daimler Truck kooperiert mit KEYOU bei Wasserstoff‑Verbrennungstechnologie Copyright © Daimler Truck AG

Daimler Truck investiert in KEYOU bei Wasserstoff-Technologie

Foto: Daim­ler Truck koope­riert mit KEYOU bei Wasserstoff‑Verbrennungstechnologie Copy­right © Daim­ler Truck AG
22. Juni 2026

Lein­­fel­­den-Echter­­din­­gen/ München – Die Daim­ler Truck AG und die KEYOU GmbH koope­rie­ren, um Lkw mit Wasser­­stoff-Verbren­­nungs­­­mo­­tor anzu­bie­ten.  Ziel der Zusam­men­ar­beit ist es, eine kurz­fris­tig verfüg­bare, wirt­schaft­li­che und robuste Tech­no­lo­gie bereit­zu­stel­len, die bestehende dekar­bo­ni­sierte Antriebe sinn­voll ergänzt. Bestehende Fahr­­zeug- und Moto­­ren-Vari­an­­ten von Daim­ler Truck bilden dabei die tech­ni­sche Basis für eine schnelle Umset­zung und Markt­ein­füh­rung. Dabei wird KEYOU die Wasser­­stoff-Umrüs­­tung verant­wor­ten. Dienst­leis­ter des Münch­ner Unter­neh­mens passen Fahr­zeug und Motor an. Eine Markt­ein­füh­rung ist noch für 2027 vorge­se­hen. Eine entspre­chende Verein­ba­rung wurde nun von den Parteien unterzeichnet.

„Der Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr braucht unter­schied­li­che Antriebs­lö­sun­gen für unter­schied­li­che Einsatz­pro­file. Wasser­stoff kann dabei sowohl in der Brenn­stoff­zelle als auch im Verbren­nungs­mo­tor einge­setzt werden. Mit KEYOU arbei­ten wir mit einem spezia­li­sier­ten Part­ner zusam­men, um die Wasser­­stoff-Verbren­­ner Tech­no­lo­gie zügig und effi­zi­ent auf den Markt zu brin­gen“, sagt Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands, Daim­ler Truck, verant­wort­lich für Truck Technology.

Thomas Korn, CEO und Co-Foun­­der der KEYOU GmbH: „Die Zusam­men­ar­beit mit Daim­ler Truck ist ein wich­ti­ger Schritt für uns, um unsere KEYOU-inside Tech­no­lo­gie in die indus­tri­elle Anwen­dung zu über­füh­ren. Gemein­sam können wir die Entwick­lung und Skalie­rung wasser­stoff­ba­sier­ter Antriebs­lö­sun­gen im Nutz­fahr­zeug­be­reich deut­lich beschleu­ni­gen und so einen konkre­ten Beitrag zur Dekar­bo­ni­sie­rung des Schwer­last­ver­kehrs leisten.“

Effi­zi­enz: Part­ner­schaft statt Eigenentwicklung

Daim­ler Truck verfügt über umfas­sen­des Know-how in der Entwick­lung von Verbren­nungs­mo­to­ren und unter­sucht die Wasser­stoff­ver­bren­nung seit mehre­ren Jahren im Rahmen der Vorent­wick­lung. Für die Markt­ein­füh­rung setzt das Unter­neh­men bewusst auf ein Kooperationsmodell.

KEYOU hat sich auf die Umrüs­tung bestehen­der Moto­­ren-Plat­t­­for­­men auf Wasser­stoff spezia­li­siert und verfolgt einen Ansatz, der auf bewähr­ten Seri­en­fahr­zeu­gen aufbaut. Durch diese Arbeits­tei­lung kann Daim­ler Truck Entwick­lungs­auf­wände opti­mie­ren und gleich­zei­tig eine schnelle Markt­reife ermöglichen.

Neben der Fahr­zeug­ent­wick­lung steht für KEYOU auch die lang­fris­tige Kunden­be­treu­ung im Fokus der Zusam­men­ar­beit. KEYOU und Daim­ler Truck planen im nächs­ten Schritt auch Gesprä­che darüber zu führen, wie bestehende Service- und Wartungs­struk­tu­ren perspek­ti­visch genutzt werden könn­ten, um Flot­ten­be­trei­bern ein hohes Maß an Betriebs­si­cher­heit und Verfüg­bar­keit zu bieten.

Mit der Zusam­men­ar­beit schaf­fen beide Unter­neh­men die Grund­lage für eine lang­fris­tige indus­tri­elle Part­ner­schaft im Bereich wasser­stoff­ba­sier­ter Nutz­fahr­zeug­an­triebe. Die Zusam­men­ar­beit geht dabei bewusst über eine reine Tech­no­lo­gie­ko­ope­ra­tion hinaus.

So wird das Koope­ra­ti­ons­mo­dell umgesetzt

Das erste Fahr­zeug wird die KEYOU HICE.40 Sattel­zug­ma­schine sein, deren Markt­ein­füh­rung noch für 2027 vorge­se­hen ist. — Unter der getrof­fe­nen Verein­ba­rung ist geplant, dass Daim­ler Truck Fahr­zeuge vom Typ Merce­­des-Benz Actros L 1848 als Sattel­zug­ma­schine und in Mann­heim gefer­tigte Moto­ren auf Basis der bestehen­den 12,8‑Liter‑Motorenplattform an KEYOU verkauft. Das Münch­ner Unter­neh­men KEYOU verant­wor­tet die tech­no­lo­gi­sche Adap­tion zu einem wasser­stoff­be­trie­be­nen Verbren­nungs­mo­tor. Der tech­ni­sche Umbau der Lkw sowie die Inte­gra­tion des KEYOU-inside Motors erfol­gen durch quali­fi­zierte externe Dienstleister.

Die daraus resul­tie­rende Sattel­zug­ma­schine KEYOU HICE.40 ist für den Betrieb mit einem Gesam­t­­fahr­­zeug-Gewicht von 40 Tonnen ausge­legt und soll laut Herstel­ler, dank der 350-Bar-Druck­­was­­ser­­stof­f­­tech­­no­­lo­­gie, eine Reich­weite von bis zu 650 Kilo­me­tern errei­chen. Mit einer Leis­tung von bis zu 350 kW und einem Port Fuel Injec­­tion-System (PFI) soll sie eine erprobte und leis­tungs­starke Lösung für den anspruchs­vol­len Güter­ver­kehr bieten. Perspek­ti­visch lässt sich die Tech­no­lo­gie auch auf weitere Fahr­zeug­bau­rei­hen übertragen.

KEYOU bietet die Fahr­zeuge anschlie­ßend Kunden an – perspek­ti­visch auch in Kombi­na­tion mit entste­hen­der Wasserstoff‑Tankstelleninfrastruktur, die unter ande­rem durch Förder­pro­gramme des Bundes­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums unter­stützt wird. — So könnte auch die Nach­frage an Wasser­stoff und entspre­chen­der Infra­struk­tur voran­ge­trie­ben werden. Daim­ler Truck unter­stützt den Aufbau von Wasser­­stoff-Tank­s­tel­­len, die sowohl gasför­mi­gen als auch flüs­si­gen Wasser­stoff abge­ben können. So können alle gängi­gen H2-Formen an einer Station ange­bo­ten werden, genauso wie wir es auch bei Benzin und Diesel gewohnt sind. Die Inte­gra­tion erlaubt den Aufbau einer einheit­li­chen Infra­struk­tur und senkt dabei die Kosten durch höhere Auslas­tung. Heutige Wasser­­stoff-Verbren­­nungs­­­mo­­to­­ren benö­ti­gen gasför­mi­gen Wasser­stoff. Tech­nisch ist aber auch eine Entwick­lung für Flüs­sig­was­ser­stoff denk­bar, wie ihn Daim­ler Truck bereits in Bren­n­­stof­f­­zel­­len-Lkw einsetzt. Dieser inte­grierte Ansatz erleich­tert Kunden den Einstieg in wasser­stoff­ba­sierte Transporte.

Ab Ende 2027 können so Wasser­­stoff-Verbren­­ner-Lkw skalier­bar in den Markt einge­führt werden, um einen nach­hal­ti­gen und mess­ba­ren Beitrag zur Dekar­bo­ni­sie­rung des Stra­ßen­gü­ter­ver­kehrs zu leisten.

Zwei Tech­no­lo­gien, ein Ziel: Dekar­bo­ni­sie­rung des Straßengüterverkehrs

Daim­ler Truck verfolgt eine Doppel­stra­te­gie zur Dekar­bo­ni­sie­rung seines Fahr­zeug­port­fo­lios mit batte­rie­elek­tri­schen und wasser­stoff­ba­sier­ten Antrie­ben. Batte­rie­elek­tri­sche Lkw eignen sich insbe­son­dere für plan­bare Routen bis hin zum schwe­ren Fern­ver­kehr und decken damit einen Groß­teil der Anwen­dungs­fälle der Kunden ab. Die Bren­n­­stof­f­­zel­­len-Tech­­no­­lo­­gie bietet Vorteile insbe­son­dere im flexi­blen und anspruchs­vol­len Fern­ver­kehr. In Kombi­na­tion mit Flüs­sig­was­ser­stoff lassen sich so Reich­wei­ten von deut­lich über 1.000 km bei kurzen Betan­kungs­zei­ten realisieren.

Der Wasserstoff‑Verbrennungsmotor wiederum zeich­net sich durch eine hohe Robust­heit, gerin­gere System­kom­ple­xi­tät im Vergleich zur Brenn­stoff­zelle sowie einem sehr gerin­gen Anpas­sungs­be­darf an bestehende Fahr­zeug­ar­chi­tek­tu­ren aus. Zudem ist er beson­ders für Anwen­dun­gen mit hohen Nutz­las­ten geeig­net. Aufgrund des gerin­gen Bauraum­be­darfs und der Möglich­keit, vorhan­dene indus­tri­el­ler Struk­tu­ren zu nutzen, kann die Tech­no­lo­gie kosten­ef­fi­zi­ent umge­setzt werden. Lkw mit Brenn­stoff­zel­len­an­trieb oder Wasser­stoff­ver­bren­nung stel­len somit für Kunden eine sinn­volle Ergän­zung zu batte­rie­elek­tri­schen Lkw dar.

Wasser­stoff wird bei der Dekar­bo­ni­sie­rung zahl­rei­cher Wirt­schafts­sek­to­ren eine Schlüs­sel­rolle über­neh­men, dazu gehö­ren neben der Stahl­in­dus­trie nahezu alle ener­gie­in­ten­si­ven Berei­che. Darüber hinaus unter­strei­chen bestehende Heraus­for­de­run­gen bei Infra­struk­tur und Ener­gie­ver­füg­bar­keit die Notwen­dig­keit von Wasser­stoff auch für den Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr. Im Zuge der fort­schrei­ten­den Elek­tri­fi­zie­rung in Europa wird das Strom­netz zuneh­mend stär­ker ausge­las­tet. Der entspre­chende Ausbau des Hoch­span­nungs­net­zes ist mit erheb­li­chem Zeit- und Kosten­auf­wand verbun­den. Schnel­ler und kosten­ef­fi­zi­en­ter wäre der paral­lele Aufbau einer Strom‑ und Wasserstoffinfrastruktur.

Vor dem Hinter­grund jüngs­ter geopo­li­ti­scher Entwick­lun­gen und der weiter­hin hohen Import­ab­hän­gig­keit Euro­pas bei fossi­len Ener­gie­trä­gern – derzeit mehr als 50 Prozent der Primär­ener­gie in Form von Kohle, Öl und Gas – kann Wasser­stoff zur Diver­si­fi­zie­rung der Ener­gie­ver­sor­gung beitra­gen. Als global handel­ba­rer, erneu­er­ba­rer und gera­dezu uner­schöpf­li­cher Ener­gie­trä­ger bietet Wasser­stoff das Poten­zial, die Versor­gungs­si­cher­heit zu erhö­hen und das Ener­gie­sys­tem zu entlasten.

Darüber hinaus kann Wasser­stoff im Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr einen wich­ti­gen Beitrag zur Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit liefern: Die indus­tri­elle Basis, tech­no­lo­gi­sche Kompe­tenz und Ferti­gungs­struk­tu­ren in Europa bieten die Grund­lage, die Posi­tion Euro­pas in der Wasserstoff‑ und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie weiter auszu­bauen und Wert­schöp­fung lang­fris­tig zu sichern.

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