ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN
3 Fragen an kluge Köpfe
Foto: Carl-Jan von der Goltz

Wie der Turnaround 2026 finanzierungsseitig gelingen kann

Dazu 3 Fragen an Carl-Jan von der Goltz

Maturus Finance, Hamburg
Foto: Carl-Jan von der Goltz
25. Februar 2026

Viele Unter­neh­mens­kri­sen steht kurz bevor oder sind in vollem Gange. Wie soll ein Turn­around gelin­gen, wenn Liqui­di­tät rar ist und Banken Kredit­an­fra­gen sehr kritisch behan­deln? Die Lösung kann eine objekt­ba­sierte Finan­zie­rungs­form sein.

 

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Dazu 3 Fragen an Carl-Jan von der Goltz, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Maturus Finance, Hamburg

1. Welche Probleme sind Ihrer Meinung nach die vordring­lichs­ten bei den KMUs?

Aufgrund der Bedro­hun­gen, die mit der Zoll­po­li­tik und auch den inter­na­tio­na­len Krie­gen einher­ge­hen, schwin­den bei zahl­rei­chen Unter­neh­men die finan­zi­el­len Reser­ven. Hinzu kommen die allge­meine Kauf­zu­rück­hal­tung, Kosten­stei­ge­run­gen und Struk­tur­pro­bleme. Trotz oder gerade wegen finan­zi­el­ler Schwie­rig­kei­ten und Risi­ken, müssen sich zahl­rei­che Unter­neh­men tief­grei­fend verän­dern, um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben und am Markt bestehen zu können. Oftmals müssen sie ihre Geschäfts­mo­delle grund­le­gend anpas­sen, um verän­der­ten Markt­be­din­gun­gen, neuen Kunden­an­for­de­run­gen und den allge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Entwick­lun­gen gerecht zu werden.

Da viele Betriebe selbst nicht mehr über die Mittel oder die opera­tive Kraft verfü­gen, eine Neuaus­rich­tung allein zu reali­sie­ren, werden Einstiege von Inves­to­ren über Distressed‑M&A‑Prozesse belieb­ter. Solche Trans­ak­tio­nen stel­len oft die letzte realis­ti­sche Möglich­keit dar, einen wirt­schaft­lich ange­schla­ge­nen Betrieb ganz oder in Teilen zu erhal­ten – meist unter erheb­li­chem Zeit- und Hand­lungs­druck. Aller­dings wird der Verkauf sanie­rungs­be­dürf­ti­ger Unter­neh­men zuneh­mend schwieriger.

2. Wie kann in solchen Situa­tio­nen dann ein Turn­around gelingen?

Damit ein Turn­around gelingt – egal, ob außer­ge­richt­lich und größ­ten­teils aus eige­ner Kraft, während der Insol­venz oder im Rahmen eines Distressed‑M&A‑Prozesses – braucht es nicht nur Mut und Durch­hal­te­ver­mö­gen, sondern vor allem ausrei­chend und zuver­läs­sige liquide Mittel. Diese vorzu­hal­ten, ist aller­dings in derar­ti­gen Umbruch­pha­sen für Unter­neh­men oft schwer. Schließ­lich berich­ten 43 Prozent der befrag­ten Firmen in der Konjunk­tur-Umfrage der Deut­schen Indus­trie- und Handels­kam­mer von einer proble­ma­ti­schen Finanz­lage. Viele haben unter ande­rem mit Liqui­di­täts­eng­päs­sen und Forde­rungs­aus­fäl­len zu kämp­fen. Selbst wenn Kredit­in­sti­tute prin­zi­pi­ell offen für eine Unter­stüt­zung sind, erweist sich der klas­si­sche Banken­ap­pa­rat in Turn­around-Situa­tio­nen häufig als zu schwer­fäl­lig. Ein Unter­neh­men in der Neuauf­stel­lung braucht schnell verläss­li­che Zusa­gen, um Vertrauen im Markt zu erhal­ten und opera­tive Stabi­li­tät zurück­zu­ge­win­nen. Gerade im Turn­around lohnt sich der Blick auf alter­na­tive Finanzierungsformen.

Unter­neh­men mit substan­zi­el­lem Anlage- oder Umlauf­ver­mö­gen – etwa Maschi­nen, Fahr­zeuge, Produk­ti­ons­an­la­gen, Immo­bi­lien oder Waren­be­stände – können über Modelle wie Asset Based Credit oder Sale & Lease Back Kapi­tal frei­set­zen. Statt auf Boni­tät setzen diese Lösun­gen auf Vermö­gens­werte – und grei­fen daher auch in Krisen.

3. Für welche Unter­neh­men eignen sich Asset Based Credit oder Sale & Lease Back?

Sie eignen sich sowohl für Unter­neh­men in vorsorg­li­cher Restruk­tu­rie­rung als auch für solche, die sich in einem gericht­li­chen Sanie­rungs­ver­fah­ren befin­den. Die gewon­nene Liqui­di­tät kann unmit­tel­bar für stra­te­gisch über­le­bens­wich­tige Maßnah­men genutzt werden.

 

Die kurz- bis mittel­fris­tige Spezi­al­fi­nan­zie­rung Asset Based Credit eignet sich beson­ders für produ­zie­rende Betriebe, Händ­ler und Dienst­leis­ter. Diese können sowohl ihr Umlauf- als auch ihr mobi­les Anla­ge­ver­mö­gen als Sicher­heit einset­zen. Die Finan­zie­rungs­vo­lu­mina bewe­gen sich typi­scher­weise im Bereich von 400.000 bis fünf Millio­nen Euro. Häufig genutzte Vermö­gens­ge­gen­stände sind Maschi­nen und Produk­ti­ons­an­la­gen, Fahr­zeuge, Sach­werte, Bestände aus Handels- und Fertig­wa­ren­la­gern sowie Immo­bi­lien. — Das Finan­zie­rungs­mo­dell zählt zur soge­nann­ten Oppor­tu­nity Finance, da es viel­sei­tig einsetz­bar ist – auch in Sonder­si­tua­tio­nen wie vor, während oder nach einem Turnaround.

 

Sale & Lease Back (SLB) ist eine Spezi­al­form des Leasings, die als reine Innen­fi­nan­zie­rung auch in Turn­around-Situa­tio­nen funk­tio­niert. Dabei verkauft ein Unter­neh­men mit einem Jahres­um­satz zwischen fünf und 250 Millio­nen Euro sein wert­hal­ti­ges, mobi­les Anla­ge­ver­mö­gen – etwa aus dem Maschinen‑, Anla­gen- oder Fuhr­park – an einen Finan­zie­rungs­part­ner und least es direkt zurück. Der laufende Betrieb muss dabei nicht unter­bro­chen werden: Die Vermö­gens­werte blei­ben im Unter­neh­men und können ohne Einschrän­kung weiter genutzt werden. Durch SLB meist die Eigen­ka­pi­tal­quote verbes­sert, was posi­tive Effekte auf das Boni­täts-Rating haben kann. In Turn­around-Phasen stärkt das die Verhand­lungs­po­si­tion gegen­über Banken.

 

 

 

Carl-Jan von der Goltz ist Grün­der der Maturus Finance GmbH, einer banken­un­ab­hän­gi­gen Finan­zie­rungs­ge­sell­schaft für neue Wege in der Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung. Der Finanz­dienst­leis­ter unter­stützt mittel­stän­di­sche Produ­zen­ten, die ihre Finan­zie­rungs­struk­tur durch stra­te­gi­sche Ergän­zun­gen zur Bank­ver­bin­dung ausbauen wollen. Finan­zie­rungs­lö­sun­gen werden ab einem Volu­men von 400.000 Euro und bis zu 15 Millio­nen Euro (Zeit­wert der Maschi­nen) ange­bo­ten. Dies entspricht in der Regel Umsatz­grö­ßen der Unter­neh­men von circa 5 Millio­nen Euro bis 250 Millio­nen Euro.

www.maturus.com

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