Vorwort der Herausgeberin | Tatjana Anderer – Gründerin des FYB-Verlag

Tatjana Anderer, Gründerin des FYB-Verlag

    Die Zahl der Private Equity-Fonds ist weltweit deutlich gestiegen. Die erfolgreichen General Partners sind alle überzeichnet. Der Konkurrenzkampf der Private Equity-Fonds um mögliche Portfoliounternehmen ist härter geworden, höhere Bewertungen sind die Folge. Branchenkenner schätzen, dass man während der nächsten zehn Jahre mit Aktien etwa 5% pro Jahr erwirtschaften kann. Bei Private Equity ist mit 9% bis 10% pro Jahr zu rechnen – netto, nach allen Kosten.

    Damit sind Private Equity und Venture Capital in Null Zins-Zeiten attraktiver denn je. Nicht nur für institutionelle Investoren. Es sind vermögende Familien, die immer häufiger in unternehmerische Beteiligungen direkt oder über Fonds investieren. Sie haben zum Teil professionelle Organisationen aufgebaut, stellen dabei auch zunehmend Wagnisfinanzierungen bereit und sind gefragte Co-Investoren. Ihre Motivation ist dabei vielschichtig – eine attraktive Rendite, Zugang zu neuen Technologien oder Anlegen in Beteiligungskapital im Sinne von weiterhin unternehmerisch tätig zu sein.

    Family Offices verstehen es als wichtigstes Ziel, für zukünftige Generationen den Vermögenserhalt zu gewährleisten. Bei ihren Aktivitäten geht es nicht darum, in kurzer Zeit einen schnellen Profit zu machen, sondern nachhaltig das aufgebaute Vermögen weiterzuentwickeln und zu erhalten. Langfristig Wert zu schaffen. Wichtig ist vielen Unternehmerfamilien, ihre ehemalige unternehmerische Verantwortung auch auf das Family Office zu übertragen. Zitat eines Family Officers: „Family bedeutet responsible ownership.“

    Doch wer wird sich im Direktbeteiligungsmarkt durchsetzen? In einem Markt, in dem die Nachfrage höher ist als das Angebot der Verkaufenden, wird man in Zukunft immer wieder sehen, dass Family Offices und Private Equity Unternehmen Interesse an den gleichen Zielunternehmen haben. Mit ihren speziellen Ansätzen und Zielen können Family Offices ein verantwortungsbewusster „better new owner“ für ein Unternehmen sein. Aus Investorensicht stellt sich die Frage nach den Zielen. Weiteres zu dieser Frage können Sie ab Seite 123 im Magazinteil nachlesen.

    Das FYB 2020 bietet Ihnen auf den ersten 140 Seiten wieder zahlreiche, prominente Autoren sowie spannende Themen aus der Private Equity- und Corporate Finance-Industrie mit einem Schwerpunkt „Family Offices“. – Sind Family Offices die neuen Private Equity Unternehmen? Oder handelt es sich bei Direktinvestitionen von Family Offices um ein temporäres Phänomen, das aufgrund der angeblichen fehlenden Professionalität von Familienunternehmen bald wieder vorbei sein wird? Das diskutieren Prof. Dr. Nadine Kammerlander und Antonia Schickinger (WHU – Otto Beisheim School of Management) unter vielen Gesichtspunkten anhand einer Studie des WHUInstituts für Familienunternehmen. – Welche Bedeutung inzwischen Family Offices im Private Equity-Sektor einnehmen, erläutert der Private Equity-Veteran Jens Reidel, ehemals Chairman von BC Partners Europe, heute verbunden mit dem RIGI Family Office, Rotkreuz (Schweiz).

    Die klassische Due Diligence ist nicht genug! Friederich von Hurter (PwC PricewaterhouseCoopers) zeigt auf, wie Transaktionen heute hinterfragt werden müssen, um unter Risikominimierung zur Wertgenerierung bei Deals zu gelangen. – Christoph Ludwig und Thomas Unger (BLL Braun Leberfinger Ludwig Unger) beleuchten das Thema Tax Compliance für Private Equity-Fonds unter Bezugnahme auf die jüngsten Urteile des Bundesfinanzgerichtshofs als Fortsetzung ihres letzten Beitrags im FYB 2019 „(Verwehrte) Steuerneutralität von Kapitalrückzahlungen – Die versteckte Einführung der Substanzbesteuerung?“.

    Signifikante Unterschiede in der Unternehmenskultur zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen machen Mitarbeiter zu Key Assets in Transaktionen unter Beteiligung chinesischer Investoren. Welche Feinheiten hier zu beachten sind, referieren Florian Hirschmann und Tobias Schulz (Reed Smith LLP).

    Die Einleitung von Steuerstrafverfahren durch deutsche Finanzämter, zumeist infolge unbeabsichtigter Fehler, nach dem Motto „erst schießen, dann fragen“, ist zwischenzeitlich gängige Praxis, die mancher Geschäftsführer bereits leidvoll am eigenen Leibe erfahren musste. Wie ein Tax Compliance Management-System zur Enthaftung und Senkung von Steuerrisiken führt, begründen Thomas Jäger, Maximilian Bodenhagen (LM Audit & Tax) und Miriam Rosenthal (LM Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH).

    Die DOs und DON’Ts bei Verhandlungen mit Venture Capital-Investoren werden von Mauritz von Einem (ARQIS Rechtsanwälte) ausgeführt. – Welche differenzierte Rolle Corporate Governance heute bei börsennotierten und nicht-börsennotierten Gesellschaften, vor allem jenen, die im Besitz von Finanzinvestoren stehen, spielen kann, erfahren Sie von Dr. Eva Nase und Ralf Seier (P+P Pöllath + Partners). – Wie alternative Finanzierungen Change-Prozesse unterstützen können, erklärt Carl-Jan von der Goltz (Maturus Finance). – Die Entwicklung disruptiver Geschäfts-modelle und die Generierung technologiebasierter radikaler Innovationen stellen etablierte Unternehmen vor große Herausforderungen. Eine Lösung, wie Unternehmen sich in dieser verschärften Markt- und Wettbewerbslandschaft behaupten können, stellt das „Corporate Lab“ dar. Erklärt von Prof. Dr. Max Ringlstetter und Vinzenz Krause (IDM Institut für Digitales Management) am Beispiel aus der Licht-Branche: Der steinige Weg von der Hardware-Leuchte hin zur Welt des IoT.

    Das FYB 2020 ist weiter gewachsen auf 520 Seiten und erfreut sich konstanter Beliebtheit. – Sie finden auch Einträge ausländischer Private Equity-Unternehmen, die im FYB Financial YearBook und auf dem deutschen Markt präsent sein wollen. Das FYB 2020 bietet knapp 300 Standardeinträge, darunter: 120 Private Equity- und Venture Capital-Firmen, 40 Anwaltskanzleien, 40 Corporate Finance-Spezialisten, rund 30 Berater und 9 Family Offices. Damit bleibt das FYB 2020 auch weiterhin das führende Nachschlagewerk für alternative Finanzierungen in Deutschland und bietet Ihnen regelmäßig interessante Nachrichten auf www.fyb.de.

     

    Herzlichst, Ihre

    Tatjana Anderer

     

     

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