ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN
FÜR UNTERNEHMER UND INVESTOREN

Editorials

 

Vorwort der Herausgeberin 2020

Foto: Tatjana Anderer
FYB 2020

Die Zahl der Private Equity-Fonds ist weltweit deut­lich gestiegen. Die erfol­gre­ichen General Part­ners sind alle überze­ich­net. Der Konkur­ren­zkampf der Private Equity-Fonds um mögliche Port­fo­lioun­ternehmen ist härter gewor­den, höhere Bewer­tun­gen sind die Folge. Branchenken­ner schätzen, dass man während der näch­sten zehn Jahre mit Aktien etwa 5% pro Jahr erwirtschaften kann. Bei Private Equity ist mit 9% bis 10% pro Jahr zu rech­nen – netto, nach allen Kosten.

Damit sind Private Equity und Venture Capi­tal in Null Zins-Zeiten attrak­tiver denn je. Nicht nur für insti­tu­tionelle Inve­storen. Es sind vermö­gende Fami­lien, die immer häufiger in unternehmerische Beteili­gun­gen direkt oder über Fonds investieren. Sie haben zum Teil profes­sionelle Organ­i­sa­tio­nen aufge­baut, stellen dabei auch zunehmend Wagn­is­fi­nanzierun­gen bereit und sind gefragte Co-Inve­­s­toren. Ihre Moti­va­tion ist dabei vielschichtig – eine attrak­tive Rendite, Zugang zu neuen Tech­nolo­gien oder Anle­gen in Beteili­gungskap­i­tal im Sinne von weit­er­hin unternehmerisch tätig zu sein.

Family Offices verste­hen es als wichtig­stes Ziel, für zukün­ftige Gener­a­tio­nen den Vermö­genser­halt zu gewährleis­ten. Bei ihren Aktiv­itäten geht es nicht darum, in kurzer Zeit einen schnellen Profit zu machen, sondern nach­haltig das aufge­baute Vermö­gen weit­erzuen­twick­eln und zu erhal­ten. Langfristig Wert zu schaf­fen. Wichtig ist vielen Unternehmer­fam­i­lien, ihre ehema­lige unternehmerische Verant­wor­tung auch auf das Family Office zu über­tra­gen. Zitat eines Family Offi­cers: „Family bedeutet respon­si­ble owner­ship.“

Doch wer wird sich im Direk­t­beteili­gungs­markt durch­set­zen? In einem Markt, in dem die Nach­frage höher ist als das Ange­bot der Verkaufenden, wird man in Zukunft immer wieder sehen, dass Family Offices und Private Equity Unternehmen Inter­esse an den gleichen Zielun­ternehmen haben. Mit ihren speziellen Ansätzen und Zielen können Family Offices ein verant­wor­tungs­be­wusster „better new owner“ für ein Unternehmen sein. Aus Inve­storen­sicht stellt sich die Frage nach den Zielen. Weit­eres zu dieser Frage können Sie ab Seite 123 im Maga­z­in­teil nach­le­sen.

Das FYB 2020 bietet Ihnen auf den ersten 140 Seiten wieder zahlre­iche, promi­nente Autoren sowie span­nende Themen aus der Private Equity- und Corpo­rate Finance-Indus­trie mit einem Schw­er­punkt „Family Offices“. – Sind Family Offices die neuen Private Equity Unternehmen? Oder handelt es sich bei Direk­t­in­vesti­tio­nen von Family Offices um ein temporäres Phänomen, das aufgrund der ange­blichen fehlen­den Profes­sion­al­ität von Fami­lienun­ternehmen bald wieder vorbei sein wird? Das disku­tieren Prof. Dr. Nadine Kammer­lan­der und Anto­nia Schickinger (WHU – Otto Beisheim School of Manage­ment) unter vielen Gesicht­spunk­ten anhand einer Studie des WHUIn­sti­tuts für Fami­lienun­ternehmen. – Welche Bedeu­tung inzwis­chen Family Offices im Private Equity-Sektor einnehmen, erläutert der Private Equity-Veteran Jens Reidel, ehemals Chair­man von BC Part­ners Europe, heute verbun­den mit dem RIGI Family Office, Rotkreuz (Schweiz).

Die klas­sis­che Due Dili­gence ist nicht genug! Friederich von Hurter (PwC Price­wa­ter­house­C­oop­ers) zeigt auf, wie Transak­tio­nen heute hinter­fragt werden müssen, um unter Risiko­min­imierung zur Wert­gener­ierung bei Deals zu gelan­gen. – Christoph Ludwig und Thomas Unger (BLL Braun Leberfin­ger Ludwig Unger) beleuchten das Thema Tax Compli­ance für Private Equity-Fonds unter Bezug­nahme auf die jüng­sten Urteile des Bundes­fi­nanzgericht­shofs als Fort­set­zung ihres letzten Beitrags im FYB 2019 „(Verwehrte) Steuerneu­tral­ität von Kapi­tal­rück­zahlun­gen – Die versteckte Einführung der Substanzbesteuerung?“.

Signifikante Unter­schiede in der Unternehmen­skul­tur zwis­chen chine­sis­chen und deutschen Unternehmen machen Mitar­beiter zu Key Assets in Transak­tio­nen unter Beteili­gung chine­sis­cher Inve­storen. Welche Fein­heiten hier zu beachten sind, referieren Florian Hirschmann und Tobias Schulz (Reed Smith LLP).

Die Einleitung von Steuer­strafver­fahren durch deutsche Finanzämter, zumeist infolge unbe­ab­sichtigter Fehler, nach dem Motto „erst schießen, dann fragen“, ist zwis­chen­zeitlich gängige Praxis, die mancher Geschäfts­führer bere­its leid­voll am eige­nen Leibe erfahren musste. Wie ein Tax Compli­ance Manage­­ment-System zur Enthaf­tung und Senkung von Steuer­risiken führt, begrün­den Thomas Jäger, Maxi­m­il­ian Boden­hagen (LM Audit & Tax) und Miriam Rosen­thal (LM Law Recht­san­walts­ge­sellschaft mbH).

Die DOs und DON’Ts bei Verhand­lun­gen mit Venture Capi­­tal-Inve­­s­toren werden von Mauritz von Einem (ARQIS Recht­san­wälte) ausge­führt. – Welche differen­zierte Rolle Corpo­rate Gover­nance heute bei börsen­notierten und nicht-börsen­notierten Gesellschaften, vor allem jenen, die im Besitz von Finanz­in­ve­storen stehen, spie­len kann, erfahren Sie von Dr. Eva Nase und Ralf Seier (P+P Pöllath + Part­ners). – Wie alter­na­tive Finanzierun­gen Change-Prozesse unter­stützen können, erklärt Carl-Jan von der Goltz (Matu­rus Finance). – Die Entwick­lung disrup­tiver Geschäfts-modelle und die Gener­ierung tech­nolo­giebasierter radikaler Inno­va­tio­nen stellen etablierte Unternehmen vor große Heraus­forderun­gen. Eine Lösung, wie Unternehmen sich in dieser verschärften Markt- und Wettbe­werb­s­land­schaft behaupten können, stellt das „Corpo­rate Lab“ dar. Erklärt von Prof. Dr. Max Ringlstet­ter und Vinzenz Krause (IDM Insti­tut für Digi­tales Manage­ment) am Beispiel aus der Licht-Branche: Der steinige Weg von der Hard­ware-Leuchte hin zur Welt des IoT.

Das FYB 2020 ist weiter gewach­sen auf 520 Seiten und erfreut sich konstan­ter Beliebtheit. – Sie finden auch Einträge ausländis­cher Private Equity-Unternehmen, die im FYB Finan­cial Year­Book und auf dem deutschen Markt präsent sein wollen. Das FYB 2020 bietet knapp 300 Stan­dard­ein­träge, darunter: 120 Private Equity- und Venture Capi­­tal-Firmen, 40 Anwalt­skan­zleien, 40 Corpo­rate Finance-Spezial­is­ten, rund 30 Berater und 9 Family Offices. Damit bleibt das FYB 2020 auch weit­er­hin das führende Nach­schlagew­erk für alter­na­tive Finanzierun­gen in Deutsch­land und bietet Ihnen regelmäßig inter­es­sante Nachrichten auf www.fyb.de.

 

Herzlichst, Ihre

Tatjana Anderer

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