Vorwort der Herausgeberin

Tatjana Anderer, Gründerin des FYB-Verlag

    Private Equity ist weiterhin im Wachstumsmodus und bleibt eine renditestarke Anlageklasse. – Mit 7,3 Mrd. Euro investierten Beteiligungsgesellschaften 2017 so viel Private Equity in Deutschland wie noch nie in einem Halbjahr. Damit ist der deutsche Markt auf dem besten Weg, in diesem Jahr einen neuen Investitionsrekord aufzustellen. Zahlreiche institutionelle Investoren erhöhen den Anteil ihrer Private Equity-Investments, da sie auch zukünftig mit konstanten Renditen rechnen. Das berichtet auch Dominique Senequier, Private Equity-Ikone und Präsidentin von ARDIAN, des größten französischen alternativen Investment-Hauses mit 65 Mrd. Euro unter Verwaltung. Sie plädiert bemerkenswerterweise in ihrem Editorial für das FYB 2018 dafür, die Menschen im Investmentsektor viel mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

    Wir haben die folgenden TRENDS für Sie analysiert:  1. Trend: Private Equity-Fonds sammeln immer mehr Geld für immer größere Fonds ein und streben längere Fonds-Laufzeiten an, was durchaus im Interesse der Limited Partners (LPs) liegt, da diese einem enormen Anlagedruck unterliegen.  2. Trend: Private Equity ist attraktiv, es entstehen immer neue Finanzinvestoren (General Partners = GPs) in Deutschland. In den vergangenen vier Jahren sind über 40 neue PE-Unternehmen an den Markt gegangen. Sie verfolgen jedoch sehr unterschiedliche Strategien. Es gibt neue Fonds; aber auch zahlreiche Family Offices haben in verschiedenen Branchen Know-how aufgebaut und investieren ohne Fonds. Es gibt neue Teams, die Deal-by-Deal-Strukturen vorziehen, was einige Flexibilität bei den Ticketgrößen bietet, aber auch zu Unsicherheiten bei Folgedeals führen kann, da ihre Investoren nicht konstant an Bord bleiben müssen.  3. Trend: Midcap-Häuser fassen nun auch Smallcaps ins Auge. Mittelstandsinvestoren wie Triton oder Silverfleet sehen sich eine Etage tiefer um und greifen zu, wenn sich eine Gelegenheit bietet bei Mittelständlern im Wert von ca. 25 bis 100 Mio. Euro.

    4. Trend: In einem insgesamt sehr positiven Marktumfeld ist es interessant zu sehen, dass LPs in den nächsten Jahren attraktive Investitionsmöglichkeiten unter anderem in Special Situations und Distressed Debt sehen – Marktbereiche, die von Volatilität und Problemen einzelner Unternehmen profitieren.  5. Trend: Plattform-Strategien rechnen sich und werden sich weiterhin steigender Unterstützung von Anlegern erfreuen. Der Einsatz dieser Strategien spiegelt die zunehmende Fähigkeit der GPs wider, Wert durch operative Verbesserungen zu schaffen, indem sie ihren Portfoliounternehmen mehr als nur finanzielle Unterstützung geben.  6. Trend: Investoren glauben an konstant gute Chancen für Private Equity-Investitionen im Bereich der Fintechs, deren Wachstumspotential noch lange nicht ausgeschöpft scheint.

    Dieser zuversichtliche Ausblick spiegelt die insgesamt positive Einschätzung der Anleger hinsichtlich der Aktienmärkte wider. Rund 50 Prozent der LPs sind der Auffassung, dass sich das Verhältnis von Private Equity zu börsengehandeltem Beteiligungskapital in den nächsten Jahren noch weiter zugunsten von Private Equity ändern wird. Denn in der Folge der Niedrigzinspolitik stehen nicht nur Pensionskassen unter einem enormen Anlagedruck, um die Rendite für ihre Rentner zu erwirtschaften, auch andere Institutionelle suchen in alternativen Anlageklassen ihren Profit. – Ein Risiko für die Private Equity-Renditen stellen die Bewertungen der Unternehmen dar. Fremdkapital ist zu bisher ungekannt günstigen Konditionen zu haben, was zu sehr hohen Preisen für neue Investments führt. Sollten die Zinsen wieder steigen, wird das markante Auswirkungen haben. Ein anderes Problem dürfte für Private Equity-Investments auch der Protektionismus darstellen.

    Das FYB 2018 hat für Sie im MAGAZIN-Teil wieder zahlreiche, prominente Autoren sowie spannende und sehr aktuelle Themen aus der Private Equity- und Corporate Finance-Industrie ausgewählt. Mit dem „Einfluss der Digitalisierung auf die Tätigkeiten des Chief Financial Officers“ setzt sich Christina Johansson (Bucher Industries) auseinander und beschreibt für Sie den CFO 4.0. – Wie man die größten Fehler bei Management-Beteiligungen vermeiden kann, erfahren Sie von Benedikt Hohaus (P+P Pöllath + Partners) und Alexander Götz (Blättchen & Partner). – Dass der Beirat zum Steuerungsgremium bei Private Equity-Beteiligungen avanciert ist, erklärt Christof Alexander Schneider (ARQIS Rechtsanwälte) ausführlich. – Heuer wurde zudem Real Estate Private Equity erstmals zum Thema. Thomas Jäger (LM Audit & Tax) beleuchtet die allerneueste Rechtsprechung in seinem Beitrag „Real-Estate Tax Compliance und aktuelle Brennpunkte aus der Betriebsprüfung“.

    Welche erheblichen und komplexen Auswirkungen die 9. Verordnung zur Änderung der AWV auf die internationale Transaktionspraxis, die auch den Private Equity-Sektor betrifft, haben, führen Florian T. Hirschmann und Tobias Schulz aus (beide DLA Piper). – Über die vielschichtigen rechtlichen Herausforderungen im Rahmen von Buy & Build-Transaktionen referieren Tobias Fenck und Sandra Pfister (beide Bryan Cave). – Die Fortsetzung zum Thema „Formelle Tax Compliance bei in- und ausländischen Private Equity-Fonds“ zu ihren Ausführungen in früheren FYB-Ausgaben erfahren Sie von unseren langjährigen Autoren Christoph Ludwig und Thomas Unger (beide BLL Braun Leberfinger Ludwig). Dass sich der „Einsatz von Sale & Lease Back als strategischer Finanzierungsbaustein“ durchaus lohnen kann, beleuchtet Carl-Jan von der Goltz (Maturus Finance). – Wie die Digitalisierung auch bei Private Equity-Fonds stattfinden kann, damit befassen sich Kevin-Matthias Gruber und Moritz Haarmann (beide Asset Metrix) in ihrem Beitrag „Bereit für den Wandel!? – Private Capital Operations im digitalen Zeitalter“.

    Das FYB 2018 hat einen Umfang von fast 500 Seiten und erfreut sich immer wieder neuer Beliebtheit. Sie finden nun auch Einträge ausländischer PE-Unternehmen, die im FYB Financial YearBook und auf dem deutschen Markt präsent sein wollen. In knapp 300 Standardeinträgen: 125 Private Equity-Firmen, an die 50 Anwaltskanzleien, fast 60 Corporate Finance-Spezialisten, rund 20 Unternehmensberater und 11 Personalberater. – Das FYB 2018 bleibt weiterhin das führen- de Nachschlagewerk für alternative Finanzierungen in Deutschland und bietet Ihnen neben unserer neuen FYB-App regelmäßig interessante Nachrichten auf www.fyb.de.

    Herzlichst,
    Ihre Tatjana Anderer

    Tatjana Anderer, Gründerin des FYB-Verlag



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