Grusswort der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

    Die Förderung von Start-ups und jungen Unternehmen ist eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Aufgaben unserer Zeit. Denn wir werden den Übergang ins digitale Zeitalter nicht ohne die innovativen Ideen junger Start-ups schaffen. Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen. Sie werden dafür sorgen, dass Deutschland auch in Zukunft seinen Spitzenplatz als weltweit führender Wirtschaftsstandort bewahrt.

    Um zu wachsen, brauchen Start-ups eine sichere Finanzierungsperspektive. Wir haben es uns in der vergangenen Legislaturperiode deswegen zur Aufgabe gemacht, die Finanzierungsbedingungen junger Unternehmen zu verbessern. Dabei konnten wir insbesondere bei der Bereitstellung von Wagniskapital für die Früh- und Wachstumsphase große Fortschritte erzielen. Wichtige Förderprogramme haben wir aufgestockt, ausgebaut oder neu aufgelegt.

    Insbesondere das INVEST-Programm haben wir massiv aufgewertet. Das Programm erlaubt es Investoren, für ihre Investments in innovative Start-ups einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der investierten Summe zu erhalten. Zum 1. Januar 2017 haben wir die Obergrenze des möglichen Zuschusses auf 500.000 Euro verdoppelt. Außerdem haben wir einen steuerfreien Exit-Zuschuss bei Verkauf der erworbenen Unternehmensanteile eingeführt.

    Bereits 2016 haben wir den Co-Investmentfonds COPARION als Nachfolgefonds für den ERP-Startfonds neu aufgesetzt und mit einem Volumen von 225 Mio. Euro ausgestattet. Die Mittel für den ERP/EIF-Dachfonds haben wir von 1,0 Mrd. auf 2,7 Mrd. Euro erhöht. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds haben wir die ERP/EIF-Wachstumsfazilität mit einem Volumen von 500 Mio. Euro aufgelegt. Sie eröffnet schnell wachsenden Unternehmen einen Zugang zu Wachstumskapital im zweistelligen Millionenbereich.

    Seit Sommer 2017 setzt auch der neue High-Tech-Gründerfonds III mit gut 300 12 Mio. Euro die erfolgreiche Arbeit seiner beiden Vorgängerfonds bei der Seed- Finanzierung fort. Dabei werden 30 Prozent des Zielvolumens von 300 Mio. Euro von privaten Investoren aus dem etablierten Mittelstand und Großunternehmen eingebracht.

    Insgesamt stehen für die nächsten Jahre öffentliche Mittel in einer Größenordnung von rund 2 Mrd. Euro für die Start-up- und Wachstumsfinanzierung bereit.

    Trotz dieser Erfolge gibt es aber nach wie vor eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei den Anschluss- und Wachstumsfinanzierungen. Speziell in der Phase, in der junge Unternehmen expandieren und neue Märkte erschließen wollen, fehlt es in Deutschland an einem ausreichenden Kapitalangebot. Um diese Lücke zu schließen, strebt die Bundesregierung an, das Wagniskapitalvolumen in Deutschland in den kommenden Jahren zu verdoppeln. Dieses Ziel können wir nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Privatwirtschaft, öffentlicher Hand, KfW und den europäischen Finanzpartnern erreichen.

    In den letzten Jahren hat die Bundesregierung viel dafür getan, jungen Unternehmen eine adäquate Finanzierungsperspektive über alle Phasen der Unternehmensentwicklung zu bieten. Damit wird Deutschland ein noch attraktiverer Standort für Start-ups. Diesen Weg müssen wir weitergehen, denn unser Land braucht mehr Gründerinnen und Gründer, um auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

    Allen Lesern des Financial Yearbook 2018 wünsche ich eine anregende und informative Lektüre!

     

    Brigitte Zypries

    Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie



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