Neue Entwicklungen im M&A-Geschäft

15. Februar 2017 - Der Kauf eines Unternehmens, die Fusion mehrerer Unternehmen, eine Nachfolgeregelung oder eine Börseneinführung setzen eine vertiefte Kenntnis des zu übernehmenden Unternehmens voraus, die nicht nur auf der Beurteilung der vergangenen Jahresabschlüsse allein beruhen kann. Strategische Transaktionen erfordern immer tieferes Branchenwissen. Investmentbanken und klassische Transaktionsberater können dies oft nicht mehr wirklich leisten. Veränderungen sind im Gange.

Dazu 3 Fragen an
Martin Aschenbach

Gründungspartner von Transaction Engineers
martin.aschenbach@tx-engineers.de

15. Februar 2017

1 - Welche Veränderungen sind im aktuellen M&A – Geschäft zu beobachten?

Transaction Engineers ist ein Joint Venture von Aschenbach Corporate Finance und der h&z Unternehmensberatung. Wie der Name schon sagt, sehen wir uns als Transaktionsingenieure im besten Sinne des Wortes. Hinter diesem Zusammenschluss steht die Überzeugung, dass das M&A-Geschäft vor allem bei strategischen Transaktionen zukünftig immer mehr Branchenwissen und Ansätze zur Performance Optimierung im Rahmen der Due Dilligence und der Integration erfordert. Investmentbanken und klassische Transaktionsberater können dies nicht mehr leisten. Wir glauben auch daran, dass es notwendig ist, den M&A-Prozess um all das zu entschlacken, was unsere Mandanten nicht wirklich brauchen. Nicht etwas Einfaches kompliziert machen, um Retainer zu rechtfertigen. – M&A wird aus unserer Sicht somit vom Prozess her deutlich schlanker, aber tiefer in Bezug auf die Branchenexpertise und das notwendige operative Knowhow.

2 - Wo liegt das Wertschöpfungspotential in den ’neuen’ M&A - Prozessen?

Für die Käuferseite wird immer wichtiger, schnell die möglichen Knackpunkte einer Transaktion bei der Integration zu entdecken, einen 100-Tage-Plan zur Hand zu haben und Klarheit über die Werthebel des Investments. Diese operativen und Performance-orientierten Themen werden für Käufer zentraler als die Ableitung von Kaufpreisbandbreiten aus Excel-Modellen. Die Erfahrung zeigt ja, dass es weniger der optimal verhandelte Kaufpreis ist, als vielmehr die gelungene Integration, die eine Transaktion erfolgreich machen.

Für die Verkäufer von Unternehmen liegt unsere Wertschöpfung vor allem bei diskreten strategischen Transaktionen. Hier können wir unser ganzes Potenzial bei der Suche nach den besten strategischen Käufern ausspielen. Es geht immer wieder um die Frage, welcher Käufer bereit ist, die höchste strategische Prämie zu zahlen. Und dies in einem Prozess, der am Markt nicht sichtbar ist. Klassische Auktionsprozesse und Secondaries von PE-Häusern sind nicht unser Geschäft.

3 - Sie haben ein spezielles Format für den kleinen Mittelstand entwickelt: ein M&A-Bootcamp für Geschäftsführer. Wie kann man sich das vorstellen?

Die zentrale Idee hinter dem M&A-Bootcamp ist, daß Geschäftsführer kleine und wenig komplexe Unternehmenstransaktionen oft auch selbst managen können, sie aber in Bezug auf den M&A-Prozess unsicher sind.

Hierfür haben wir ein M&A-Bootcamp für Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen entwickelt. Im M&A-Bootcamp werden an einem Tag alle hierfür relevanten Themen und Fragen angesprochen, und zwar eben nicht nur im Allgemeinen, sondern auch spezifisch auf das Unternehmen bezogen. Vom typischen Ablauf des Prozesses über die Unternehmensbewertung, den Umgang mit Rechtsanwälten und Steuerberatern, das Management einer Due Diligence, letztlich auch die Verhandlung und bis zur finalen Übergabe des Unternehmens.

Das Bootcamp ist konzipiert als Einzelcoaching, bei dem die individuellen Themen und Fragen einer möglichen Unternehmenstransaktion im Mittelpunkt stehen. Es ist ein pragmatischer Blick hinter die Kulissen – wobei es wahrscheinlich ungewöhnlich, aber gewollt ist, sich als Berater entbehrlich zu machen.

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